|
Anzeige
Auto Sensor Berlin - Der Spezialist
für Lambdasonden, AGR-Ventile, Leerlaufregler und Potis
Abgasrückführung = AGR; engl.: EGR
= Exhaust Gas Reduction
|
Bei hohen Verbrennungstemperaturen entstehen im Motor
zunehmend umweltschädliche Stickoxide. Um diese zu reduzieren, muss die
Verbrennungstemperatur gesenkt werden.
Mit Hilfe der
Abgasrückführung wird die Entstehung von
NOx
bei Otto- oder Dieselmotoren verringert.
Um dies zu erreichen, wird bei der äußeren
Abgasrückführung ein Teil des Abgases über ein Rohr zurück zur
Saugseite geführt und dort dem Frischgas beigemischt. Die Regelung hierzu
übernimmt ein außerhalb des Motors angebrachtes Abgasrückführventil.
Systembedingt wird während des Ansaugtaktes etwas
Abgas durch das offene Auslassventil wieder angesaugt (siehe interne
Abgasrückführung). |
 Schematische Darstellung der
Abgasrückführung (Bosch) |
Wie
wirkt sich die AGR aus?
Das Abgas nimmt nicht an der Verbrennung
teil, muss aber jedoch mit aufgeheizt werden. Als Folge sinkt die
Verbrennungstemperatur. Eine Absenkung der Verbrennungstemperatur hat immer eine
Verringerung des NOx-Anteils im Abgas zur Folge! Als zweiter Effekt
bewirkt die Beimischung des NOx einen verringerten Sauerstoff-Anteil
im Brennraum. Dies begünstigt ebenfalls, dass weniger NOx entstehen,
da diese besonders bei Luftüberschuss im Gemisch entstehen.
Die Abgasrückführung findet nur im
Teillastbereich statt, da hier der Motor besonders mager läuft. Bei Kaltstart,
Warmlauf und Volllast ist eine Abgasrückführung nicht sinnvoll.
|
Eine noch bessere Reduktion von
Stickoxiden kann erreicht werden, wenn das Abgas vor der Beimengung in
einem Abgasrückführungskühler gekühlt wird. Diese Kühlung wird
aufgrund der zusätzlichen Kosten nur bei leistungsstärkeren Motoren
durchgeführt.
Die Rückführrate des Abgases darf
auch keinen Fall zu hoch sein, da sonst das Gemisch zu wenig
Sauerstoff erhält und es sich zu viele Kohlenwasserstoffe (HC)
bilden würden. Die maximalen Abgasrückführungsraten betragen bei
Dieselmotoren etwa 60 %, bei Direkteinspritzer-Otto-Motoren etwa 50%
und bei konventionellen Saugrohr-Ottomotoren etwa 20 %.
Positiver Nebeneffekt: Bei Ottomotoren bewirkt die gesteuerte und
überwachte Abgasrückführung ein Absenken des spezifischen
Kraftstoffverbrauchs um bis zu 5%. Das Hinzufügen nicht brennbaren
Gemisches ermöglicht es nämlich, bei gleicher gewünschter Motorleistung
die Drosselklappe weiter zu öffnen und die Strömungsverluste an dieser
Stelle zu verringern. |
AGR-Ventil für einen
Dieselmotor von Pierburg |
|
Bei OBD-Fahrzeugen, wird das AGR-System vom Steuergerät überwacht
und aktiviert. Die Abgase werden vom Motor über das getaktete AGR-Ventil
angesaugt. Dadurch ändert sich die Ansaugtemperatur am NTC im Saugrohr. Somit
weiß das Steuergerät, dass das AGR System in Ordnung ist. Bleibt der
Temperatursprung aus, wird vom Steuergerät die MIL Fehler-Lampe
angesteuert. Als Rückmeldungssensoren, können auch Drucksensoren, oder
Potentiometer verbaut sein.
|
AGR-System mit AGR-Ventil
und EPW oder wahlweise mit EDW |
|
Die Ansteuerung des
AGR-Ventils, erfolgt je nach Ausführung des AGR-Systems über
-
Mechanische Druckwandler,
-
Elektro-Pneumatische Druckwandler (EPW)
-
Elektrische Druckwandler (EDW).
Es können aber auch Elektro-Umschaltventile
(EUV) oder Thermoventile verbaut sein.
Die Funktion von EPWs ist
ähnlich einem
"Dimmer" im
elektrischen Stromkreis zu verstehen.
Aus
Unterdruck und Atmosphärendruck wird
im EPW ein Mischdruck (Steuerdruck)
gebildet, über den pneumatische
Steller
(Unterdruckdose beim Turbo bzw. AGR-Ventil) stufenlos
eingestellt
werden können.
|

1 Saugrohr, 2
Klappenstutzen, 3 Luftfilter,
4 Elektrischer Druckwandler, 5
Steuergerät, 6 AGR-Ventil mit
Temperaturfühler, 7
Auspuffkrümmer, 8 Katalysator |
|
Bei allen Motoren kommt die interne Abgasrückführung durch die Überschneidung
der Ventilöffnungszeiten an den Zylindern zustande.
Große Ventilüberschneidungen durch früheres Öffnen des Einlassventils erhöhen
die innere Abgasrückführung und können daher zu einer NOx-Absenkung
beitragen.
Da das zugeführte Abgas das vorhandene Frischgas verdrängt, führt ein frühes
Öffnen des Einlassventils aber auch zu einer Absenkung des maximalen
Drehmoments.
Eine zu hohe Abgasrückführrate im Leerlauf kann zu Verbrennungsaussetzern führen,
die einen Anstieg der HC-Emissionen verursachen. Bei Motoren mit verstellbarer
Nockenwelle (Variable Steuerzeiten)
können die Überschneidung der Ventilöffnungszeiten und damit die interne
Abgasrückführung durch das Motorsteuergerät verändert werden.
|
|
Defektes
AGR-System
|
Ein defektes Teil im
Abgasrückführsystem führt im Allgemeinen zu
einer deutlichen Verschlechterung der
Abgaswerte.
Darüber hinaus kann es
zu einer Verschlechterung des Fahrverhaltens führen (Leerlaufprobleme, Ruckeln, Leistungsverlust,
Motor geht in Notlauf).
Bei jeder Beanstandung
und bei jeder Abgasuntersuchung (AU) ist daher
auch das Abgasrückführsystem zu prüfen.
Vermehrte Rußansammlung im Abgasrückführventil führt häufig
zum Defekt. Schlechte Gasannahme und schließlich starker Leistungsverlust
oder erhöhter Verbrauch können dann die Folge sein, je nachdem, in
welcher Position das Ventil stehen bleibt. Die meisten Fahrzeuge, die mit
einem AGR System ausgestattet sind, zeigen den Defekt aber auch durch
Aufleuchten von Motorkontroll- oder Werkstattlampe und durch Speichern
eines Fehlercodes an.
|
 Defektes Elektrisches AGR-Ventil - durch
ölhaltige Ablagerungen verklebt (Ursache möglicherweise stark ölhaltige
Ansaug- oder Ladeluft, häufige Kurzstreckenfahrten im Winter usw.) |
Prüfungen
|
Ein AGR-Ventil kann im Prinzip
relativ einfach auf Funktion und Dichtheit geprüft werden. Am
Beispiel von Pierburg soll dies exemplarisch verdeutlicht werden.
Grundsätzlich sollte beim Aufleuchten der Fehlerlampe (MIL) die Werkstatt
aufgesucht werden.
Bei Einmembranausführungen
(Pierburg) wird bei "Motor aus" mit der
Handunterdruckpumpe
eine Druckdifferenz von
ca. 300 mbar erzeugt (Diesel 500 mbar). Diese darf innerhalb von 5
min. nicht abfallen. Bei
betriebswarmen
Motor im Leerlauf wird ebenfalls eine Druckdifferenz von ca. 300 mbar
erzeugt. Der Leerlauf
muss sich nun deutlich verschlechtern
bzw. der Motor kann ausgehen.
Bei Einmembranausführungen
mit Temperaturfühler wird dieser aus dem
Ventil herausgedreht und der Widerstand gemessen (Sollwerte:
bei 20°C >1000 kΩ, 70°C
160-280 kΩ, 100°C 60-120 kΩ).
Zum Erwärmen Thermopistole benutzen
oder evtl. in heißes Wasser
(80-100°C) halten. Das Signal des
Temperaturfühlers wird nur zur Diagnose der Abgasrückführung durch das
Steuergerät genutzt. Anhand des Signals erkennt die Eigendiagnose
Fehler
im AGR-System. Im Regelfall wird hier
ein Fehlercode gesetzt. |
Abgasrückführventil mit Temperaturfühler Einmembranausführung
(Otto-Motor) |
Zur Unterscheidung der Unterdruckanschlüsse
bei Zweimembranausführungen sind diese mit
Farb-Kennringen versehen, die je nach
Fahrzeug unterschiedlich kombiniert sind (z.B.
rot und braun, rot und blau oder schwarz und
braun). An rot oder schwarz liegt die
Unterdruckquelle
an, die das AGR-Ventil öffnet. Im
Zweifelsfall ausprobieren. Die Prüfung erfolgt analog zur
Einmembranausführung.
Bei Einmembranausführungen
mit Poti-Lagerückmeldung wird die Membran
wie beschrieben geprüft. Am Potentiometer wird der
Gesamtwiderstand an Pin 2 und 3 gemessen (Sollwert:
1,5 kΩ - 2,5 kΩ). Der Schleifer-Widerstand wird an Pin 1
und
2 gemessen, dabei wird mit der
Handunterdruckpumpe
das AGR-Ventil langsam geöffnet. Der
Widerstandswert
steigt dabei stetig an (Sollwert: von <
700 Ω auf 1,5 kΩ - 2,5 kΩ).
Diese Seite von kfztech.de weiter empfehlen Johannes
Wiesinger bearbeitet:
27.08.2011 Folgen Sie
kfztech auf Twitter

Besuchen Sie kfztech auf Facebook
 |
|