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Kraftstoffe

Allgemein kann man davon ausgehen, dass in absehbarer Zeit an Benzin und Diesel als Energiequelle für unsere Autos kein Weg vorbei führt. Ebenso sicher ist, dass sich ihre Qualität im Wechselspiel von Gesetzgebung und technischer Weiterentwicklung in den nächsten Jahren kontinuierlich verbessern wird. Denn der große Vorteil verbesserter Kraftstoffqualität ist, dass sie - anders als eine neue Motortechnik - über die Zapfsäule sofort eine breite Wirkung im Verkehr erzielen kann.

Kraftstoffe sind Gemische aus vielen verschiedenen Kohlenwasserstoffen, die durch Raffination von Rohöl gewonnen werden. Kraftstoffe sind bei Raumtemperatur flüssig und leicht entflammbar.

Neben den "natürlichen" Bestandteilen sind jeder Kraftstoffart Additive beigefügt, chemische Zusätze, die unterschiedliche Funktionen übernehmen: etwa als Antiklopfmittel, zur Verbesserung der Kaltstarteigenschaften oder auch zur Reinigung des Ansaugsystems, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Kraftstoffe verbrennen nicht vollkommen rückstandsfrei und verursachen daher Emissionen, die man in zwei Kategorien einteilen kann: Jene Emissionen, die während des Fahrens entstehen (im Wesentlichen CO, HC, NOx und Partikel) und die Verdampfungsemissionen, die abhängig von der Umgebungstemperatur sowohl im Stillstand als auch während des Fahrens auftreten.

Früher gehörte Blei als Antiklopfmittel zu den zwar sehr wirksamen, aber eben auch gesundheitsschädlichen Zusätzen im Benzin. Blei ist schon seit Jahren durch nicht weniger wirksame, aber gesundheitlich unbedenkliche Mittel ersetzt. Eine Entwicklung, die auch durch den Einsatz von Dreiwegkatalysatoren beschleunigt wurde, die nur mit bleifreiem Benzin funktionieren.

Vor nicht allzu langer Zeit stand noch die Reduktion des Schwefelanteils in den Kraftstoffen zur Diskussion. Schwefel ist an sich ein natürlicher, aber unbeliebter Bestandteil des Rohöls:

Daher drängt die Autoindustrie auf  möglichst keinen Schwefelgehalt im Treibstoff. Seit Anfang 2000 schreiben die gesetzlichen Regelungen der EU eine maximale Obergrenze von 150 ppm (parts per million) Schwefel für Benzin und 350 ppm für Diesel vor. Diese Grenzwerte werden im Jahr 2005 auf jeweils 50 ppm weiter reduziert.

Die Automobilindustrie fordert weniger als 10 ppm. Manche Mineralölfirmen bieten auch schon Super Plus mit deutlich reduziertem Schwefelgehalt an, etwa Shell in Deutschland (10 ppm) oder die OMV in Österreich (30 ppm).

Benzin und Diesel haben gegenüber anderen Kraftstoffen wie etwa Wasserstoff oder gegenüber Strom einen enormen Vorteil: Sie sind in den Bereichen Energieinhalt und Speichermöglichkeit fast unschlagbar. Deshalb werden herkömmliche Kraftstoffe in absehbarer Zeit weiterhin die hauptsächliche Energieversorgung unserer Autos übernehmen. Alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff werden allerdings als wichtige Nischenprodukte an Bedeutung gewinnen.

Es kommt auf jeden einzelnen Autofahrer an, wie der Verbrauchs- und Emissionshaushalt jedes einzelnen Fahrzeugs auf unseren Straßen tatsächlich aussieht. Lesen Sie hierzu den Bericht über spritsparende Fahrweise.

Ein Versiegen der wertvollen Quellen ist aus heutiger Sicht noch nicht absehbar. Denn trotz einer jährlichen Rohölförderung von rund 3,5 Milliarden Tonnen nehmen die gewinnbaren Reserven nicht ab, sondern zu: von 1979 bis 1998 beispielsweise um 61 Prozent von 87,4 auf 140,6 Tonnen. Das ergibt eine Reichweite von mehr als 40 Jahren. Berücksichtigt man hingegen unkonventionelle Förderungstechnologien, sind die Ölreserven auf mehrere hundert Jahre gesichert. Und bis dahin wird der edle Saft wahrscheinlich längst synthetisch hergestellt.

siehe auch:  | Direkteinspritzung |

siehe weiter:| EU Abgaswerte | EOBD | CO | HC | NOxSO2 | Partikel  | Der neue Fahrzyklus |Treibhauseffekt | Katalysator |

Quelle: TU Wien

Wiesinger

bearbeitet am: 26.08.10