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Die Scheinwerfereinstellung

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Die

Scheinwerfereinstellung mit einem Scheinwerfereinstellgerät


gehört wie auch der Ölwechsel ganz selbstverständlich zu jedem Kundendienst dazu. Bei den Werkstättentests der Autozeitschriften wird meist deshalb auch ein Scheinwerfer bewusst von  den Testern vorher verstellt. 

Die korrekte Einstellung ist enorm wichtig:

  • Bei zu niedrig eingestellten Scheinwerfern verliert der Fahrer entscheidende Meter an Sichtweite. 
  • Bei zu hoch eingestellten Scheinwerfern wird man zu einem gefährlichen Blender.

  Lesen Sie auch den Bericht über den Lichttest.


Scheinwerfereinstellgerät von Hella 

 

Kontrollgerät
Scheinwerfereinstellgerät - Blick auf die Hell-Dunkel-Grenze

Voraussetzungen zur Scheinwerfer Einstellung

  • Bei Fahrzeugen mit automatischer Leuchtweitenreglung (bei Xenon-Licht vorgeschrieben), sind grundsätzlich die Angaben des Herstellers zu beachten. In der Regel ist der Motor 30 s laufen zu lassen und das Auto vor und zurück zu bewegen, damit die Achse korrigieren kann

  • Bei Fahrzeugen mit manueller Leuchtweitenreglung ist die Verstelleinrichtung auf die Grundstellung einzustellen. Bei älteren Fahrzeugen befindet sich diese oberhalb der Scheinwerfer, bei moderneren ist ein Schalter neben dem Lichtschalter angebracht. Lesen Sie hierzu auch die Info Leuchtweitenregulierung.

  • Die richtige Neigung muss nach Herstellerangaben überprüft werden. Bei den meisten Scheinwerfern liegt der einzustellende Neigungswinkel bei 1,2 %, bei einigen Scheinwerfern beträgt die Neigung auch 1%. Ist der einzustellende Neigungswinkel beispielsweise 1,2 %, so bedeutet dies, dass das Licht sich bei 10 m Entfernung um 12 cm absenkt. Deshalb stellt man am Scheinwerfereinstellgerät auch 12 ein.

  • Welcher Wert einzustellen ist, findet man in der Nähe der Scheinwerfer. Dort befindet sich meist ein hinweisender  Aufkleber oder man achtet auf die Angabe am Scheinwerfer.

  • Nebelscheinwerfer sind auf 2% einzustellen, was bedeutet, dass das Scheinwerfereinstellgerät auf 20 einzustellen ist.

 

e = 1,2% = H - 12 cm

 

 

Vorbereitung des Fahrzeuges nach StVZO

  • Die Anweisungen des Herstellers sind zu beachten.

  • Die Reifen müssen den vorgeschriebenen Luftdruck aufweisen.

  • Der Fahrersitz ist mit 75 kg oder einer Person zu belasten.

  • Ein ebener Untergrund ist die Voraussetzung für die richtige Einstellung der Scheinwerfer (Bodenunebenheit nicht > 1 mm/m.

 

 

 

 

Einstellung des Scheinwerfereinstellgerätes (SEG)

 

  • Das Gerät muss parallel zum Auto ausgerichtet werden. 

  • Der Abstand des Geräts zum Fahrzeug soll zwischen 30 und 70 cm betragen.

  • Die Mitte der Linse soll zur Mitte des Scheinwerfers hin ausgerichtet werden (eine horizontale bzw. vertikale  Abweichung von 3 cm ist erlaubt).

  • Richtigen Neigungswinkel wählen.

 

 

Überprüfung

  • Das Abblendlicht einschalten

  • Hell-Dunkelgrenze im Einstellgerät überprüfen. Wichtig: Das Scheinwerferlicht bildet eine horizontale Linie und eine schräge Linie im 15° Winkel. Diese Linie muss mit der gestrichelten Linie übereinstimmen. Die schräge Linie muss im zentralen Punkt auf die waagerechte Linie treffen.

  • gegebenenfalls korrigieren (siehe Einstellung unten)

  • Fernlicht einschalten

  • Der Spot muss zentral liegen, sonst korrekten Sitz der Lampe prüfen

  • Nebelscheinwerfer einschalten

  • Neigungswinkel am Gerät auf 20 stellen

  • Hell-Dunkelgrenze prüfen, Das Nebellicht darf nicht über die waagerechte Linie hinaus gehen.

  • während der Prüfung Gerät immer parallel führen

  • Schienensysteme ermöglichen genaueste Prüfungen

 

Im Einstellgerät ist die Hell-Dunkelgrenze sichtbar

Korrektur der Scheinwerfereinstellung

Verstellte Scheinwerfer können in der Regel mit zwei Einstellschrauben horizontal sowie vertikal/Diagonal per Hand oder mit Sechskant- bzw. Kreuzschraubendreher korrigiert werden. Dabei muss die Hell-Dunkelgrenze exakt mit den gestrichelten Linien im Einstellgerät übereinstimmen.

Xenon Scheinwerfer einstellen

Zur Vorbereitung der Einstellung der Xenon Scheinwerfer muss der Reifenluftdruck stimmen. Außerdem sind die Streuscheiben gründlich zu reinigen. Die üblichen vorbereitenden Maßnahmen wie bereits oben beschrieben gelten auch hier. Wegen der Leuchtweitenregelung ist der Motor mindestens 30 s laufen zu lassen und das Auto vor und zurück zu bewegen, um ein Korrigieren der Achsen zu ermöglichen.

Die eigentliche Scheinwerfereinstellung bei Xenon-Scheinwerfern ist  nur in Verbindung mit einem Werkstatt-Test- und Auslesegerät möglich. Mit Hilfe des Testers werden dann die Scheinwerfer / Leuchtweitenregulierung in die Grundstellung gefahren. Danach werden diese auf die übliche Weise eingestellt. Diese Regellage wird dann im Steuergerät gespeichert (angelernt).

Provisorische Einstellung der Scheinwerfer von Hand (ohne Scheinwerfereinstellgerät)

Besitzt man kein Scheinwerfereinstellgerät kann man dennoch ausreichend genug den Neigungswinkel einstellen.

  • Das Fahrzeug 10 Meter vor einer weißen Wand platzieren

  • Die Mittelachse des Scheinwerfers auf die weiße Wand übertragen (mit Bleistift markieren). 

  • Je nach Fahrzeugtyp die entsprechende prozentuale Neigung des Scheinwerferlichts ermitteln und anzeichnen (Erklärung oben)

  • Überprüfen, ob Linie und Scheinwerferlicht übereinstimmen und bei Bedarf korrigieren.

 

Zustandsprüfungen

Aber nicht nur die korrekte Einstellung der Scheinwerfer ist von Bedeutung, sondern auch die Leistung und Funktionstüchtigkeit der Scheinwerfer selbst. Zu prüfen sind der Zustand von Streuscheibe, Glühlampe und Reflektor. 

Die Werkstatt wird neben der Einstellung somit auch die Lichtstärke des Scheinwerfers per eingebauter Fotodiode messen. Die Lichtausbeute lässt bei manchen Modellen innerhalb von 5 Jahren um bis zu 50 % nach. In den meisten Fällen hilft eine gezielte Überarbeitung der Lichtanlage, ohne den Scheinwerfer zu tauschen. Bei größeren Mängeln hilft oft nur der Austausch des kompletten Scheinwerfers.  

 

Digitales Luxmeter von Hella
Exakte Wertanzeige in Zahlen.

 

Lichtüberprüfung

Häufige Ursachen von Mängeln an Scheinwerfern

  • Spannungsabfall an Steckverbindern

Die Steckverbindungen zwischen Generator (Lichtmaschine) und Scheinwerfer korrodieren, es entsteht ein Spannungsabfall. 10 % Spannungsabfall bedeuten 30% weniger Lichtleistung. Stecker überprüfen und reinigen. 

  • Glühlampe gealtert

Auch Glühlampen altern! Bei dem Austausch von Glühlampen können auch lichtstärkere eingesetzt werden ( z. B. von H4 auf H4+30). Bitte lesen Sie aber hierzu auch den Bericht über "Richtige Beleuchtung".

  • Streu - oder Abschlussscheibe getrübt

Durch Steinschlag oder Korrosion werden die Streu- oder Abschlussscheiben getrübt. Die winzigen Einschläge brechen das Licht und verursachen eine erhöhte Eigenblendung. Bei völlig zerkratzten klaren Abschlussscheiben der neueren Fahrzeuge hilft nur der Wechsel des kompletten Scheinwerfers.  

  • Feuchtigkeit

Durch Eindringen von Feuchtigkeit in den Scheinwerfer beispielsweise, kann die Leistung des Lichts stark gemindert werden, der Reflektor kann matt werden, Korrosion wird begünstigt. Kurzfristig kann mit einem Fön die Feuchtigkeit entfernt werden, in der Regel ist ein Austausch erforderlich.

 

Quellen: Hella, Licht-Test ProMotor

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Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 04.09.2015

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