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Gleich eines vorweg:  Das Fahrzeug stehen zu lassen, wenn man auch zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren könnte, ist natürlich die beste Methode, um Kraftstoff zu sparen. Außerdem tut man so etwas für seine Gesundheit und schont dabei gleichzeitig die Umwelt. 

Allgemeine Hinweise und Kraftstoffspartipps

 

Kasten 1

Die erste Minute nach einem Kaltstart ist jene, in der der Kraftstoffverbrauch am höchsten ist und in der die meisten Emissionen anfallen. Denn weder Motor noch Katalysator arbeiten in dieser Zeit mit ihrer idealen Betriebstemperatur.  

Wer also seine persönliche Verbrauchs- und Emissionsbilanz verbessern will, sollte auf kurze Fahrten - "mal schnell um die Ecke Zigaretten holen" - besser verzichten. Das heißt nicht unbedingt weniger fahren, aber weniger Kurzstrecken fahren.

Zur Verdeutlichung der Dimensionen: Der ADAC hat errechnet, dass ein durchschnittlicher Benzinmotor in der zwar nur kurzen, wenige hundert Meter langen Startphase rund 30 Liter/100 Kilometer verbraucht. Der Großteil der HC-Emissionen wiederum fällt in den ersten 40 Sekunden des MVEG-Zyklus an.

 

 

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Kraftstoffsparende Fahrweise

Vor dem Start
  • Unnötigen Ballast ausräumen, den Kofferraum nicht als Materiallager verwenden, denn eine Zuladung von 100 kg erhöht den Verbrauch um ca. 0,6 l (lt. ADAC)
  • Dachgepäckträger entfernen - ein Mittelklassewagen verbraucht bei 130 km/h rund 27% mehr Kraftstoff (8,7 l > 11 l)
  • Das Auto richtig warten: ein verstopfter Luftfilter verändert das Kraftstoff-/Luftverhältnis - Ergebnis ist ein deutlicher Mehrverbrauch mit sinkender Leistung. Abgenutzte und verrußte Zündkerzen oder ein falscher Wärmewert der Zündkerze bewirken weniger Leistung und Mehrverbrauch
  • bei einer Erhöhung des Reifendrucks um nur 0,2 bar gegenüber der Herstellerangabe verringert sich der Rollwiderstand um ca. 4% und bringt einen merklichen Spareffekt. Dagegen verursacht schon ein um 0,5 bar zu geringer Reifendruck einen Mehrverbrauch von ca. 5%. (s. a Reifentipps)
Beim Anlassen
  • kein Gas geben - heutzutage nicht mehr nötig!
  • kein Warmlaufen lassen, nach dem Start gleich losfahren
Beim Anfahren
  • im 1. Gang nur anrollen
  • sofort in den 2. Gang schalten
weiter Beschleunigen
  • Gaspedal durchtreten, bei ca. 22 km/h in den 3. Gang schalten
  • bei 35-40 km/h in den 4. Gang
  • und bei 40-45 km/h in den 5. Gang
  • das Gaspedal wird, außer im 5. Gang, immer durchgetreten
  • also zügig hoch schalten mit Vollgas jeweils bis 2000 1/min, d.h. in kurzer Zeit viel Leistung abverlangen, um zügig hoch schalten zu können
  • um mit dem Schalten mitzukommen, empfehle ich vom 3. direkt in den 5. Gang zu schalten! (oder vom 2. in den 4.); noch besser: vom 1. in den 3. und dann in den 5. Gang
im Fahrbetrieb
  • immer soweit beschleunigen wie es Sinn macht und wie es von der Geschwindigkeit her erlaubt ist,
  • solange im höheren Gang bleiben, wie der Motor ohne Ruckeln Gas annimmt; niedrigster Verbrauch ist jeweils im höchsten Gang, der nicht ruckelt. Dies bezeichnet man als niedertourig fahren, jedoch nicht wie oft zu hören als "untertourig". Dieser Begriff ist unsinnig.
  • Vorausschauend und konstant fahren, Abstand halten, 
  • In der Stadt möglichst unter 2000 1/ min fahren
  • Moderne Fahrzeuge können ohne Probleme mit 50 km/ oder darunter im 5. Gang bewegt werden

  • Merke: Hoher Gang mit viel Gas ist sparsamer als niedriger Gang und wenig Gas!
Autobahn
  • Auf der Autobahn gilt die Vollgas-Regel natürlich nicht. Hie ist es sinnvoll, sich dem Verkehrsfluss anzupassen und in der Nähe der Richtgeschwindigkeit mitzuschwimmen. 
  • Der höchste Gang bleibt stets drin, auch in Baustellen oder am Berg. 
  • Zurückschalten ist erst erlaubt, wenn trotz Vollgas die Geschwindigkeit fällt. Und zwar frühestens, wenn die Drehzahl des maximalen Drehmoments (Bedienungsanleitung) unterschritten ist.
Schubphase
  • Möglichst oft Fuß vom Gas: die Schubabschaltung wird aktiv, dies bedeutet es wird kein Kraftstoff verbraucht! Die Schubabschaltung ist so lange aktiv, wie die Motordrehzahl über ca. 1500 U/min beim Benzinmotor (Diesel 1/3 weniger) liegt (je nach Hersteller).
  • Schub (Schwung) nutzen
  1. Beim Zurollen auf eine Ampel,
  2. auf einen Ortseingang zu,
  3. an eine Kolonne heran 

Hinweis: Beim Gleiten, nicht den Motor abstellen (Servolenkung!).

Andere Verbraucher
  • elektrische Verbraucher sinnvoll einsetzen
  • Standheizungen brauchen ca. 1/4 l pro Stunde mehr
  • Klimaanlagen brauchen zwischen 0,3 bis 0,7 l pro Stunde mehr

 

  • geöffnete Fenster brauchen allerdings ebenfalls mehr (VW Golf bei 100 km/h ca. 0,6 l pro 100 km lt. ADAC)

Stop-and-Go
  • Hektisches Stop-and-Go bedeutet nur Stress und Mehrverbrauch
  • Noch einmal 30-50 % Sprit lässt sich im Stop-and-Go Verkehr einsparen, wenn man den Motor bereits bei Annäherung an den erkennbaren Stopp bei Fußgängertempo (nicht höher) während des Auskuppelns abschaltet (erfordert evtl. Übung und hohe Aufmerksamkeit). Ungeübte Autofahrer sollten dies unterlassen lassen, um nicht als Liegenbleiber den Verkehr zu behindern.
Passfahrten
  • bei Passfahrten im Gebirgen muss selbstverständlich ein niedriger Gang die Bremswirkung unterstützen. 
  • Aber sobald die Ebene erreicht ist - sofort in den höchsten Gang und rollen lassen. 
beim Stehen
  • An der Ampel - Am Bahnübergang - Im Stau gilt: Motor aus
  • ein Mittelklasse Pkw produziert bei einem Ampelstopp von 45 Sekunden ca. 0,7 Kubikmeter Abgas 
  • Ein Leerlauf von drei Minuten entspricht einer Fahrstrecke von einem Kilometer mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h
  • Im Stand: 1. Gang eingelegt, Zündung anlassen (Blinker, Lüftung usw.), aufmerksam bleiben
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Dass die Fahrweise mit dem Vollgas geben richtig ist, wird von vielen "Spritsparschulen" auch so gelehrt Der nachfolgende Textauszug (Tabelle 2) von Herrn Diekmann, liefert die Begründung.

 

Tabelle 2

"Haben Sie schon einmal versucht, sich beim Laufen ein Nasenloch zuzuhalten? Genau so ergeht es Benzinmotoren in 95 Prozent der Betriebszustände.


Dieses Nasenloch am Motor hat einen Namen: Drosselklappe. Sie bestimmt, wie viel Luft und damit Kraftstoff der Motor bekommt. Und erzeugt Drosselverluste. Sie bewirken, dass bei gar nicht oder gering geöffneter Drosselklappe der größte Teil der aufgebrachten Energie für den Ansaugvorgang benötigt wird.
..
Deshalb funktioniert die sparsamste Beschleunigung wie folgt:

Mit wenig Gas anrollen, nach einer Wagenlänge in den zweiten Gang schalten und voll aufs Gas! Aber nur, bis 2000/min erreicht sind (bei Motoren unter 1,6 Litern: 2500/min). Dann sofort in den Dritten und wieder Vollgas bis 2000/min. So geht es weiter, bis das angepeilte Reisetempo erreicht ist. Dann gleich in den höchstmöglichen Gang, fast immer ist es der fünfte (oder sechste), auch in der Stadt - und rollen lassen.

Diese Fahrweise bewirkt zweierlei: Sie lässt zum einen den Motor im Bereich des optimalen Wirkungsgrads arbeiten, das voll geöffnete Nasenloch (Drosselklappe) behindert nicht den Ansaugvorgang. Wegen der niedrigen Drehzahlen strömt die Luft aber relativ langsam und daher nur in geringen Mengen in die Brennräume, weshalb auch nur wenig Kraftstoff dazugemischt wird. Zum anderen hält sie die Beschleunigungszeiten kurz und damit den Zeitraum, in dem das Gas überhaupt betätigt wird.
Verglichen mit einem ungeübten Beschleunigungsvorgang, bei dem die Gänge höher, aber mit weniger Gas ausgefahren werden, liegt die Ersparnis um 50 Prozent.

..

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Zusätzliche Vorteile bei kraftstoffsparender Fahrweise:

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Zum Thema aggressives Fahrverhalten:

 

 

Versuche mit unterschiedlichem Fahrstil haben die Auswirkungen auf Verbrauch und Emissionen gezeigt. Simuliert wurden aggressiver und normaler Fahrstil, bestimmt durch durchschnittliche und maximale Beschleunigungswerte. Das Ergebnis: Der Verbrauch kann um bis zu 25 Prozent ansteigen.

Noch stärker ist die Auswirkung des Fahrstils auf die Emissionsbilanz eines Autos, die abhängig von den Voraussetzungen (Kalt- oder Warmstart) bei den HC-Emissionen um bis zu 60 Prozent und mehr auseinanderliegen kann. Ebenso signifikant ist der Zusammenhang zwischen Fahrstil und Stickstoffoxid-Emissionen. Aggressives Fahren kann um bis zu 60 Prozent mehr NOx-Emissionen verursachen als ein normaler Fahrstil.

Quelle: TU Wien

 

Berechnung des

Kraftstoffverbrauchs:

Tankmenge in Liter x 100

Verbrauch pro 100 km     =                               ____________________________

gefahrene Kilometer

Hinweis:

Der nachträgliche Einbau von so genannten Benzinspargeräten, wie sie von einigen Herstellern angeboten werden, erzielen keine Vorteile! Das haben Untersuchungen des ADAC eindeutig ergeben.

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Links

Persönliche Anmerkung:

Der Autor hat seine Fahrweise in den letzten Jahren umgestellt und kann bestätigen, dass sich der Kraftstoffverbrauch meiner Fahrzeuge dadurch deutlich reduziert hat.


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Überarbeitet: 24.01.10

Wiesinger