Benutzerdefinierte Suche
kfztech.de Logo Christiani Logo mobile.de - Der Fahrzeugmarkt im Internet  Partnerlogo Motorleben 
Kfz-Technik Abkürzungs-ABC Auto kfztech TV Unterricht
www.kfztech.de

Reifen

 

Reifendruck

 

Warum ist der Reifendruck so wichtig?

Bei der Hitliste der Reifensünden, die zum Ausfall führen, steht der zu geringe Reifendruck (genauer: Reifenfülldruck) an erster Stelle, gefolgt von Beschädigung durch Hindernisse, Fremdkörper, Montagefehler, Öl- und Kraftstoffe, Hochdruckreiniger, Prüfstände und schließlich Überalterung.

Etwas Statistik

Jedes zweite Auto ist mit falschem Luftdruck unterwegs, warnt der Reifenhersteller Nokian Tyres. 143 215 Reifenpannen verzeichnete die ADAC Pannenstatistik 2010. 1359 Unfälle mit Personenschaden wurden durch die Bereifung in 2010 verursacht, dokumentiert das Statistische Bundesamt. Rund 40% aller Verkehrsunfälle sind mit zu geringem Reifendruck im Reifen verbunden. Und Untersuchungen haben gezeigt, dass b
ei jedem vierten Fahrzeug der Druck nicht in Ordnung war.

Und obwohl Reifendruck und Kraftstoffverbrauch eng zusammenhängen, bleibt die regelmäßige Überprüfung des Reifendrucks leider eine Ausnahme.
Der richtige Reifenfülldruck ist für die Leistungssicherheit und für die Wirtschaftlichkeit des Reifens von fundamentaler Bedeutung.




Diagramm Reifenluftdruck

Der Reifenfülldruck beeinflusst

Sicherheit

Kilometer-Laufleistung

Erwärmung des Reifens

Einfederung (Komfort)

Fahreigenschaften

Bodenhaftung

Traktion (Bremsweg)

Rollwiderstand

Verletzungsgefahr

Runderneuerungsfähigkeit

 

Folgen von Unterluftdruck:

  • Steigender Rollwiderstand,
  • steigender Kraftstoffverbrauch: Ein Minderdruck von 0,2 bar führt zu 1 % mehr Spritverbrauch, bei 0,6 bar sind es bereits 4 %. 
  • steigender Reifenverschleiß: Der Reifen kann im Inneren geschädigt werden. Versteckte Reifenschäden können durch nachträgliche Luftkorrektur nicht beseitigt werden. 
  • 1 bar zu niedriger Druck an einem Vorderrad verlängert den Bremsweg um zehn Prozent auf nasser Fahrbahn, hat der ADAC in Fahrtests nachgewiesen.
  • verringerte Reifenlebensdauer: 0,2 bar Minderdruck im Reifen = 10 % geringere Lebensdauer, 0,4 bar weniger = 30%  0,6 bar weniger = 45 %
  • Spätestens ab 0,3 bar zu wenig Reifendruck wird es gefährlich: Die Reifentemperatur wird sehr schnell (20 min.) sehr hoch (ca. 120°C) und droht, sich selbst zu zerstören. Das bedeutet: er verliert seine Lauffläche.
  • Gefährlich wird es auch in der Kurve. Weisen z.B. alle Reifen einen um 1 bar zu geringen Fülldruck auf, verkleinern sich die Seitenkräfte der Pneus auf fast die Hälfte (55 Prozent). Dann kann der Fahrer schnell die Kontrolle über das Auto verlieren, der Wagen kann ins Schleudern kommen und von der Straße rutschen, Bei voller Beladung (z.B. Urlaubsfahrt) ist das Risiko noch beträchtlich größer.

Tipp: Einen halben Liter Kraftstoff je 100 Kilometer sparen Öko-Reifen.

Übrigens: Ob ein Reifen zu wenig Luft hat, muss man nicht unbedingt erkennen.

Reifenfülldruck

 


Richtiger Reifenfülldruck
  • Der Reifen rollt mit der ganzen Lauffläche auf der Fahrbahn.
  • Das Profil fährt sich gleichmäßig ab
    = maximale Kilometerleistung
  • Größte Haftfläche
    = minimaler Bremsweg
    = optimale Kurvenstabilität
    = optimaler Fahrkomfort

Zu hoher Reifenfülldruck
  • Der Reifen berührt nur mit der Mitte der Lauffläche die Fahrbahn und fährt sich dort stärker ab.
  • Geringe Haftfläche
    = längere Bremswege
    = verringerte Kurvenstabilität
    = der Reifen wird hart und fährt sich unkomfortabel
  • verringerte Lebensdauer der Reifen

Zu niedriger Reifenfülldruck
  • Die Mitte der Lauffläche hat keine Bodenkontakt, der Reifen läuft auf seinen Schultern.
  • Erhöhter Reifenabrieb am Schulterbereich
    = geringere Kilometerleistung
    = starke Erhitzung der Reifen
  • Längere Bremswege durch geringe Haftfläche
  • Verringerte Lebensdauer der Reifen

 

 

Ein Erfahrungsbericht aus dem Praxis-Alltag von Andreas Mc Kinnon:

Ich bin Mitinhaber eines Reifenhandels und wir haben Kunden, die einen zu geringen Druck fahren, weil sie der Meinung sind das, dass das Fahrzeug komfortabler würde. 

Was jedoch nicht der Fall ist, da die Fahreigenschaften mit zu geringem Druck schlechter werden. 

Ein Beispiel: BMW 530 Diesel, Reifen Dimension 225/55 16 Pirelli

in der Mitte abgelaufen, außen volles Profil, nach 12000 km. Reifendruck 2.4 hinten.

 

Gute Ratschläge von Michelin zum Reifendruck:

  • Er soll an kalten Reifen gemessen werden. 
  • Falls die Reifen aber erwärmt sind, stellen Sie einen um 0,3 bar höheren Druck als den empfohlenen ein. 
  • Kontrollieren Sie den Druck Ihrer Reifen regelmäßig, Michelin empfiehlt: alle zwei Wochen.

Warum verliert ein Reifen eigentlich seine Luft:

Ein langsamer Druckverlust erklärt sich durch:

  • eine natürliche Diffusion der Luftmoleküle durch den Reifen hindurch,
  • ein Absinken der Umgebungstemperatur,
  • kleinste Reifenschäden (Löcher), die bei schlauchlosen Reifen nicht sofort zum Luftverlust führen, aber dem Reifen auf Dauer irreversible Schäden zuführen.

Für Wohnwagen und Anhänger gilt

Fülldruck der Reifen auf dem Auto (nur Radialreifen):
  • Es sind die Luftdruckwerte des Fahrzeugherstellers einzuhalten. 
  • Bei fehlenden Luftdruckwerten erhöhen Sie den Fülldruck Ihrer hinteren Reifen im kalten Zustand um 0,4 bar gegenüber dem sonst üblichen Wert.
  • Sollten Sie den Druck hinten aus anderen Gründen (z.B. hohe Last) bereits um mehr als 0,4 bar erhöht haben, belassen Sie diese Einstellung.

Fülldruck für Wohnwagen bzw. Anhänger:

  • Sollten keine Herstellerempfehlungen vorliegen, stellen Sie an diesen Reifen einen Druck von 3,0 bar ein (kalter Zustand).

Wann ist ein höherer Reifenfülldruck erforderlich?

  • 0.2 bar bei längeren Autobahnfahrten und Dauergeschwindigkeiten

  • 0.2 bar bei voller Belastung (Zuladung)

  • 0,2 -0,5 bar bei Fahrten auf Schotter (z.B. skandinavische Nebenstraßen)

Niedriger Luftdruck ist höchstens auf Sand oder Kies sinnvoll (z.B. afrikanische Pisten)

  • Druckerhöhung bei großer Zuladung

Die Reifen haben zusätzlich eine Stoßdämpferfunktion, die vom Fülldruck abhängig ist. Deshalb muss der Reifendruck besonders bei außergewöhnlicher Beladung, z.B. auf Ferienfahrten, unbedingt erhöht werden.

Hier noch eine Anmerkung von Michelin:

Der Fahrzeughersteller gibt immer zwei verschiedene Luftdrücke an: 
  • Einen für Teillastluftdruck (keine volle Zuladung, keine hohe Geschwindigkeiten) und 
  • einen Volllastluftdruck (volle Zuladung oder hohe Geschwindigkeiten).

Diese Luftdrücke werden durch entsprechende Fahrversuche des Fahrzeugherstellers ermittelt und sind als optimale Einstellungen hinsichtlich Fahrkomfort, Handling und Abnutzung des Reifens zu sehen.

Betrachtet man nur den Rollwiderstand des Reifens, so ist der Volllastluftdruck vorzuziehen. Allerdings leidet darunter unter Umständen die Lebensdauer des Reifens, da dieser hauptsächlich in der Mitte abgefahren wird.

Unter Einbeziehung aller Aspekte ist es daher sinnvoll, den vom Herstellerangegebenen Teillast- und Volllastluftdruck einzuhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Reimund Müller, Dipl.-Ing., Produkttechnik/-Marketing, PKW-/ LLKW-/ Off-Road-Reifen, Michelin Reifenwerke KGaA

Anm.: Bisher wurde häufig bei Winterreifen ein etwas höherer Luftdruck als bei Sommerreifen empfohlen. Dies ist bei den heutigen Winterreifen jedoch nicht mehr ratsam. Um die verbesserten Trocken- und Nassfahreigenschaften eines modernen Winterreifen optimal auszunutzen, sollten Sie auf jeden Fall, bei Montage von serienmäßigen Wintergrößen,  die vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Werte einhalten.

 

Reserverad


Für das Reserverad gilt: den für das Fahrzeug höchsten vorgesehenen Fülldruck einhalten.

Reifenfülldruckangaben sind generell für kalte Reifen vorgesehen. 

Wichtig ist somit eine regelmäßige Kontrolle des Luftdrucks bei kaltem Reifen. 

Durch die beim Fahren entstehende Wärme erhöht sich automatisch der Luftdruck. Senken Sie also nie den Luftdruck nach längerer Fahrt ab, weil Sie meinen, Sie hätten Überdruck im Reifen. 

Anhänger und Reserverad nicht vergessen!!

 

Stickstoffbefüllung


Von vielen Reifenhändlern werden Stickstofffüllungen angeboten, um einen zu schnellen Luftverlust des Reifens zu verhindern.

Der ADAC hat dies untersucht. Hier das Ergebnis:

Der ADAC empfiehlt die standardmäßige Befüllung von Pkw-Reifen mit Stickstoffgas wegen des ungünstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses nicht. Es geht allerdings von Stickstoff als Reifenfüllgas auch keine Gefahr aus.

Stickstoff als Reifenfüllgas wurde ursprünglich in hoch belasteten Reifen verwendet, bei denen Reifenbrände oder auch nur eine beschleunigte Oxidation verhindert werden sollte. Als ein - wenn auch fast zu vernachlässigender - Nebeneffekt kann festgehalten werden, dass ein mit Stickstoff befüllter Reifen den Innendruck etwas langsamer reduziert als ein gleicher Reifen mit Luftfüllung. Bei den Unterschieden handelt es sich um Beträge der Größenordnung von 1/100 bar über mehrere Monate.

Die Molekülmasse von Stickstoff ist zwar geringer als die des Sauerstoffes, die für die Diffusionsgeschwindigkeit relevante Größe der Stickstoffmoleküle ist wegen der inneren Bindung zwischen den Atomen geringfügig größer. Daraus ergibt sich laut Angaben eines Reifenherstellers, der mit Füllgasen entsprechende Untersuchungen gemacht hat, eine leicht verzögerte Diffusion des Stickstoffes im Vergleich zu Luft bei sonst identischen Reifen und identischen Rahmenbedingungen.

Für die Praxis des Kraftfahrers haben diese minimalen Unterschiede insofern keine Bedeutung, als der Fahrzeughersteller eine regelmäßige Reifendruckprüfung (i.a. alle 2Wochen) vorschreibt. Bei der Annahme, dass der diffusionsbedingte Druckverlust an einem intakten Reifen über 3 Monate schätzungsweise 0,1 bar beträgt, wird klar, dass die Diffusionsverluste als solche nicht Grund sein können für die Pflicht zur regelmäßigen Reifendruckprüfung. Andere mögliche Druckverluste (z.B. durch Undichtigkeiten) spielen eine wesentlich größere Rolle. Auf diesen Druckverlust haben die spezifischen Eigenschaften des eingefüllten Gases natürlich keinen Einfluss (z.B. durch ein Loch im Reifen entweicht jedes Gas), d.h. Stickstoffbefüllung befreit nicht von der Pflicht, den Reifendruck regelmäßig zu prüfen.

Über weitere, besondere Eigenschaften einer Reifenfüllung mit Stickstoff liegen uns keine messtechnisch abgesicherten Informationen vor. Die Bandbreite der Eigenschaften der einzelnen Reifenmodelle ist nach unserer Erfahrung bedeutsamer als die Unterschiede, die sich aus den verschiedenen Füllgasen ergeben.

Reifendruck Tabelle

Der Reifendruck wird in in unterschiedlichen Maßeinheiten angegeben. In der folgenden Tabelle kann man den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Systemen erkennen.

Kilopascal

(kPa)

Bar

Psi

(lb/inch2)

Kp/cm2

150

1,5

21,8

1,53

160

1,6

23,2

1,63

170

1,7

24,7

1,73

180

1,8

26,1

1,84

190

1,9

27,6

1,94

200

2,0

29,0

2,04

210

2,1

30,5

2,14

220

2,2

31,9

2,24

230

2,3

33,4

2,35

240

2,4

34,8

2,45

250

2,5

36,3

2,55

260

2,6

37,7

2,65

270

2,7

39,2

2,75

280

2,8

40,6

2,86

290

2,9

42,1

2,96

300

3,0

43,5

3,06


Johannes Wiesinger
bearbeitet: 11.09.2011
Twitter Logo Facebook Logo
 

Impressum, Copyright Sitemap Suche, allgemein Link Us Newsletter Übersicht Technik Seiten
           
Bookmark Buttons
Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Kledy.de Bookmark bei: Seekxl Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Favit Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Facebook Bookmark bei: Reddit Bookmark bei: Blinklist Bookmark bei: Technorati Information