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Gebrauchtwagen Check - Kfz Checkliste für den Gebrauchtwagenkauf


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Vorsicht beim Gebrauchtwagenkauf

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens ist trotz des verbesserten Produkthaftungsgesetzes grundsätzlich immer Vorsicht geboten. Grundsätzlich gilt: Schauen Sie sich die Papiere und den Verkäufer genau so gut an, wie den Wagen. Man sollte beim Kauf eines gebrauchten Pkw dennoch nicht auf den schönen Schein hereinfallen. Manchmal sind scheinbare alte Rostlauben technisch noch top. Viele Verkäufer machen andererseits den durchaus legitimen Versuch, ihren Wagen zu einem besseren Preis verkaufen zu können, indem sie ihn innen gründlich säubern und außen besonders schön polieren.

Gebrauchtwagen

Gebrauchtwagen Check - Thorben Wengert Pixelio

Gebrauchtwagen aus dem Internet

Denn unter den vielen seriösen Anbietern finden sich mitunter auch schwarze Schafe, die Mängel am Fahrzeug verschweigen möchten. Deshalb sollte man nicht nur beim Händler, sondern auch bei privaten Verkäufern ganz genau hinschauen. Viele Gebrauchtwagen findet man durch Inserate in Zeitungen oder im Internet. Es gibt zum Beispiel jede Menge Gebrauchtwagen bei Quoka, die in der Anzeige einen guten Eindruck machen. Dennoch gilt: Man sollte auf keinen Fall ein Auto ungesehen kaufen. Dies bedeutet aber nicht, dass generell vom Autokauf über Kleinanzeigen abzuraten ist. Oft ist ein Gebrauchtwagen auf diesem Weg sogar günstiger zu haben als beim Händler, weshalb der Privatverkauf nach wie vor beliebt ist und durch das Internet sogar noch zunimmt. Denn Online-Inserate erreichen in der Regel deutlich mehr Menschen als Zeitungsanzeigen. Die meisten Angebote sind seriös, dennoch ist es wichtig, den gewünschten Wagen vor dem Kauf genau zu untersuchen und sich den einwandfreien Zustand schriftlich bestätigen zu lassen.

Die Finanzierung

Noch kurz zur Finanzierung: Privatleute bezahlen beim Kauf eines Gebrauchtwagens in der Regel bar. Das ist sinnvoll, denn natürlich möchte der Verkäufer sein Auto nicht herausgeben, ohne das Geld zu bekommen. Im Gegenzug würde der Käufer sein Geld erst dann übergeben, wenn er das Auto und die dazugehörigen Papiere hat. Hat man als Käufer nicht so viel Geld, kann man sich im Vorfeld um einen Kleinkredit kümmern (direkt bei seiner Sparkasse, beispielsweise der BLSK).

Unsere Checkliste Gebrauchtwagenkauf, wie sie unter anderem auch Automobilclubs ihren Mitgliedern zur Hand geben, hilft bei der Kfz- Bewertung, ganz egal welche Automarke der Interessent im Visier hat.

Der Außen-Check mit Rostkontrolle

  • Türschweller, Längsträger, Radlaufecken, Kotflügelkanten kontrollieren, auch in versteckte Winkel schauen (Taschenlampe nicht vergessen).
  • Unterbodenschutz geprüft? Einzelne aufgeworfene Stellen signalisieren Rost. 
  • Ist der Unterbodenschutz nagelneu? Das ist verdächtig.
  • Auspuffanlage anschauen (Rost, gerissene Halterungen). 
  • Prüfen Sie alle Gummidichtungen (Fenster, Kofferraum, Türen und Schiebedach). Sind sie undicht, droht Rost.
  • Sind Scheinwerfer-Reflektoren matt, sind Leuchten innen beschlagen (undicht)?
  • Bei einem Cabrio: Verdeck mehrmals öffnen und schließen.

Unfallwagen?

  • Achten Sie auf Farbdifferenzen, Lackreste an Tür- und Scheibengummis, schlecht eingepasste Türen und Hauben, Schweißnähte an Unterboden, Radläufen, Karosserieträgern. 
  • Dicke Spachtelstellen? Magnettest machen.

Innen-Check:

  • Heben Sie Matten im Innen- und Kofferraum an. Ist es darunter feucht, findet sich in den Ecken Rost.
  • Pedalgummis genau anschauen. Starke Abnutzung deutet auf hohe
    Kilometerleistung und/oder häufigen Kurzstreckenbetrieb hin. Vorsicht bei nagelneuen Gummis: Hier soll ein wenig benutztes Auto vorgegaukelt werden.
  • Funktionieren alle Schalter und Kontrollleuchten?
  • Ist die Bedienungsanleitung des Autos vorhanden?
  • Lassen sich die Sitze noch in alle Positionen verstellen?
  • Sind die Sicherheitsgurte und ihre Befestigungen in Ordnung?
  • Sind die Gurte verschmutzt oder gar an den Kanten abgeschabt - dann sollten sie erneuert werden.
  • Schonbezüge entfernen, Originalbezüge prüfen. Wenn Sitze schon stark abgenutzt 
    oder durchgesessen sind, lässt das auf eine hohe Fahrleistung schließen.
  • Gebläse und Heizung prüfen. Geräusche beachten. Stinkt die Heizung?

Motorraum-Check

  • Motorraum anschauen: Motor vor allem an der Unterseite trocken und sauber?
  • Motorraum verölt/schmutzig oder piekfein hergerichtet: Minuspunkte.
  • Öffnen Sie den Öleinfülldeckel. Treten Gase aus, können die Kolbenringe verschlissen sein.
  • Schläuche und Kühler auf Dichtigkeit kontrollieren. Kalkspuren weisen auf undichte Stellen hin.
  • Kühlwasser sprudelt bei laufendem Motor (Zylinderkopfdichtung defekt
  • Batterie prüfen: Schalten Sie alle Stromverbraucher gleichzeitig ein, sie muss es verkraften.
  • Ölstand kontrollieren. Glitzernde Metallteile am Peilstab weisen auf verschlissene Kurbelwellenlager hin.
  • Kühlflüssigkeit prüfen. Sie darf nicht ölig oder rostig sein.
  • Das Batteriegehäuse darf keine Risse oder Beschädigungen haben, die Pole sollten gut eingefettet sein.

Die Probefahrt

Grundregeln: Sie fahren selbst. Die Strecke muss lang genug sein, Kurven und Steigungen sowie ein schlechtes Straßenstück bieten. Handelt es sich um ein abgemeldetes Auto: Probefahrt nur mit rotem Kennzeichen starten. Sonst machen Sie sich strafbar.

Motor anlassen: 

  • Springt er sofort an und läuft im Leerlauf gleichmäßig? 
  • Springt der Motor auch im kalten Zustand sofort an?
  • Werfen Sie beim Anlassen einen Blick auf die Temperaturanzeige. Hat das Kühlwasser schon Betriebstemperatur wurde das Auto vorher bereits warmgefahren.
  • Harte Klopfgeräusche zu hören? (Vorsicht Motorschaden)
  • Schalten Sie Radio und Gebläse aus. Dann entgehen Ihnen keine Klappergeräusche.
  • Ist der Auspuff dicht? Mit einem Lappen oder der Schuhsohle zuhalten (Vorsicht, 
    heiß). Der Motor muss nach einigen Sekunden absterben.

Nach dem Warmfahren:

  • Motor geht im Leerlauf nicht aus und nimmt spontan Gas an 
    (wenn nicht: Einspritzanlage oder Zündung nicht in Ordnung).
  • Beschleunigen Sie kräftig, dabei darf es nicht metallisch klappern (Kolben oder Nockenwelle defekt).
  • Nehmen Sie während der Fahrt abrupt Gas weg. Knallt der Motor, gelangt unverbranntes Gemisch in den Auspuff (undichte Auslassventile oder defekte Zündung).
  • Werfen Sie einen Blick in den Rückspiegel: Qualmt es beim Gaswegnehmen, können 
    Ventilführungen oder Kolbenringe verschlissen sein. Folgen: erhöhter Ölverbrauch, bei Kat-Autos ist bei der nächsten AU vermutlich ein neuer Kat fällig.

Der Getriebe-Check

  • Kupplungstest 1: Im Stand und bei laufendem Motor Gänge einlegen. Das muss leicht und ohne Kratzgeräusche gehen. Sonst trennt die Kupplung nicht richtig.
  • Kupplungstest 2: Handbremse anziehen, zweiten Gang einlegen und versuchen, 
    mit angezogener Bremse loszufahren. Läuft der Motor weiter, rutscht die Kupplung - sie ist verschlissen.
  • Kupplungstest 3: Ersten Gang einlegen, Kupplungspedal ohne Gasgeben langsam 
    kommen lassen. Der Wagen muss sich nach zwei Dritteln des Pedalwegs in Bewegung 
    setzen.
  • Lassen sich die Gänge leicht und ohne Hakeln einlegen? Besonders gut merkt man 
    Kratzer beim Zurückschalten in den zweiten Gang.
  • Nehmen Sie während der Fahrt bei eingelegtem Gang das Gas weg - heult das Getriebe im Schiebebetrieb (Gangräder abgenutzt).
  • Kupplungsspiel (Pedal) prüfen (maximal drei Zentimeter Spiel).
  • Kratzt es beim schnellen Durchschalten (Synchronringe)?
  • Das Spiel der Antriebswellen prüfen: Versuchen Sie, die Wellen mit der Hand hin- und her zu drehen. Das Spiel darf dabei nur gering sein.
  • Differential-Hörprobe: Am Heulen ist ein verschlissenes Differenzial zu erkennen.
  • Auf undichte Stellen oder Schäden am Gestänge prüfen.

Der Fahrwerks-Check

  • Gummimanschetten der Antriebswellen prüfen - sind sie dicht? Wenn nicht können Schmutz und Feuchtigkeit eindringen. Dann drohen über kurz oder lang teure Reparaturen.
  • Kardanwellen-Test: In einem unteren Gang abrupt Gas weg und sofort wieder beschleunigen; wenn es knackt - Kreuzgelenke zu viel Spiel.
  • Reifen einseitig abgefahren? Ist die Radaufhängung beschädigt, verzogene Karosserie nach Unfall - Fahrzeug muss vermessen werden.
  • Fahrwerk prüfen: Holperstrecke fahren; poltert Fahrwerk besonders, ist die Radführung ausgeschlagen oder die Stoßdämpferbefestigung locker.
  • Gleichmäßige Profilauswaschungen an den Reifen zu sehen? Dann sind die 
    Stoßdämpfer defekt.
  • Schwimmt das Auto, sind Stoßdämpfer verschlissen.
  • Stoßdämpfer auf Ölspuren und Feuchtigkeit prüfen.
  • Vibriert Lenkrad auf ebener Straße, oder flattert es gar? Ursache: defekte Felgen oder Räderunwucht.
  • Räder auf Spiel prüfen: Mit den Händen kräftig daran ruckeln. Zuviel Spiel: Die Radlager sind ausgeschlagen.
  • Lenkrad-Spiel prüfen. Bei gerade stehenden Rädern darf es sich höchstens zwei 
    Fingerbreit bewegen lassen. Wackelt es stärker, ist das Lenkgetriebe verschlissen.

Bremsentest:

  • In ruhiger Straße bei Tempo 30 bis 40 Lenkrad loslassen, stark abbremsen (Vorsicht). Das Auto muss in der Spur bleiben.
  • Bei Bremsentest dürfen keine metallischen Geräusche zu hören sein - sonst teure Reparaturen.
  • Handbremsentest: Bei Schrittgeschwindigkeit Handbremse anziehen, Hinterräder müssen sofort blockieren.
  • Bremsscheiben auf Riefen prüfen (Rad demontieren).
  • Bremsbeläge mindestens fünf Millimeter dick?
  • Das Bremspedal darf sich auch bei längerem Druck nicht bis aufs Blech treten lassen - wenn ja: Bremszylinder undicht.

Reifen

  • Ist das Reifenprofil in Ordnung (mindestens vier Millimeter)?
  • Sind Reifengrößen, Fabrikat und Bauart identisch, auch beim Reserverad?
  • Stimmen die Reifengrößen mit den Angaben in den Papieren überein?
  • Sind Breitreifen in die Papiere eingetragen?
  • Sind Alu-Räder (falls ohne ABE) in die Papiere eingetragen?
  • Wenn mit ABE: Liegt sie den Papieren bei? Vorsicht: Gibt es hier Ungereimtheiten, erlischt die Betriebserlaubnis (und der Versicherungsschutz). Finger weg.

Die Papiere und der persönliche Eindruck

Beim Autokauf ist nicht nur die technische Durchsicht wichtig, sondern auch der persönliche Eindruck, sprich das Bauchgefühl.

Überlegen Sie: Handelt es sich beim Verkäufer um den der auch im Kfz-Brief (Zulassungsbescheinigung Teil II) steht? Wenn nein: Liegt eine Einwilligung zum Verkauf vor?

Fragen Sie auch immer nach der Vorgeschichte: Hatte der Wagen einen Unfall oder Vorschäden? Wichtig: Lassen sie sich das auf Fall schriftlich bestätigen.

Stimmen Baujahr, Kilometerstand u. technische Daten mit dem Angebot überein? Stimmt die Fahrgestellnummer im Brief mit dem dem Typenschild überein?

Liegen für vorhandene Sonderausstattungen wie z.B. Breitreifen oder Sportluftfilter auch eine ABE vor?

Schauen Sie die Einträge im Kundendienstscheckheft  an und vergleichen Sie diese mit vorhandenen Werkstatt Rechnungen und TÜV Berichten. Ist der Kilometerstand plausibel?

Lesen Sie hierzu auch unseren Bericht zur Tachomanipulation.

Quelle: Motor-Presse-Stuttgart, Schwacke Gebrauchtwagenkauf

Interessant sind auch die Autokauf-Check-Tipps vom ADAC

Lesen Sie auch: Neu-oder Gebrauchtwagen? - was ist besser? - Wie kann man bei der Autoversicherung sparen?

 



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Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 19.02.2015

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