| www.kfztech.de | Diesel | Technik | Möglichkeiten zur Verringerung von Partikel und NOx |
Techniken
|
Reduktion
des NOx |
||
|
Abgasrückführung
(AGR, EGR)
Mit Hilfe der Abgasrückführung wird die Entstehung von NOx verringert. Über ein AGR-Ventil wird aus dem Auslasskrümmer Abgas entnommen und der Ladeluft (Frischgas) beigemischt. Das Abgas nimmt an der Verbrennung nicht teil. Man muss sich das wie Verpackungsstyropor in einem Pappkarton vorstellen. Es dienst mehr zur Füllung des Raumes. Das Abgas muss mit aufgeheizt werden, wozu mehr Energie nötig ist, als für das Frischgas. Dadurch sinkt die Verbrennungstemperatur. Die Senkung der Verbrennungstemperatur reduziert den NOx-Anteil des Abgases. Es fehlt dadurch aber auch etwas Sauerstoff - CO und HC steigen dabei leicht (bei guter Auslegung) an, und werden mit einem Katalysator reduziert. Wird das Abgas vor der Beimengung gekühlt, kann eine weitere Stickoxidreduktion erreicht werden. (siehe System-Bild unten). Damit der Sauerstoffmangel nicht zu groß wird, muss mit genau erprobten Abgasrückführraten gearbeitet werden. Die AGR arbeitet deshalb nur im Teillastbereich. Zur Bestimmung der Rückführrate verwendet das Steuergerät als Eingangsinformationen die Drehzahl und die Last sowie die Kühlmitteltemperatur. Im Steuergerät werden die Ist-Daten dann mit einem AGR-Kennfeld verglichen. Man spricht bei diesen Systemen auch von äußerer AGR. Neben der äußeren Abgasrückführung, gibt es auch eine innere Abgasrückführung, die durch die Ventilüberschneidung entsteht. Eine verbesserte Füllung erreicht man im oberen Drehzahlbereich. Im unteren Drehzahlbereich bewirkt die Ventilüberschneidung ein Zurückströmen von Restgasen in das Saugrohr. Begünstigt wird dieser Effekt durch den lastabhängigen Saugrohrdruck, der bei Leerlauf und Teillast besonders hoch ist. In der Folge werden die Restgase wieder angesaugt und nehmen einen Teil des Brennraumvolumens ein. Daraus ergibt sich ein Absenken der Brennraumtemperatur, was wiederum eine Verringerung der Stickoxide bewirkt. Als Nachteil ergibt sich jedoch ein unrunder Leerlauf und ein Ansteigen der HC-Werte. Eine variable Ventilsteuerung kann hier Wunder bewirken. Unter Umständen kann sogar auf die äußere AGR verzichtet werden. |
||
|
NOx-Speicher-Kat Die Stickoxide werden wie in einem Schwamm gespeichert, der Kat muss mit fettem Gemisch alle 10 km durch eine Nacheinspritzung "gereinigt" werden, da der Schwefel den NOx Kat sonst vergiftet. Zur Erkennung des Regenerationsbedarfs und der Regelung sind zahlreiche Sensoren wie z.B. Temperatur- und Drucksensoren erforderlich weitere Einzelheiten des Nox-Kats siehe Beispiele unten oder Speicher-Kat bei FSI Benzindirekteinspritzung |
||
|
Harnstoff-Kat System SCR
(selektive katalytische Reduktion) reduziert NOx zu N2 und H2O
bei einem Wirkungsgrad von ca. 60%! - Harnstoff wird getrennt getankt und zerfällt im Abgas zu Ammoniak (NH3), das mit NOx reagiert. Beispiel
DaimlerChrysler: Um
aus Stickoxiden harmloses Wasser und Luftstickstoff zu machen, setzt DaimlerChrysler auf die SCR-Abgasreinigung bei Nutzfahrzeugen. Das
DeNOx-System besteht aus einem Keramik-Katalysator und einem
vorgeschalteten Oxi-Kat. Während der Fahrt wird als Reduktionsmittel in
den SCR-Kat per Dosierventil eine Harnstoff-Wasserlösung injiziert. Der
Harnstoff ist in gelöster Form ungiftig und geruchlos. In der Agrar-
und Textilbranche ist er seit langem bekannt. In den heißen Abgasen
wandelt sich der Harnstoff in Ammoniak (NH3) um. Im SCR-Kat werden
Stickoxide (NO und NO2) in die unschädlichen Komponenten Wasser und
Luftstickstoff umgewandelt. Das benötigte Reduktionsmittel wird in
einem Zusatztank im Lkw mitgeführt. |
|
Rußfilterung und Filterregeneration für Ruß und Schwefel |
|
Allgemeines Prinzip
a) mit einem Additiv oder b) katalytisch (passiv) oder c) durch eine Nacheinspritzung
Generell kann man
momentan feststellen, dass kleinere Pkw die EURO
IV durch innere Motormaßnahmen und ohne Partikelfilter schaffen
können, hubraumstärkere Motoren jedoch mit Partikelfilter ausgerüstet
werden müssen. |
|
B E I S P I E LE |
|
CRT-System
(Kombiniertes System für Partikel und NOx von HJS) > Technik an Bosch verkauft!
Rußfilter von Siemens für Nfz |
|
FAP
PSA-Konzern
Anmerkung:
Ein moderner Common Rail Diesel produziert ohne Filter bei 80000 km rund
3 kg Ruß, mit Filter sind es weniger als 100 g!! Näheres hier klicken (extra Bericht) (Bild unten von Peugeot) |
| Toyota
DPNR = Diesel Particulate NOx-Reduction ist ein kombinierter Keramik-Katalysator für NOx und Ruß seit 2004 im Avensis auch wahlweise mit D-Cat = Diesel Clean Advanced Technologyist momentan die modernste und effektivste Art der Abgasbehandlung beim Diesel arbeitet ohne Zusätze und ist wartungsfrei, Basis ist der D-4D Common Rail Motor der 3. Generation (1800 bar, Pilot-, Haupt- und Nacheinspritzungen) plus Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, Ladeluftkühlung, elektronisch geregelter wassergekühlter Abgasrückführung und speziellem Einspritzsystem Das System arbeitet mit Nacheinspritzung (EPI = Exhaust Port Injection) in den Abgaskrümmer, dadurch Erhöhung der Abgastemperatur durch die Anfettung und verbesserter Nachverbrennung (Konvertierung der Abgase) im DPNR-Kat Außerdem hat das D-Cat eine so genannte Niedrig Temperatur Verbrennung (LTC = Low Temperature Combustion). Durch gezielte Steuerung von Einspritzzeit und -dauer sowie der elektronischen gekühlten Abgasrückführung gelingt der Spagat zwischen NOx- und Rußreduzierung. Es wird also durch die niedrigen Verbrennungstemperaturen bereits weniger Stickoxide emittiert. Die Temperatur ist so niedrig, dass nicht mehr sondern sogar weniger Ruß entsteht. Chemische Vorgänge im DPNR-Kat laienhaft ausgedrückt:
|
| Bosch
|
HJS-Nachrüstlösung |
| HJS
hat einen Nachrüst-Partikelfilter mit Additiv entwickelt.
|
Twin-Tec-Nachrüstlösung Durch schaufelartige Einschnitte in einer gewellten Folie ist es möglich, einen Teilstrom des Abgases in ein Sintermetallvlies zu lenken.
|
| Twin-Tec
bietet einen Nachrüst-Partikelfilter ohne Additive und ohne Motoreingriff an. Die Reduzierung liegt hier nur zwischen 40 und 50%. Der serienmäßige Katalysator wird gegen Oxi-Kat und Partikelfilter getauscht. Lesen sie auch den Bericht zum Dieselnachrüstfilter von Twin-Tec |
Nachrüstlösung von Oberland-Mangold
Schematische Darstellung der Radial- und Tangentialströmung in der Trägerstruktur |
| Oberland
|
| DaimlerChrysler
ab Sept. 2003 mit Partikelfilter und EURO IV Limit, ohne Additive, mit Späteinspritzung (580 €), siehe Bild unten Mercedes: "Die Filterregeneration erfolgt durch eine bedarfsgerechte Anpassung verschiedener Motorsteuerungsfunktionen wie Kraftstoffeinspritzung, Ansaugluftdrosselung, Abgasrückführung und Ladedruckregelung. So lässt sich die Abgastemperatur gezielt erhöhen, und die im Filter eingelagerten Partikel brennen ab. Testergebnisse zeigen, dass die Ascherückstände nach hoher Fahrleistung um bis zu 75 Prozent geringer sind als bei Filtersystemen, die auf Zusatzstoffe angewiesen sind." |
| BMW,
Opel, Renault
ab 2004 in Serie, ohne Additive Sinter-Keramikfilter mit katalytisch aktiver Beschichtung |
| AUDI
Der Oxi-Vorkat sorgt für eine schnelle Umwandlung der Abgase fast unmittelbar nach dem Start. Außerdem zu erkennen der Unterboden-Kat und der katalytisch beschichtete Partikelfilter.
Die Umwandlung des eingelagerten Rußes zu CO2 erfolgt im normalen Fahrbetrieb bei Temperaturen um 350 bis 500 °C. Man spricht von einer passiven Regeneration. Fährt der AUDI viel Kurzstrecke erfolgt die Abbrennung durch kurzzeitiges Anfetten und einer Temperatur von 600 °C. Laut AUDI geschieht dies nur alle 1000 km und führt kaum zu Mehrverbrauch. Zur Regelung der Regeneration benötigt das Steuergerät auch die Informationen des Temperatur- und des Differenzdrucksensors. |
| Ford
und PSA
Ford arbeitet gemeinsam mit dem PSA-Konzern (Peugeot/Citroen). Bei Filtersystemen soll deren Regeneration unter möglichst weiten Bereichen des Last- und Drehzahlbandes möglich sein. Das Filtersystem der ersten Generation, wie es PSA einsetzt (FAP), verwendet hierzu ein Cerium-Additiv als Katalysator, das durch eine automatische Dosiereinrichtung nach jedem Füllvorgang im Tank dem Kraftstoff beigemischt wird. Durch diese Maßnahme gelingt es, die im Filter angelagerten Partikel, nicht erst bei etwa 600 Grad Celsius abzubrennen, sondern bereits bei Temperaturen knapp über 450 Grad Celsius. Nachteil: Das Additiv ist für nahezu die Hälfte der im Filter verbleibenden Asche verantwortlich. Deshalb entwickeln Ford und PSA derzeit ein katalytisches Filtersystem, das ohne Additiv auskommt. (siehe auch andere Hersteller) |
Übrigens:
Wer wegen der drohenden Umweltzonen seinen alten Diesel mit einem Rußpartikelfilter nachrüsten möchte, ist oft schnell ratlos. Denn für welche Fahrzeugschlüsselnummer und Abgasnorm es in Kombination mit welchem Nachrüstsystem nun welche Umweltplakette gibt, ist selbst für Fachleute schwer durchschaubar. Eine kostenlose Online-Datenbank von TÜV und Dekra soll Verbrauchern auf die Sprünge helfen:
Unter «feinstaubplakette.de» steht, welche Nachrüstlösungen es für einzelne Fahrzeugtypen gibt.
Betrieben wird die Datenbank von der Arge TP 21, der Arbeitsgemeinschaft Technische Prüfstelle von TÜV und Dekra. (dpa)
Wiesinger
26.08.2010
Quellen: verschiedene, Internet, Peugeot, VW, Audi, Mercedes, BBZ der Kfz-Innung München-Oberbayern, AU-Schulung (TAK), mot, VW/AUDI SSP, Siemens, BOSCH, Pierburg, ADAC