Der Kraftstoffverbrauch liegt auf den ersten 2 Kilometern einer Fahrt um 50% über dem Normalverbrauch (siehe
Info 1). Deshalb gilt: mehrere Erledigungen möglichst mit einer Fahrt erledigen oder unnötige Fahrten streichen. Dies erfordert aber auch ein Umdenken und Umgewöhnen bei jedem Einzelnen.
Fahrgemeinschaften und der öffentliche Nahverkehr sind auf jeden Fall Alternativen zum Pkw. In manchen Städten gibt es auch sogenannte Car-Sharing Initiativen, bei der sich mehrere Leute ein Fahrzeug teilen. Wenn die Jahresfahrleistung unter 10000 km liegt, ist dies durchaus zu überlegen.
Informieren sie sich auf jeden Fall auch beim Autokauf über die technischen Voraussetzungen ihres neuen Fahrzeugs. Beziehen sie auch Details wie Kraftstoffverbrauch, CO2-Bilanz, Wartungsintervalle, Schadstoffeinstufung und Recyclingfähigkeit in ihre Kaufüberlegungen mit ein. Sehen sie sich hierzu auch die Seiten
Spritsparertopten und
Umweltautos an.
Außerdem kann man unter Umständen auch mit
Super-Leichtlaufölen etwas Kraftstoff einsparen (ca. 2% Einsparpotenzial).
Außerdem sparen schmale Reifen etwa 5 - 10%
Kraftstoff gegenüber der nächst höheren Reifenbreite, da der Luft- und Rollwiderstand geringer ist. Allerdings sollte man hierbei auch wissen: Zehn Prozent weniger Rollwiderstand machten auf nasser Straße etwa acht Meter mehr Bremsweg bei 100 km/h aus.
Viele Reifenhersteller bieten aber auch
rollwiderstandsoptimierte Reifen an, die auf eine
Reifenlebensdauer von 45.000 km bezogen, durchschnittlich 80
Liter Benzin einsparen können (Quelle:
Michelin)!
Info1
Die
erste Minute nach einem Kaltstart ist jene, in der
der Kraftstoffverbrauch
am höchsten ist und in der die meisten Emissionen anfallen. Denn weder
Motor noch Katalysator arbeiten in dieser Zeit mit ihrer idealen
Betriebstemperatur.
Wer
also seine persönliche Verbrauchs- und
Emissionsbilanz verbessern will, sollte auf kurze Fahrten -
"mal schnell um die Ecke Zigaretten holen" - besser verzichten.
Das heißt nicht unbedingt weniger fahren, aber weniger Kurzstrecken
fahren.
Zur Verdeutlichung der Dimensionen: Der ADAC hat errechnet, dass ein
durchschnittlicher Benzinmotor in der zwar nur kurzen, wenige hundert
Meter langen Startphase rund 30 Liter/100 Kilometer verbraucht. Der
Großteil der HC-Emissionen
wiederum fällt in den ersten 40 Sekunden des MVEG-Zyklus
an.
Unnötigen Ballast
ausräumen, den Kofferraum nicht als Materiallager verwenden, denn
eine Zuladung von 100 kg
erhöht den Verbrauch um ca. 0,6 l (lt. ADAC)
Dachgepäckträger
entfernen - ein Mittelklassewagen verbraucht bei 130 km/h rund 27% mehr
Kraftstoff (8,7 l > 11 l)
Das Auto richtig
warten: ein verstopfter
Luftfilter verändert das Kraftstoff-/ Luftverhältnis - Ergebnis ist ein
deutlicher Mehrverbrauch mit sinkender Leistung. Abgenutzte und
verrußte Zündkerzen oder ein falscher Wärmewert der Zündkerze bewirken weniger
Leistung und Mehrverbrauch
bei einer Erhöhung
des Reifendrucks um nur 0,2 bar gegenüber der Herstellerangabe verringert
sich der Rollwiderstand um ca. 4% und bringt einen merklichen Spareffekt.
Dagegen verursacht schon ein um 0,5 bar zu geringer Reifendruck einen
Mehrverbrauch von ca. 5%. (s. a
Reifentipps)
Beim
Anlassen
kein Gas geben -
heutzutage nicht mehr nötig!
kein Warmlaufen
lassen, nach dem Start gleich losfahren
Beim
Anfahren
im 1. Gang nur anrollen
sofort in den 2.
Gang schalten
weiter
Beschleunigen
Gaspedal durchtreten, bei ca. 22 km/h
in den 3. Gang schalten
bei 35-40
km/h in den 4. Gang
und bei 40-45
km/h in den 5. Gang
das Gaspedal wird, außer im 5. Gang,
immer durchgetreten
also zügig hoch
schalten mit Vollgas jeweils bis 2000 1/min, d.h. in kurzer Zeit
viel Leistung abverlangen, um zügig hoch schalten zu können
um mit dem Schalten
mitzukommen, empfehle ich vom 3. direkt in den 5. Gang zu schalten!
im Fahrbetrieb
immer soweit beschleunigen wie es Sinn macht
und wie es von der Geschwindigkeit her erlaubt ist,
solange im höheren
Gang bleiben, wie der Motor ohne Ruckeln Gas annimmt; niedrigster
Verbrauch ist jeweils im höchsten Gang, der nicht ruckelt. Dies
bezeichnet man als niedertourig
fahren, jedoch nicht wie oft zu hören als "untertourig". Dieser Begriff ist
unsinnig.
Vorausschauend und
konstant fahren, Abstand halten,
In der Stadt
möglichst unter 2000 1/ min fahren
Moderne Fahrzeuge
können ohne Probleme mit 50 km/ oder darunter im 5. Gang bewegt werden
Merke:
Hoher Gang mit viel Gas ist sparsamer als niedriger Gang und wenig Gas!
Autobahn
Auf der Autobahn gilt die Vollgas-Regel natürlich nicht. Hie ist es
sinnvoll, sich dem Verkehrsfluss anzupassen und in der Nähe der
Richtgeschwindigkeit mit zu schwimmen.
Der höchste Gang bleibt stets
drin, auch in Baustellen oder am Berg.
Zurückschalten ist erst erlaubt,
wenn trotz Vollgas die Geschwindigkeit fällt. Und zwar frühestens, wenn
die Drehzahl des maximalen Drehmoments (Bedienungsanleitung)
unterschritten ist.
Schubphase
Möglichst
oft Fuß vom Gas: die Schubabschaltung wird aktiv, dies bedeutet es wird kein
Kraftstoff verbraucht! Die
Schubabschaltung ist so lange
aktiv, wie die Motordrehzahl über ca. 1500 U/min beim Benzinmotor
(Diesel 1/3 weniger) liegt (je nach Hersteller).
Schub (Schwung) nutzen
Beim Zurollen auf
eine Ampel,
auf einen
Ortseingang zu,
an eine Kolonne
heran
Hinweis:
Beim Gleiten, nicht den Motor abstellen (Servolenkung!).
Andere Verbraucher
elektrische
Verbraucher sinnvoll einsetzen
Standheizungen
brauchen ca. 1/4 l pro Stunde mehr
Klimaanlagen
brauchen zwischen 0,3 bis 0,7 l pro Stunde mehr
geöffnete Fenster
brauchen allerdings ebenfalls mehr (VW Golf bei 100 km/h ca. 0,6 l pro 100
km lt. ADAC)
Stop-and-Go
Hektisches Stop-and-Go bedeutet nur Stress und Mehrverbrauch
Noch einmal 30-50 %
Sprit lässt sich im Stop-and-Go Verkehr einsparen, wenn man den Motor
bereits bei Annäherung an den erkennbaren Stopp bei Fußgängertempo
(nicht höher) während des Auskuppelns abschaltet (erfordert evtl. Übung
und hohe Aufmerksamkeit). Ungeübte Autofahrer sollten dies unterlassen
lassen, um nicht als Liegenbleiber den Verkehr zu behindern.
Passfahrten
bei Passfahrten im
Gebirgen muss
selbstverständlich ein niedriger Gang die Bremswirkung unterstützen.
Aber sobald die Ebene erreicht ist - sofort in den höchsten Gang und
rollen lassen.
beim
Stehen
An der Ampel - Am
Bahnübergang - Im Stau gilt:Motor aus
ein Mittelklasse
Pkw produziert bei einem Ampelstopp von 45 Sekunden ca. 0,7 Kubikmeter
Abgas
Ein Leerlauf von
drei Minuten entspricht einer Fahrstrecke von einem Kilometer mit einer
Geschwindigkeit von 50 km/h
Im Stand: 1. Gang
eingelegt, Zündung anlassen
(Blinker, Lüftung usw.), aufmerksam bleiben
Dass die
oben beschriebene Fahrweise mit
dem Vollgas geben richtig ist, wird von vielen
"Spritsparschulen" auch so gelehrt. Der nachfolgende
Textauszug (Info 2) von Herrn Diekmann, liefert die Begründung.
Info 2
Haben Sie schon einmal versucht, sich beim Laufen ein Nasenloch
zuzuhalten? Genau so ergeht es Benzinmotoren in 95 Prozent der
Betriebszustände.
Dieses Nasenloch am Motor hat einen Namen: Drosselklappe. Sie bestimmt,
wie viel Luft und damit Kraftstoff der Motor bekommt. Und erzeugt
Drosselverluste. Sie bewirken, dass bei gar nicht oder gering geöffneter
Drosselklappe der größte Teil der aufgebrachten Energie für den
Ansaugvorgang benötigt wird.
..
Deshalb funktioniert die sparsamste Beschleunigung wie folgt:
Mit wenig Gas anrollen,
nach einer Wagenlänge in den zweiten Gang schalten und voll aufs Gas!
Aber nur, bis 2000/min erreicht sind (bei Motoren unter 1,6 Litern:
2500/min). Dann sofort in den Dritten und wieder Vollgas bis 2000/min. So
geht es weiter, bis das angepeilte Reisetempo erreicht ist. Dann gleich in
den höchstmöglichen Gang, fast immer ist es der fünfte (oder sechste),
auch in der Stadt - und rollen lassen.
Diese Fahrweise bewirkt
zweierlei: Sie lässt zum einen
den Motor im Bereich des optimalen Wirkungsgrads arbeiten, das voll
geöffnete Nasenloch (Drosselklappe) behindert nicht den Ansaugvorgang.
Wegen der niedrigen Drehzahlen strömt die Luft aber relativ langsam und
daher nur in geringen Mengen in die Brennräume, weshalb auch nur wenig
Kraftstoff dazugemischt wird. Zum anderen hält sie die Beschleunigungszeiten
kurz und damit den Zeitraum, in dem das Gas überhaupt betätigt wird.
Verglichen mit einem ungeübten Beschleunigungsvorgang, bei dem die Gänge
höher, aber mit weniger Gas ausgefahren werden, liegt die Ersparnis um 50
Prozent.
Zusätzliche
Vorteile bei kraftstoffsparender Fahrweise:
Weniger Stress -
Medizinische Untersuchungen belegen, dass eine harmonische Fahrweise die
Systeme des Körpers weniger belastet. Ein gelassenes Mitschwimmen und
eine vorausschauende Fahrweise lässt Stress-Symptome im Verkehr, die
zudem die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, erst gar nicht entstehen.
Weniger Schadstoffe
- Kohlenmonoxid (CO) beeinträchtigt die Sauerstoffaufnahme im Blut,
Kohlenwasserstoffe (HC) entstehen hauptsächlich durch Kaltstarts und beim
Beschleunigen und sind krebserregend, Stickoxide (NOx) reizen die
Schleimhäute und entstehen hauptsächlich bei Volllast, Ruß und Staub
werden bei der Verbrennung (hauptsächlich Diesel) erzeugt und sind als
Träger für polyzyklische Aromate krebserzeugend.
weniger Lärm - ein
Auto, dass mit 4000 1/min bewegt wird, erzeugt soviel Lärm wie 32
Fahrzeuge, die mit 2000 1/min, bei gleicher Geschwindigkeit gefahren
werden.
Versuche mit unterschiedlichem
Fahrstil haben die Auswirkungen auf Verbrauch und Emissionen gezeigt.
Simuliert wurden aggressiver und normaler Fahrstil, bestimmt durch
durchschnittliche und maximale Beschleunigungswerte. Das Ergebnis: Der
Verbrauch kann um bis zu 25 Prozent ansteigen.
Noch stärker ist die Auswirkung des Fahrstils auf die Emissionsbilanz
eines Autos, die abhängig von den Voraussetzungen (Kalt- oder Warmstart)
bei den HC-Emissionen um
bis zu 60 Prozent und mehr auseinanderliegen kann. Ebenso signifikant ist
der Zusammenhang zwischen Fahrstil und Stickstoffoxid-Emissionen.
Aggressives Fahren kann um bis zu 60 Prozent mehr NOx-Emissionen
verursachen als ein normaler Fahrstil.
Der
nachträgliche Einbau von so genannten Benzinspargeräten, wie sie von
einigen Herstellern angeboten werden, erzielen keine Vorteile! Das haben
Untersuchungen des ADAC eindeutig ergeben.
An
dieser Stelle soll auch dem ADAC und insbesondere Herrn Gottfried Wittmann
von der "Spritsparschule"" für die Unterstützung mit Infomaterial danken.