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Fortsetzung von
Moderne Lichttechnik
Verschiedene Lichtverteilungen
aus einem Scheinwerfer
Der nächste
Schritt der Entwicklung in der modernen Lichttechnik beim Automobil ist
ein variables intelligentes Lichtsystem
(früher: VARILIS) mit situationsabhängiger und
vollautomatischer Lichtsteuerung. (Anm.: Verschiedene Fahrzeug- und
Systemhersteller verwenden dazu unterschiedliche Bezeichnungen.
Ein
Weg zur Realisierung von variablen Lichtsystemen ist z.B. VarioX, ein innovatives
Hella-Scheinwerfersystem, mit dem sich bis zu fünf verschiedene
Lichtverteilungen (zum Beispiel verschiedene Arten des zukünftig
möglichen Abblendlichtes, dazu etwa ein spezielles Autobahnlicht und das
Fernlicht sowie die Umschaltung von Rechts- auf Linksverkehr) aus nur
einem Xenonscheinwerfer erzeugen lassen.
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Grundlage
von VarioX ist das Projektionsscheinwerfersystem.
Das
Funktionsprinzip: Eine Blende wird zwischen Lichtquelle und Glaslinse
geschoben, etwa vergleichbar mit einem Diaprojektor. Die Form dieser
Blende sorgt für die gewünschte Hell-Dunkel-Grenze.
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Ein
weiterer Schritt, um außer dem Abblendlicht eine weitere Lichtverteilung
aus einem Scheinwerfer zu erzeugen, war der Bi-Xenon-Scheinwerfer.
Hier wird die Blende für das Abblendlicht binnen Sekundenbruchteilen
mechanisch abgesenkt und gibt das Fernlicht frei (z.B. Porsche 911).
Für
VarioX haben Hella-Ingenieure eine Frei-Form-Walze entwickelt, die
sich anstelle der Blende zwischen Xenonlampe und Glaslinse befindet.
Die um die Längsachse
drehbare Walze besitzt auf ihrer Mantelfläche unterschiedliche
Konturen, mit denen sich verschiedene Lichtverteilungen auf der Straße
abbilden lassen. |
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Gesteigerte Anforderungen an die Verkehrssicherheit bei Nacht
Mit
variabalen Lichtverteilungen verfolgen die Lichtspezialisten und
Autohersteller das Ziel, den Fahrkomfort
und vor allem die Sicherheit auf nächtlichen Straßen zu erhöhen. Denn die
Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass 40 Prozent aller
Unfälle mit tödlichem Ausgang bei Nacht geschehen, obwohl das
Verkehrsaufkommen um 80 Prozent geringer ist als am Tag. Variable
Lichtverteilungen
basieren auf intensiven Studien von Straßengeometrien und nächtlichen
Fahrsituationen, die ergaben, dass das Fahrlicht der Zukunft sich
automatisch an die unterschiedlichen Fahrsituationen und Lichtverhältnisse
anpassen sollte:
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Beim Abbiegen schwenkt der Scheinwerfer in die eingeschlagene Richtung |

In der Stadt soll eine
breite Lichtverteilung auch in Abbiegesituationen ein frühzeitiges
Erkennen von Fußgängern und Radfahrern ermöglichen.
Die Hell-Dunkel-Grenze ist horizontal eben und von der Reichweite
herabgesetzt. Während Nickbewegungen des Fahrzeugs somit nicht zur
Blendung des Gegenverkehrs führen, verbessert die breite Auslegung der
Lichtverteilung die seitliche Wahrnehmung. |
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Auf Landstraßen ist neben einer
vergrößerten Reichweite auch eine bessere Ausleuchtung der Kurven
notwendig.
Eine Anhebung der Hell-Dunkel-Grenze im linken Bereich verbessert die
Sicht am Fahrbahnrand der Gegenspur.
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Auf der Autobahn ist es sinnvoll, neben einer vergrößerten Reichweite
des Lichtes die Blendung für Vorausfahrende, speziell Fahrzeuge in
Überholsituationen, zu reduzieren.
Beim Autobahnlicht wird eine flache Hell-Dunkel-Grenze umgesetzt.
Angehoben bietet sie dem Fahrer eine erhöhte Sichtweite.
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Besonders wichtig ist
die Verbesserung von Sicht und Sichtbarkeit bei Schlechtwettersituationen
wie Regen, Nebel oder Schneefall, für die das intelligente
Beleuchtungssystem eine optimierte Lichtverteilung bereitstellt.
Für
die variablen Lichtverteilungen wurden völlig neue Beleuchtungstechniken entwickelt, die
variabel auf die unterschiedlichen Situationen reagieren können und die
zum Teil konträre Lichtverteilungen erfordern. Bei all diesen
unterschiedlichen Lichtverteilungen darf es zudem keinesfalls zu einer
Blendung des Gegenverkehrs kommen.
Die Nutzung von Videosystemen zur Erfassung des Straßenverlaufs und der -breite
oder von Navigationssystemen stellen weiteres Verbesserungspotential für AFS
dar. Ist der Verlauf einer Strecke im voraus bekannt, so kann die
Lichtverteilung vorausschauend angepasst werden. Der Blick des Fahrers soll
durch das Licht geführt in die Kurve geleitet werden.
Die Auswertung der Videobilder ermöglicht eine Vorausschau auf den weiteren
Straßenverlauf. Zusätzlich können weitere Verkehrsteilnehmer in ihrer Position
erkannt werden. Eine Anpassung der Lichtverteilung minimiert die Blendung. Die
Fahrbahnbreite stellt eine weitere Größe dar, die sich als Information für das
AFS eignet.
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Adaptive Hell-Dunkel-Grenze |
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Ein
Sicherheitsplus: Das automatische Einschalten der Beleuchtung
Ein
weiteres Sicherheitsplus bei modernen Lichttechniken ist das automatische Einschalten des Lichts (z.B.
Citroen C5). Denn
bei Dämmerung und Dunkelheit tauchen immer wieder unbeleuchtete Fahrzeuge
im Straßenverkehr auf. Die Gründe: Wegen der vorhandenen
Straßenbeleuchtung merkt der Fahrer nicht, dass er ohne Licht fährt.
Oder er sagt sich bei Dämmerung: "Ich sehe noch genug, ich brauch
noch kein Licht." In beiden Fällen bilden die Fahrzeuge ein
erhebliches Sicherheitsrisiko, weil sie von anderen Verkehrsteilnehmern
kaum wahrgenommen werden. Ein von Hella-Spezialisten entwickelter
Licht-Sensor verfügt über zwei voneinander unabhängige Sensoren zur
Erfassung des Umgebungslichtes und der Vorfeldbeleuchtung. Der
Umgebungslichtsensor misst die allgemeine Lichtintensität. Dazu erfasst
er das Licht in einem möglichst großen Winkel, ohne die Einfallrichtung
zu berücksichtigen. Der Sensor für die Vorfeldbeleuchtung misst dagegen
die Lichtintensität in einem kleinen Winkel ausschließlich direkt vor
dem Fahrzeug.
Ein
spezieller Algorithmus erkennt anhand der Daten dieser beiden Sensoren
sowie unter Einbeziehung weiterer Daten aus der Fahrzeugelektronik die
unterschiedlichen Lichtverhältnisse (Tag, Nacht, Dämmerung, Tunnel- oder
Brückendurchfahrten) und schaltet entsprechend das Fahrlicht ein oder
aus. |
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Datenaustausch
durch digitale Fahrzeugelektronik
Darüber
hinaus kann das intelligente Beleuchtungssystem mit Hilfe digitaler
Elektronik die Daten weiterer Sensoren nutzen, etwa die Sonnensensoren der
Klimasteuerung, Geschwindigkeitssensoren, Sensoren für Straßenzustand
(trocken/nass), Regen, Nebel und Straßenverlauf (gerade/kurvenreich). Die
Koppelung intelligenter Scheinwerfer mit einem Navigationssystem macht
darüber hinaus eine vorausschauende Ausleuchtung verschiedener
Fahrsituationen (etwa bei Kurven) möglich.
Lichtleitertechnik
Einen
neuen Weg geht Hella nun auch mit der Lichtleitertechnik. Im Volvo SCC
(Safety Concept Car) sind Lichtquelle und Lichtaustritt getrennt. Das gibt
den Designern völlig neue Möglichkeiten. Eine Xenonlampe dient
beispielsweise als Lichtquelle. Das Licht wird über eine
Lichteinkopplungseinheit durch einen elliptischen Reflektor in einem
Brennpunkt gesammelt und in das Lichtführungselement, bestehend aus
Glasfasern, eingespeist.
Video zum
Kurvenlicht
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Johannes
Wiesinger bearbeitet:
04.10.2010
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