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Sprit sparen mit Leichtlaufölen

Seit 2002 sind die Kraftstoffpreise um bis zu 50 Prozent gestiegen. Ein Ende der Preissteigerungen bei Benzin und Diesel ist derzeit nicht absehbar. Umso wichtiger ist es, Kraftstoffe möglichst effizient einzusetzen und den Verbrauch zu senken. Dabei ist Spritsparen keine Hexerei, bereits einfache Maßnahmen können hier helfen: Die Initiative "ich & mein auto" der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) empfiehlt dazu den Einsatz von Leichtlaufölen, denn das spart Sprit - und damit über 70 Euro pro Jahr. 

 

Schaubild Leichtaluföl
Mit Leichtlaufölen lässt sich Kraftstoff sparen


Wer Leichtlauföle nutzt, spart nicht nur Kraftstoff, sondern erhöht auch die Lebensdauer des Motors, betont dena-Bereichsleiter Christian Rumpke. "Pkw-Fahrer können so ohne Verzicht auf Auto, Komfort und Fahrspaß die Schadstoffbelastung senken und aktiv zum Klimaschutz beitragen."

Anforderungen an moderne Motoröle

An die Qualität moderner Motorenöle werden eine Menge Anforderungen gestellt. Unter anderem sind das:

  • Schmierung, Reibungs und Verschleißverminderung
  • Abdichtung
  • Hydraulische Kraftübertragung (z.B. Hydrostößel)
  • Korrosionsschutz von Metalloberflächen
  • Schutz vor sauren und oxidierenden Verbrennungsabgasen
  • Wärmeabfuhr
  • Vermeidung von Ablagerungen (Verkokungen, Schlämmen)

Leichtlauföle sind speziell entwickelte synthetische Motoröle, die über die Reibungsverringerung im Motor, an der Kurbelwelle, an den Kolben, in den Zylindern und an der Nockenwelle,  den Kraftstoffverbrauch um rund vier Prozent senken. Außerdem wird die Arbeit der Ölpumpe erleichtert.

Kraftstoffeinsparpotenzial

Der ADAC hat in entsprechenden Tests bereits vor einiger Zeit ermittelt, dass bei überwiegendem Kurzstreckenverkehr mit einem Kraftstoffspareffekt von 4 bis 6 Prozent gerechnet werden kann, und bei gemischtem Fahrbetrieb (Stadt- und Überlandfahrt) mit einer Einsparung von 2 bis 4 Prozent zu rechnen ist. Auf der Autobahn könne der Spareffekt auch unter 2 Prozent sinken. .

Zugleich erhöhen moderne Leichtlauföle die Lebensdauer des Motors, verbessern dessen Leistungsfähigkeit und helfen bei der Senkung des CO2-Ausstoßes. In der Anschaffung sind Leichtlauföle gegenüber konventionellen Motorölen zwar etwas teurer, entlasten aber langfristig den Geldbeutel aufgrund des Spritspar-Effekts.

Leichtlauföle sind an der folgenden Ziffern- und Buchstabenkombination auf dem Etikett zu erkennen: 0W oder 5W. Vor einem Ölwechsel sollte unbedingt ein Blick in die Bedienungsanleitung geworfen werden, um das für den Motor passende Öl zu wählen. Wer dazu keine Angaben findet oder unsicher ist, ob ein Öl spritsparend ist, kann gezielt bei Werkstätten, dem Fachhandel oder der heimischen Tankstelle nach Leichtlaufölen fragen. Weitere Informationen zur Initiative unter www.ichundmeinauto.info oder bei der kostenlosen Energie-Hotline: 08000 736 734. "ich & mein auto" ist eine Aktionsplattform für die effiziente Nutzung von Kraftstoffen. Sie wird von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und Partnern aus der Wirtschaft getragen sowie durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.

Ein modernes Öl ist ein Produkt in dem die vielen Eigenschaften aufeinander abgestimmt werden mussten. Deshalb ist ein Öl auch nicht gerade billig, insbesondere weil auch viel Entwicklungsarbeit drin steckt.

Lohnt es sich also, auf ein teures High-Tech-Öl umzusteigen?

 

Der Umwelt zuliebe lohnt es sich auf alle Fälle: Weniger Verbrauch bedeutet auch weniger CO² in der Atmosphäre. Aber abgesehen davon haben Berechnungen der DENA ergeben, dass man durchaus 70,- € an Kraftstoff im Jahr einsparen kann.

Aber amortisiert sich das auch auf Grund des teureren Öls?

Laut eines Experten des Schmierstoffherstellers Castrol kann man beispielsweise mit einem Mercedes-Benz A 160 mit 1,6-Liter-Motor pro Ölwechselintervall  rund 35 Euro einsparen.

Leichtlauföl Diagramm
Der Einsatz von Leichtlaufölen rechnet sich schon bei einer Fahrleistung von rund 10000 km.


Die Rechnung basiert auf einer Laufleistung von 20 000 Kilometern und einem angenommenem Verbrauch von 8,2 Litern Superbenzin je 100 Kilometern. Bei einem Kraftstoffliterpreis von 1,23 Euro summieren sich die Kosten inklusive 4,5 Liter herkömmlichem Motoröl für 18 Euro pro Liter auf 2 098 Euro. Bei der Verwendung von Leichtlauföl mit einem Literpreis von 28 Euro soll sich aufgrund des um 0,3 Liter gesunkenen Kraftstoffverbrauchs eine Summe von 2 063 Euro ergeben.

Legt man einen aktuellen Kraftstoffverbrauch von 1,40 € zu Grunde, dann ergibt das eine Einsparung unterm Strich von 44,- €. Bereits ab rund 2 % Kraftstoffeinsparung lohnen sich die Mehrkosten für das teurere Öl. Oder anders gerechnet: Der Einsatz von Leichtlaufölen rechnet sich schon bei einer Fahrleistung von rund 10000 km. Ob teures Öl den Geldbeutel belastet, hängt aber auch davon ab, wie oft ein Ölwechsel durchgeführt werden muss oder wie viel Öl zwischendurch nachgefüllt werden muss. Gerade bei Fahrzeugen mit Ölwechselintervallverlängerung macht sich das positiv bemerkbar. Und es hängt auch davon ab, wie oft Öl nachgefüllt werden muss.

Ältere Fahrzeuge

Schlechter sieht die Rechnung natürlich für ältere Motoren mit höherem Ölverbrauch aus. Aber auch hier kann es sich noch lohnen, auf das neue Öl umzusteigen, vor allem dann, wenn der Kurzstreckenverkehr mit häufigen Kaltstarts überwiegt. Das dünnflüssigere Öl ist nach dem Start im Motor schneller vor Ort, an den kritischen Schmierstellen. Der Kaltstartverschleiß wird gemindert, die Lebensdauer des Motors verlängert, und der Anlasser braucht weniger Leistung. Klar, dass sich das vor allem bei winterlichen Temperaturen auswirkt. Ein 0W-Öl ist immerhin auch bei minus 30°C noch voll schmiertauglich (ein15W-Öl bis -15°C).

Doch genau diese Dünnflüssigkeit gibt bei vielen Autofahrern Anlass zu Bedenken: Wird sich der Ölverbrauch nicht erhöhen, wenn ich auf eins der neuen Leichtlauföle umsteige? Grundsätzlich nein - wenn der Motor in Ordnung ist. Sind allerdings bereits Undichtigkeiten vorhanden (Wellendichtungen, Ventilschaftabdichtungen), dann sind solche Leichtlauföle kaum zu empfehlen. In Versuchsmotoren der Industrie wurden jedenfalls keine signifikanten Ölverbrauchsunterschiede zwischen 15W- und 0W-Ölen festgestellt.

Heißlaufgefahr des Motors?

Nein, es besteht keine Gefahr, dass der Motor durch den dünneren Saft heiß laufen kann! Auch im oberen Temperaturbereich bleibt die Schmierfähigkeit voll erhalten. Durch das bessere Fließverhalten wird die Motorwärme besser abgeführt, der Motor bleibt auch bei voller Last kühler. Die vollsynthetischen Motorenöle sind auch alterungsbeständiger als herkömmliche Mineralöle.

Wer gerne den Ölwechsel in Eigenregie machen möchte, bekommt hier die richtigen Tipps.

Fazit

Bei Motoren mit geringem Ölverbrauch würde eine Umstellung auf moderne Hochleistungs-Leichtlauföle nicht nur den Spritverbrauch senken, bei häufigen Kaltstarts die Motorlebensdauer verlängern und die Umwelt entlasten. Auch der Mehrpreis amortisiert sich schnell, wenn überwiegend Kurzstrecken und Kaltstarts angesagt sind.

Quellen: ADAC, Dena, BMU, Castrol, Mercedes,


Johannes Wiesinger
bearbeitet: 07.12.2016

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