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Reifen

 

Reifentipps

 

Reifentipps zur richtigen Reifenlagerung, Bremsweg und Profiltiefe, zur Mischbereifung, zu Leichtlaufreifen, Breitreifen und dem richtigen Reifenprofil, sowie Infos zur Winterreifenpflicht

Im Jahre 2010 verkaufte der Reifenhandel in Deutschland fast 40 Millionen neue PKW-Reifen, was ganze 10 Millionen Komplettsätzen an neuer Bereifung entspricht und so fallen hierzulande rund 10 Millionen Entscheidungen, welche Sommerreifen oder Winterreifen auf die alten Felgen sollen. Der umfangreiche Reifen-Ratgeber auf www.Testsieger-Reifen.de klärt über Mythen, Unklarheiten und Gerüchte rund um die Lagerung, Montage, und Anschaffung neuer Reifen auf.  

Reifenlagerung

Reifen auf Felge aufgezogen

  • hängend oder liegend

  • im Idealfall auf einer Holzpalette

Reifen ohne Felgen

  • stehend

  • von Zeit zu Zeit drehen, damit kein Standplatten entsteht

Reifenlagerung

Reinigung gründlich reinigen, auf Beschädigungen prüfen, keinen Dampfstrahler verwenden

Lagerort

dunkel, kühl, vor Zugluft geschützt, Kontakt mit Kraftstoff, Öl, Chemikalien vermeiden

Einlagerung

Reifen- und Autohändler lagern gegen geringe Gebühren ein.

Kennzeichnung

Mit Kreide Einbauort des Fahrzeugs kennzeichnen (z.B. VL für vorn links)

Winterreifenpflicht

Die Winterreifenpflicht ist nun da – Doch Fragen bleiben offen.

Hier finden Sie die Infos zur Winterreifenpflicht.

Ein Winterreifen Vergleich vor dem Kauf ist sicherlich eine lohnenswerte Sache.

Mischbereifung

Darf ich auf meinem Pkw auch gleichzeitig Winter- und Sommerreifen fahren, wenn die jeweilige Achse gleich bereift ist?      

Zur häufig gestellten Anfrage der „Mischbereifung“ von Reifen an Pkws lässt sich sagen, dass es durchaus erlaubt ist, Sommer- und Winterreifen gleichzeitig am Fahrzeug zu montieren.  Mehr Infos zur Mischbereifung

 

Bremsweg und Profiltiefe


Hier können Sie ein kleines Zip-Programm zum Bremsweg downloaden.


An den beiden Tabellen lässt sich schön erkennen, wie stark der Bremsweg bei abnehmender Profiltiefe (insbesondere bei nasser Fahrbahn) zunimmt.
 

Aquaplaning

Aquaplaning kein_aquaplaning_Michelin
Michelin Reifen bei Wasserdurchfahrt -

Nur mit ausreichender Profiltiefe kann ein Aufschwimmen des Reifens = Aquaplaning - vermieden werden.

Bei den folgenden Bildern vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) herausgegeben wird das besonders deutlich:

 

8,0 mm

3,0 mm

1,6 mm

im
Stand



Deutlich sind die tiefen Profilrillen zu erkennen, über die das Wasser bei der Fahrt abgeleitet wird.



Nur im Stand sind bei 3 mm Profiltiefe kaum Unterschiede zum Neureifen auszumachen.



Einige Stellen sind schon blank, die Rillen unterbrochen. Hier staut sich beim Fahren das Wasser.

bei
Tempo
70



Der neue Reifen verliert bei 70 km/h kaum Bodenkontakt. Die Rillen verdrängen das Wasser.



Es hat sich bereits ein Wasserkeil (oben) gebildet, der sich vorn unter den Reifen schiebt.



Große Gefahr: Der Wasserkeil schiebt sich fast unter die gesamte Auflagefläche des Reifens.

bei
Tempo
100



Zu schnell. Die Rillen schaffen es nicht mehr. Nur seitlich und hinten besteht Bodenkontakt.



Nur noch seitlich Kontakt. Jede Brems- oder Lenkbewegung kann verhängnisvoll werden.



Die Reifen heben ab, das Auto schwimmt, es ist vom Fahrer nicht mehr zu kontrollieren.

Quellen: www.zum.de

 

Leichtlaufreifen (Ökoreifen)

In Zeiten rapide steigender Spritpreise sind sparsame Reifen gefragt. Umweltbewusste Autofahrer wissen, dass man mit rollwiderstandsoptimierten  Leichtlaufreifen 8 bis 10% an Sprit sparen kann.

Ein  Beispiel hierzu:

Mit der neuesten Generation von rollwiderstandsoptimierten Reifen (Michelin) lassen sich bis zu 80 Liter Kraftstoff, auf die Lebensdauer der Reifen (45.000 km) bezogen einsparen. Der TÜV Süd hat dies mit dem MICHELIN ENERGY™ Saver Reifen für Benzinfahrzeuge nachgewiesen. Mehr Informationen dazu erhalten Sie unter info@michelin-online.de

Laut Nokian bedeuten 40 Prozent kleinerer Rollwiderstand sechs Prozent weniger Sprit. So spart man knapp 300 Euro bei einer normalen Laufleistung von 40 000 Kilometern. Gleichzeitig werden die CO2-Emissionen des Wagens kleiner.

Im Endeffekt spart man den Kauf der Reifen dadurch wieder ein.

Den Zielkonflikt, dass man mit Ökoreifen auch einen größeren Bremsweg insbesondere bei Nässe in Kauf nehmen muss, ist natürlich vorhanden, konnte in den letzten Jahren jedoch verringert werden. Denn grundsätzlich gilt, dass man für einen niedrigeren Rollwiderstand die Energieerhaltung verbessern muss und für einen kürzeren Bremsweg die Energievernichtung. Physikalisch betrachtet ist beides schwer zu vereinen Zehn Prozent weniger Rollwiderstand machten auf nasser Straße, in etwa sechs bis acht Meter mehr Bremsweg bei 100 km/h aus.

Der Konflikt zwischen Rollwiderstand und Nassgriff kann durch moderne Reifenentwicklung zwar gemildert, nicht aber aufgehoben werden.

 

Michelin LLR
Leichtlaufreifen: 

Rollwiderstandsoptimierte Pneus (Bild: Michelin Energy Saver) können den Spritverbrauch senken

 

Breitreifen

Bei den heutigen Autos geht der Trend eindeutig zu breiteren Reifen, das heißt die Höhe der Reifenflanken nimmt im Verhältnis zur Breite der Lauffläche ab (H/B-Verhältnis in %).

Vorteile:

  • Breitreifen erlauben auf trockener Straße eine bessere Kraftübertragung, größere Lenkgenauigkeit sowie bessere Querstabilität.
  • Die gleichzeitige Vergrößerung des Felgendurchmessers gestattet zudem stärkere und damit wirkungsvollere Radbremssysteme.
  • Verbesserungen in der Profilgestaltung ermöglichen, dass das Fahrverhalten auf nasser Straße genau so gut ausfällt, wie bei den schmalen Reifen.

Nachteil:

  • Fahrer von Breitreifen müssen mit verminderter Wintertauglichkeit rechnen.

Reifenprofil

 

Sollte die Reifen-Mindestprofiltiefe erreicht sein, der Verschleißanzeiger im Reifen  wird sichtbar, so sind unbedingt die Reifen paarweise zu wechseln. 

  • Gesetzliche Forderung 1,6 mm ---> 3 Punkte und 100,- DM Bußgeld Außerdem ist der Versicherungsschutz gefährdet, wenn ein Unfall verursacht wurde.
  • 1,6 mm bis 3 mm --< Kritischer Bereich
  • Über 3 mm --> Vom TÜV, GTÜ und ADAC empfohlen
  • Empfohlene Mindestprofiltiefe

    • Sommerreifen: S+T-Reifen 2 mm, bzw. R-Z-Reifen 3 mm

    • Winterreifen 4 mm

  •  

Reifenverschleiß 
dieser Reifen ist total hinüber
Überprüfen Sie regelmäßig die Profiltiefe. Messen Sie an mehreren Stellen. Bei einseitigem Abrieb unbedingt die Spur prüfen lassen.  

Haben die Reifen weniger als vier Millimeter Restprofil, sollte man die Anschaffung eines neuen Satzes Reifen nicht aufschieben. Mit dem Euro kann man leicht die Profiltiefe messen: Wird die goldene Umrandung der 1-Euro-Münze gerade noch verdeckt oder zeigt sich gar, sind die vier Millimeter Restprofil unterschritten.
 Profiltiefe mit Geldstück prüfen
So geht's auch: der "Goldrand" muss verschwinden
 Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Reifen auf Beschädigungen. Lassen Sie die Schäden von einer Fachwerkstatt prüfen. Montieren Sie bei Zweifeln das Reserverad.

Gehen Sie sorgfältig mit ihren Reifen um
  • Überfahren Sie Hindernisse möglichst langsam. 
  • Überfahren Sie Hindernisse in einem stumpfen Winkel.
  • Klemmen Sie Ihre Reifen nicht am Bordstein ein.
Reifen an Bordsteinkante
 
 

Verschleißindikator TWI:

Um zu erkennen ob der Reifen noch eine Profiltiefe von 1,6 mm aufweist, sind  in den Hauptprofilrillen an mehreren Stellen, über den Umfang des Reifens verteilt, Querstege in den Längs-Profilrillen angebracht. Die Querstege werden sichtbar, wenn das Restprofil 1,6 mm beträgt.

Profiltiefe

Die Tiefe des Profils ist am flachsten Punkt in den Rillen oder Einschnitten zu messen; stegähnliche Erhöhungen sowie Verstärkungen im Laufflächengrund bleiben bei der Beurteilung des Abnutzungsgrades unberücksichtigt.

Bei Reifen mit Abnutzungsindikatoren (TWI*) ist nur in den Rillen zu messen, in denen sich Abnutzungsindikatoren befinden.     *TWI = Tread Wear Indicator

Reifenprofilmesser

Reifenprofilmesser gibt es im Handel manchmal kostenlos als Werbegeschenk. Fragen Sie danach!

Die Flächen der Abnutzungsindikatoren selbst sind nicht in die Messung mit einzubeziehen.
Die Forderungen des Gesetzgebers sind in ausführlicher Form in der Straßenverkehrszulassungsordnung zu finden:
Forderung des Gesetzgebers (Auszug aus §36 StvZO)

  • Die Verwendung von nachgeschnittenen PKW-Reifen ist verboten.
  • Die Reifeninstandsetzung muss fachgerecht durchgeführt sein.
  • Abdichtungen mittels Pannenspray sind nur als Notbehelf anzusehen.
  • Das Einlegen eines Schlauches ohne Behebung des Schadens ist nicht zulässig.

 

Quellen: ADAC; ACE, BRV, diverse Reifenhersteller


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redaktionell bearbeitet: Johannes Wiesinger

geändert: 11.09.2011

 

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