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Der Fernlichtassistent |
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– Komfort- und Sicherheitsgewinn
Fernlicht wird in der Praxis selten benutzt
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Wer kennt das nicht? Nachts auf einer Landstraße durch das Fernlicht von entgegenkommenden Fahrzeugen geblendet zu werden. Natürlich passiert es einem auch umgekehrt selbst, so das Eingeständnis des Autors, und man wird kurzfristig zum Blender seines Gegenübers. Das permanente Ein- und Ausschalten des Fernlichts ist außerdem, ähnlich wie bei den Scheibenwischern, eine lästige Tätigkeit. Leider wird in der Praxis das Fernlicht sehr selten genutzt, obwohl es in vielen Situationen viel häufiger möglich und sogar angebracht wäre. In der Stadt ist es wegen der guten Beleuchtung und des vielen Verkehrs nicht erforderlich. Auf Autobahnen blendet man mit Fernlicht zumeist die höher sitzenden Lkw-Fahrer im Gegenverkehr aber auch die vorausfahrenden Fahrzeuge. Man kommt dadurch selten dazu es einzuschalten. |
| Bild 1 Nur eingeschaltetes Fernlicht sorgt für mehr Sicherheit |
Der Fernlichtassistent leistet einen ganz wesentlichen Beitrag dazu, dass das Fernlicht öfter und richtig benutzt wird. Zugleich entlastet er den Fahrer und erhöht dadurch den Komfort. In der Summe bringt der Fernlichtassistent einen deutlichen Zugewinn an Sicherheit. Gerade auf Landstraßen und in Wäldern erhöht jeder Meter zusätzliche Sichtweite die Chance, Fußgänger, Tiere oder Hindernisse rechtzeitig zu erkennen (Bild 1). Pkws mit Fernlichtassistenten gibt es mittlerweile viele auf dem Automarkt. Das Fernlicht strahlt mit Hilfe dieser Technik automatisch immer dann, wenn es die Umgebungsbedingungen zulassen. Dafür werden besonders leistungsstarke Scheinwerferstrahler benötigt. Sehr beliebt bei den Herstellern sind derzeit vor allem Scheinwerfermodule mit Xenon-Licht. Wie die mit Neon betriebenen Leuchtstoffröhren im Haushalt gehören auch Xenon-Strahler zu den Gasentladungslampen. Sie gelten als sehr langlebig und sparsam im Verbrauch. Noch viel sparsamer sind die im Jahr 2008 zum ersten Mal von einem Hersteller verwendeten LED Leuchten, die auch wesentlich länger halten. Eine Technik, von der in Zukunft noch reichlich zu hören sein wird. |
Der
Fernlichtassistent optimiert den Einsatz des Fernlichts präzise auf jene
Fahrsituationen, in welchen Fernlicht erlaubt und erwünscht ist. Dadurch erhöht
sich insgesamt die Zeit, in der das Fernlicht eingeschaltet ist. Es wird auch
sichergestellt, dass das Fernlicht rechtzeitig abgeblendet wird und andere
Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Für den Fahrer bedeutet der
Fernlichtassistent einen fühlbaren Komfortgewinn: Durch die sensorgesteuerte
Automatik des Fernlichtassistenten ist er vom Aktivieren und Deaktivieren des
Fernlichts weitestgehend entlastet.
Funktionsweise
Eine
Kamera an der Vorderseite des Innenspiegels (Bild 2) fungiert als Sensor und
eine Auswerte-Elektronik steuert das automatische Ein- und Ausschalten des
Fernlichts. Der Fernlichtassistent sorgt dafür, dass das Fernlicht
eingeschaltet wird, wann immer es die Verkehrssituation erlaubt und erfordert.
Keine
zusätzlichen Schalter
Ein
Fahrerassistenz-System
Der
Fernlichtassistent ist ein Fahrerassistenzsystem, welches den Fahrer nicht aus
seiner Verantwortung entlässt, ihn aber unterstützt. So kann der
Fernlichtassistent jederzeit mit der gewohnten Funktion „Dauer-Abblendlicht“
genau so wie mit „Dauer-Fernlicht“ manuell übersteuert werden. Auch die
Lichthupe ist wie gewohnt zu bedienen.
Der
Fernlichtassistent kann die persönliche Entscheidung über das Nutzen des
Fernlichts nicht ersetzen. Es kann auch nicht sichergestellt werden, dass alle
Situationen vom System immer richtig erkannt werden. Ungünstige
Witterungsbedingungen wie starker Nebel können die Funktion des
Fernlichtassistenten einschränken. Andere Verkehrsteilnehmer mit schlechter
Eigenbeleuchtung – wie etwa Fußgänger, Radfahrer, Reiter etc. – können
vom System nicht zuverlässig erkannt werden. So sollte auch in schlecht
beleuchteten Ortschaften das Fernlicht manuell wieder ausgeschaltet werden.
Bei
BMW gibt es den nützlichen
Assistenten beim 3er, 5er und 7er.
Ein
erweiterter Fernlichtassistent, wie er z.B. von Hella entwickelt wird, soll
künftig darüber hinaus kontinuierlich die Leuchtweite und –verteilung
zwischen rechtem und linkem Scheinwerfer regeln. So wird immer die höchstmögliche
Lichtmenge in die Nacht geschickt. Auch hier wird der gleiche Kamerasensor vor
dem Rückspiegel verwendet. Die einzelnen Scheinwerfermodule werden dann immer
entsprechend geregelt, so dass immer die maximale Leuchtentfernung, innerhalb
der gesetzlichen Vorschriften, besteht. An Straßenkuppen wird dann der
Lichtkegel gesenkt und in Senken angehoben. Mit Hilfe so einer Steuerung würde
eine Blendung ausgeschlossen, obwohl das Fernlicht an ist.
Für die Zukunft plant Lichtausrüster Hella
noch mehr. Mit so genanntem Markierendem
Licht beispielsweise, könnten
dann in einigen Jahren AFS-Systeme wie
das beschriebene Intelligent Light System gezielt Personen und Gefahrenstellen
anstrahlen. Der Fahrer erkennt sie nicht nur wesentlich früher, sondern nimmt
sie bewusst wahr und kann sein Fahrverhalten entsprechend rechtzeitig anpassen.
Über
Sinn und Unsinn elektronischer Helfer im Automobil wurde schon häufig
diskutiert. Der Fernlichtassistent erscheint dem Autor jedoch als sehr
hilfreich, da er nicht nur den Komfort erhöht, sondern auch der aktiven
Sicherheit dient.
Johannes
Wiesinger
Quellen:
BMW, Mercedes, Hella, FAZ
Johannes Wiesinger
08.02.2010