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Auto-Licht

Moderne Lichttechnik - Kurvenlicht - statisch und dynamisch (AFS)

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Die Systeme werden am Beispiel von Hella und Audi beschrieben. Andere Fahrzeug- und Systemhersteller stellen ebenfalls ähnliche technisch hochwertige Produkte her.

Die Beleuchtung moderner Fahrzeuge hat sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessert. Aktueller Maßstab: Xenon- und Bi-Xenon-Scheinwerfer (z.B. von Hella), deren Verbreitung in allen Fahrzeugklassen immer weiter steigt. Ab 2002 fanden das Statische Kurvenlicht (Abbiegelicht) und danach das Dynamische Kurvenlicht den Weg ins Automobil.  Der nächste Schritt war die variable Lichtverteilung; auch bekannt als Advanced Frontlightning System (AFS).

Advanced Frontlightning System (AFS)

Advanced Frontlightning System (AFS) Audi 

Dynamisches Kurvenlicht

Dynamisches Kurvenlicht 

Mit Veröffentlichung der geänderten ECE-Regelungen R48 und R98 für Scheinwerfer und deren Anbau wurde das Dynamische Kurvenlicht auf europäischen Straßen zugelassen. 
 Statisches Kurvenlicht Hella hatte den ersten Serienscheinwerfer mit statischem Kurvenlicht für den Audi A8 entwickelt.

Im nächsten Schritt folgten dynamische Kurvenscheinwerfer-Systeme auf Basis von schwenkbaren Projektionsmodulen unter anderem für Mercedes-Benz und Opel. Damit lässt sich die Reichweite des Abblendlichts in Kurven um fast 50 Prozent steigern. Die Hella-Expertengehen davon aus, dass sich das Kurvenlicht als Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ähnlich wie das vor zehn Jahren erstmalig in Deutschland eingeführte Xenonlicht in allen Fahrzeugkategorien weltweit schnell durchsetzen wird.

Speziell in sehr engen Kurven, Serpentinen, Kreuzungen und bei Rangiervorgängen fehlen dem Autofahrer Informationen aus dem direkten Seitenbereich vor seinem Fahrzeug. In diesen Situationen wird dem Abblendlicht ein statisches Kurvenlicht zugeschaltet. Der neue Audi A8 ist das weltweit erste Fahrzeug mit solch einem statischen Kurven- oder Abbiegelicht. Die weltweit erste Typprüfung dieses Systems wurde möglich durch die Anordnung des Abbiegelicht-Reflektors direkt am Abblendlicht. Das statische Kurvenlicht wird dem Abblendlichtautomatisch und abhängig von der Geschwindigkeit hinzugeschaltet, wenn der Fahrer den Blinker zwecks Abbiegen betätigt (nicht beim Spurwechsel) oder durch enge Kurven fährt. Dazu wertet ein Steuergerät die Parameter Geschwindigkeit, Lenkwinkel und Blinksignal aus. Um den Komfort dieser Lichtfunktion zu erhöhen, geschieht das Ein- und Ausschalten nicht schlagartig, sondern durch Auf- und Abdimmen der Systeme nach speziellen zeitlichen Parametern. Hierbei fließt die Fahrzeuggeschwindigkeit mit ein und verhindert das unbeabsichtigte Zuschalten bei höheren Geschwindigkeiten.

Nähert sich das Fahrzeug einer Kreuzung, so ist eine breite Ausleuchtung sinnvoll, um das Wahrnehmen von Radfahrern oder Fußgängern zu unterstützen. Beim Durchfahren von Kurven leuchten herkömmliche Scheinwerfersysteme primär den Fahrbahnrand aus. Die für das Führen des Fahrzeugs relevanten Sichtbereiche werden nicht ausreichend ausgeleuchtet. 

Das dynamische Kurvenlicht, wie es ab Frühjahr 2003 bei Mercedes auf die Straße kam, wird realisiert durch Schwenken des Abblendlichts in Abhängigkeit zu dem gerade durchfahrenen Kurvenradius. Hierzu wird der Projektionsscheinwerfer in einen Rahmen eingebaut, der um die vertikale Achse drehbar ist. Der Schwenkwinkel im Bereich von +/- 15 Grad ist für Kurvenradien bis etwa 200 Meter ausgelegt. Für größere (etwa auf Autobahnen) oder kleinere Kurvenradien (etwa auf Landstraßen) bietet es sich an, das dynamische Kurvenlicht durch ein zusätzliches statisches Kurvenlicht zu unterstützen.

Beim dynamischen (aktiven) Kurvenlicht folgen die Scheinwerfer den Lenkbewegungen des Autofahrers und schwenken sekundenschnell zur Seite, wenn er eine Kurve ansteuert. Dadurch verbessert sich die Fahrbahnausleuchtung um bis zu 90 Prozent: Beträgt der vom Abblendlicht ausgeleuchtete Bereich bei Einfahrt in eine Kurve mit 190 Metern Radius normalerweise rund 30 Meter, so verlängert er sich dank der neuen Scheinwerfertechnik um weitere 25 Meter. Weil die Lichtverteilung dem jeweiligen Lenkwinkel entspricht, erkennt der Autofahrer den Kurvenverlauf frühzeitig und kann seine Fahrweise dementsprechend anpassen.

Das aktive Kurvenlicht passt sich kontinuierlich dem jeweiligen Tempo des Wagens an: Während die Scheinwerfer bei hoher Geschwindigkeit sekundenschnell dem Lenkradeinschlag folgen, arbeitet die Schwenkmechanik der Scheinwerfer bei niedrigerem Tempo entsprechend langsamer, um das Licht so zu verteilen, wie es der Autofahrer erwartet.

Das Kurvenlicht basiert auf dem Bi-Xenon-Scheinwerfer der E-Klasse und funktioniert sowohl als Abblendlicht als auch in der Fernlichtfunktion. Ein Mikrocomputer, der in das elektronische Datennetzwerk der Limousine integriert ist und auf diese Weise stets die aktuellen Informationen des Lenkwinkel- und des Geschwindigkeitssensors erhält, steuert das System. Die beiden Bi-Xenon-Module sind nochmals mit je einer separaten Elektronik und einem Elektromotor ausgerüstet, der für die horizontalen Schwenkbewegungen zuständig ist.

Die dynamische Leuchtweitenregulierung verhindert auch bei dem neuen Kurvenlicht, dass der Gegenverkehr geblendet wird. Das sensorgesteuerte System erkennt alle Karosseriebewegungen und korrigiert die Einstellung der Scheinwerfer dementsprechend.

Mehr zu Kurven- und Abbiegelicht in der App  Nachtfahrt von Hella.

 

Das Hella-Konzept für dynamische Kurvenscheinwerfer basiert auf einem modularen Baukastensystem, das eine sehr große Produktvielfalt ermöglicht.

Die Variationsbreite reicht von einem schwenkenden Halogen-Modul über ein schwenkendes Xenon- oder Bi-Xenon-Modul bis hinzu einem schwenkenden Vario-Xenon-Modul.

Das Vario-Xenon-Modul ist in der Lage, mehrere Lichtverteilungen aus dem gleichen Modul zu erzeugen.

Scheinwerer Module mit Schwenk Technik

Damit ist eine Technik verfügbar, die bereits jetzt die Anforderungen der Gesetzgebung für das intelligente Scheinwerfersystem (AFS =Adaptive Frontlighting System) der Zukunft erfüllt. Im weiteren Verlauf des Textes wird noch der Begriff Varilis verwendet. Dieser Begriff wird künftig wohl nicht mehr verwendet werden.

 

Um mit dem heute vorgeschriebenen asymmetrischen Abblendlicht die Kurven durch das Schwenken der Scheinwerfer ausleuchten zu dürfen, war eine Änderung der ECE-Regelungen 48 und 98 notwendig. Denn das bisher vom legendären Citroen DS aus den 60er Jahren bekannte Kurvenlicht basierte auf (heute noch zulässigen) mechanisch bewegten Zusatzfernscheinwerfern, die an den Lenkeinschlag gekoppelt waren. Da man heute auf nächtlichen europäischen Straßen das Fernlicht nur zu etwa 5 Prozent nutzen kann, bringt bewegliches Fernlicht kaum Sicherheitsgewinn. 

 

Eingangsgrößen für die Steuerung des Kurvenlichts

  • Die seitliche Ausleuchtung in Kurven oder an Kreuzungen erfolgt in Übereinstimmung mit der Kurvenkrümmung, die u. a. anhand des Lenkwinkels ermittelt wird.  

  • Ebenso ist die Aktivierung des Kurvenlichts vom Geschwindigkeitsbereich abhängig – auf der Autobahn ist die Ausleuchtung der ohnehin nur schwach gekrümmten Kurven schließlich nicht erwünscht.

  • Zusätzlich kann das Blinkersignal einen frühzeitigen Aufschluss darüber geben, in welche Richtung der Fahrer abzubiegen gedenkt, so dass eine Ausleuchtung des entsprechenden Bereichs schon vor Durchfahren der Kurve bzw. vor dem Abbiegevorgang realisiert werden kann.

  • Unterstützt wird diese “vorausschauende” Kurvenlichtsteuerung vom Navigationssystem. Mit dessen Daten können vorab Kurvenkrümmungen oder anhand der Straßenklassifizierung Stadt / Landstraße / Autobahn bestimmte Geschwindigkeitsbereiche ermittelt werden. Auch können z. B. Kreuzungen detektiert und eine entsprechende Ausleuchtung aktiviert werden.  

  
Moderne Auto-Lichtsysteme sind ein Sicherheitsgewinn und nicht nur teurer Schnickschnack. Das hat der ADAC jetzt in einem aktuellen Test nachgewiesen.

Quelle Infos und Bilder: Hella, AUDI Pressedienst, Mercedes, 

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Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 11.10.2015

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