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– Komfort- und Sicherheitsgewinn
Fernlicht wird in der Praxis selten benutzt
Der
Fernlichtassistent optimiert den Einsatz des Fernlichts präzise auf jene
Fahrsituationen, in welchen Fernlicht erlaubt und erwünscht ist. Dadurch erhöht
sich insgesamt die Zeit, in der das Fernlicht eingeschaltet ist. Es wird auch
sichergestellt, dass das Fernlicht rechtzeitig abgeblendet wird und andere
Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Für den Fahrer bedeutet der
Fernlichtassistent einen fühlbaren Komfortgewinn: Durch die sensorgesteuerte
Automatik des Fernlichtassistenten ist er vom Aktivieren und Deaktivieren des
Fernlichts weitestgehend entlastet. Funktionsweise
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Eine Kamera an der Vorderseite des Innenspiegels fungiert als Sensor und
eine Auswerte-Elektronik steuert das automatische Ein- und Ausschalten des
Fernlichts. Der Fernlichtassistent sorgt dafür, dass das Fernlicht
eingeschaltet wird, wann immer es die Verkehrssituation erlaubt und erfordert.
Es gibt drei Situationen in den automatisch abgeblendet wird. Bei entgegenkommenden Fahrzeugen, dazu gehören auch Motorräder, erkennt das System das Abblend- bzw. Fernlicht des Gegenübers. Bei vorausfahrenden Fahrzeugen erkennt der Fernlichtassistent das rote Rücklicht. IIst die Beleuchtung ausreichend, wie z. B. in Ortschaften, wird das das vom System ebenfalls erkannt. Das Fernlicht wird ebenfalls bei niedrigen Geschwindigkeiten, in denen das Fahren mit Fernlicht keinen Sicherheitsgewinn bringt, abgeschaltet. Das System analysiert dazu Helligkeit und Lichtfarbe der Lichtquelle, um ein annähernd menschliches Fernlichtschaltverhalten nachzuahmen. Es ist so ausgelegt, dass Verkehrsteilnehmer im Bereich bis ca. 1000 m erkannt werden. |
![]() Am Rückspiegel sitzt eine kleine Kamera die den Fernlichtassistenten steuert |
Der Fernlichtassistent wird über die Licht-Bedieneinheit aktiviert. Bei entgegenkommenden, vorausfahrenden Fahrzeugen und in beleuchteten Orten wird abgeblendet |
Der
Fernlichtassistent benötigt keine zusätzlichen Schalter oder
Bedienelemente. Er wird über die Licht-Bedieneinheit aktiviert,
indem der Drehschalter auf Automatik gestellt wird. Dies ist die gleiche
Stellung wie die Aktivierung des Lichtsensors zur automatischen Steuerung
des Abblendlichts. Zusätzlich muss nur der Blinkerhebel, wenn
Abblendlicht aktiv ist, in Richtung Fernlicht getippt werden.
Eine Kontrollleuchte im Instrumentenkombi weist auf den eingeschalteten Fernlichtassistent hin. |
Ein
Fahrerassistenz-System
Der
Fernlichtassistent ist ein Fahrerassistenzsystem, welches den Fahrer nicht aus
seiner Verantwortung entlässt, ihn aber unterstützt. So kann der
Fernlichtassistent jederzeit mit der gewohnten Funktion „Dauer-Abblendlicht“
genau so wie mit „Dauer-Fernlicht“ manuell übersteuert werden. Auch die
Lichthupe ist wie gewohnt zu bedienen.
Der
Fernlichtassistent kann die persönliche Entscheidung über das Nutzen des
Fernlichts nicht ersetzen. Es kann auch nicht sichergestellt werden, dass alle
Situationen vom System immer richtig erkannt werden. Ungünstige
Witterungsbedingungen wie starker Nebel können die Funktion des
Fernlichtassistenten einschränken. Andere Verkehrsteilnehmer mit schlechter
Eigenbeleuchtung – wie etwa Fußgänger, Radfahrer, Reiter etc. – können
vom System nicht zuverlässig erkannt werden. So sollte auch in schlecht
beleuchteten Ortschaften das Fernlicht manuell wieder ausgeschaltet werden.
Ein
erweiterter Fernlichtassistent, wie er z.B. von Hella entwickelt wird, soll
künftig darüber hinaus kontinuierlich die Leuchtweite und –verteilung
zwischen rechtem und linkem Scheinwerfer regeln. So wird immer die höchstmögliche
Lichtmenge in die Nacht geschickt. Auch hier wird der gleiche Kamerasensor vor
dem Rückspiegel verwendet. Die einzelnen Scheinwerfermodule werden dann immer
entsprechend geregelt, so dass immer die maximale Leuchtentfernung, innerhalb
der gesetzlichen Vorschriften, besteht. An Straßenkuppen wird dann der
Lichtkegel gesenkt und in Senken angehoben. Mit Hilfe so einer Steuerung würde
eine Blendung ausgeschlossen, obwohl das Fernlicht an ist.
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Die
Technik ist im Prinzip bereits vorhanden. So genannte AFS-Systeme
(Adaptive
Frontlightning System) steuern dabei das Licht bedarfsgerecht und ermöglichen
verschiedene Ausleuchtungen der Fahrbahn.
Mercedes
nennt sein System ILS (Intelligent
Light System) und hatte 2006 in der E-Klasse erstmals erweiterte Lichtfunktionen
verwirklicht. ILS beinhaltet insgesamt fünf verschiedene Lichtfunktionen, die
auf typische Fahr- und Wettersituationen abgestimmt sind und dem Autofahrer ein
deutliches Plus an Sichtweite bieten.
Mit dem Landstraßenlicht wird ermöglicht, das Abblendlicht so zu verteilen, dass der linke Fahrbahnrand heller und weiträumiger als bisher ausgeleuchtet wird. Ab Tempo 90 schaltet sich beim Intelligent Light System künftig das neue Autobahnlicht ein und bietet dem Autofahrer deutlich mehr Weitblick als mit dem herkömmlichen Abblendlicht. Die Sichtweite vergrößert sich um bis zu 60 Prozent. Behindert dichter Nebel die Sicht, sorgt das Erweiterte Nebellicht das Licht breit zu streuen und es so zu verteilen, dass vor allem die Randbereiche ausgeleuchtet werden. Mit dem aktiven Kurvenlicht, verbessert sich die Fahrbahnausleuchtung in Kurven um bis zu 90 Prozent. Oder anders ausgedrückt: In einer lang gezogenen Kurve mit 190 Metern Radius sieht der Autofahrer dank aktivem Kurvenlicht 25 Meter weiter als mit dem herkömmlichen Abblendlicht. Wenn die Hauptscheinwerfer leuchten, schaltet sich das Abbiegelicht automatisch zu, wenn der Autofahrer unterhalb von 40 km/h den Blinker betätigt oder das Lenkrad einschlägt. Abblend- und Nebelscheinwerfer leuchten dann den Bereich seitlich vor dem Fahrzeug im Winkel von bis zu 65 Grad etwa 30 Meter weit aus. |
Bild 4 Das Landstraßenlicht, Bestandteil des Intelligent Light System (ILS) von Mercedes, sorgt für eine bessere Ausleuchtung des linken Fahrbahnrands |
Schwenkbares Bi-Xenon-System von Hella und Mercedes – mit Hilfe der drehbaren Walze werden verschiedene Lichtverteilungen ermöglicht |
Die
beiden seitlich schwenkbaren
Bi-Xenon-Module in den Scheinwerfergehäusen sind die Kernstücke des
ILS.
Für die neuen adaptiven Projektionsscheinwerfer muss das Licht jedoch präzise gelenkt werden, um die verschiedenen Lichtverteilungen zu erreichen. Dafür sorgt eine per Elektromotor drehbare Walze, die den Lichtverlauf beeinflusst. So lassen sich die unterschiedlichen Lichtfunktionen durch genau berechnete und fest programmierte Walzenpositionen einstellen. |
Über
Sinn und Unsinn elektronischer Helfer im Automobil wurde schon häufig
diskutiert. Der Fernlichtassistent erscheint dem Autor jedoch als sehr
hilfreich, da er nicht nur den Komfort erhöht, sondern auch der aktiven
Sicherheit dient.
Quellen:
BMW, Mercedes, Hella, FAZ
Johannes
Wiesinger
bearbeitet:
04.10.2010
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