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Was ist ein geeigneter Winterreifen? - Die situative Winterreifenpflicht

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kfztech.de rät:

Ein Winterreifen Vergleich vor dem Kauf ist sicherlich eine lohnenswerte Sache. 

Was ist eigentlich eine geeignete Bereifung für winterliche Straßenverhältnisse?

Lesen Sie auch Winterreifen (H. Zeuschner) | Winterreifentest | Winterreifenplicht für Lkw |

In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht

Situative Winterreifenpflicht bedeutet, dass Pkw nicht grundsätzlich mit Winterreifen ausgestattet sein müssen. Aber bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte, dürfen Fahrzeuge nicht ohne geeignete Bereifung nicht im öffentlichen Verkehrsraum gefahren werden.

Was bedeutet die Winterreifenpflicht nun konkret?

Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen Kraftfahrzeuge nur mit Reifen unterwegs sein, die als M+S-Reifen (Abkürzung für „mud + snow“ oder Matsch + Schnee) gekennzeichnet sind. 

Conti Winter Contact

Conti Winter Contact TS 850 Bild Continental

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Pkw-Winterreifen, die mit M+S, M&S oder M.S. gekennzeichnet sind, die Forderung nach geeigneter Bereifung im Winter erfüllen. Aber auch Ganzjahresreifen, die den Zusatz tragen, gelten als Winterreifen im Sinne der in Deutschland für Reifen vorgeschriebenen gesetzlichen Regelungen. Erkennbar sind Winterreifen übrigens auch recht einfach an den gut sichtbaren Lamellen auf der gesamten Lauffläche bis in die Reifenschulter - das sind feine, meist zickzackförmige Einschnitte in den Profilblöcken (siehe Abbildungen weiter unten).

Pkw müssen natürlich auf allen Achspositionen entsprechend bereift sein. Wer gegen diese Regelungen verstößt, riskiert ein Bußgeld von aktuell 40 Euro bzw. 80 Euro, wenn er dadurch den Verkehr behindert. Zum 1. Mai 2014 kommenden Jahres werden die Bußgelder deutlich angehoben werden.

Selbst ein mit M+S gekennzeichneter Reifen ist für die kalte Jahreszeit optimal allerdings nur noch geeignet, wenn er genügend Profiltiefe aufweist. Reifenexperten empfehlen für Winterreifen mindestens vier Millimeter. Darunter gehen Haftung und Traktion besonders auf Schnee und Eis spürbar zurück. Gesetzlich vorgeschrieben ist in Deutschland allerdings nur ein Mindestprofil von 1,6 Millimeter.

tirendo.de - Reifenhandel

Für Österreich oder in die Schweiz gelten folgende Regeln:

In Österreich gilt zwischen 1. November und 15. April eine gleichfalls situative Winterreifenpflicht. Bei winterlichen Fahrverhältnissen (Schnee, Matsch oder Eis) dürfen Pkw nur in Betrieb genommen werden, wenn an allen vier Rädern Winterreifen (M+S oder M&S, Mindestprofiltiefe hier aber 4 mm!) montiert oder bei geschlossener Schnee- oder Eisfläche an mindestens zwei Antriebsrädern Schneeketten angebracht sind. Die Schweiz verordnet keine Winterreifen; ihre Benutzung empfiehlt sich jedoch bei entsprechenden Straßenverhältnissen dringend, da bei Verkehrsbehinderung infolge ungeeigneter Bereifung Strafen verhängt werden können. Bei Unfall mit Sommerreifen auf winterlichen Straßen kommt zudem eine erhebliche Mithaftung in Betracht.

Bei der Reifenauswahl sollte Sicherheit an erster Stelle stehen. Die Tests von Automobilclubs wie vom ADAC und Kfz-Zeitschriften zeigen immer wieder, dass insbesondere Billigreifen aus Asien beim Bremsweg oft zu wünschen übrig lassen. Nicht der Preis allein, sondern vielmehr ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis sollte das Kaufkriterium sein. Wer sich diesbezüglich unsicher ist, sollte das Beratungsangebot des spezialisierten Reifenhandels nutzen. Qualifizierte Verkaufsmitarbeiter helfen bei der Auswahl der optimal auf kundenindividuelle Bedürfnisse zugeschnittenen Bereifung.

Reifen mit Lamellen (Info BRV)

Winterreifen Ganzjahresreifen

Winterreifen

Der echte Winterreifen hat klar erkennbare Lamellen* auf der gesamten Lauffläche bis in die Reifenschulter.

 *Lamellen sind feine, meist zickzackförmige Einschnitte in den Profilblöcken. Hier im Bildbereich sind sie gelb nachgezeichnet. Sie bilden zahlreiche Griffkanten für den Schnee auf der Fahrbahn.

Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen kombinieren verschiedene Profilarten, die teils für den Sommer, teils für den Winter entworfen sind.

Lamellen - im Ausschnitt gelb nachgezeichnet - befinden sich bei diesem Beispiel nur im mittleren Bereich der Lauffläche (im Bild rot eingegrenzt).

Geländereifen Sommerreifen

Geländereifen

So genannte SUV- oder Off-Road-Bereifung ist trotz M+S-Kennung in der Regel nur leicht bzw. grob lamelliert (in diesem Beispiel keine Zickzack-Lamellen). Ihre Wintertauglichkeit ist daher äußerst begrenzt. Die Verwendung ist möglich auf kalter, nasser Straße - jedoch nicht zu empfehlen auf Schnee und Eis!

Sommerreifen

Zum Vergleich: Ein Sommerreifen hat eindeutig keine Lamellen!


 

 

Von Oktober bis Ostern?  oder 7° Grad Regel?

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV, Bonn) rät:

"Von O bis O (Anm.: von Oktober bis Ostern), so besagt eine Faustregel, sollten die Kfz-Sommerreifen eingelagert und Winterreifen auf den Achsen montiert sein. Nicht nur bei geschlossener Schneedecke sind Winterpneus die adäquate Fahrzeugbereifung, sondern aufgrund ihrer speziellen Gummimischungen und Profile bieten sie bereits bei Außentemperaturen unter 7 Grad Celsius in der Regel die bessere Bodenhaftung."

"Winterreifen sind speziell für niedrige Temperaturen entwickelt. Und die gab es in der Saison 2008/2009 in ganz Deutschland an 185 Tagen“, so betont Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV e.V., Bonn), unter Bezug auf eine Auswertung von Daten des Deutschen Wetterdienstes.

Anmerkung der Redaktion:

"Hierzu ist festzustellen, dass die 7° These nicht bewiesen ist. Sommerreifen sind um die 7° im Bremsverhalten auf trockener und auch auf nasser Strecke den Winterreifen überlegen, wie Auto Bild bei Tests herausgefunden hatte. Bei Schnee sind die Winterreifen freilich besser als Sommerreifen. Trotzdem sollte wegen eines möglcihen schnellen Wintereinbruchs rechtzeitig auf die Winterreifen umgerüstet werden. Aus diesem Grund ist die O-O-Regel durchaus zu empfehlen."

 

Frosttage im Winter

2008/2009*

BRV Logo

Stadt

Tage mit

Bodenfrost**

Tage mit

Dauerfrost***

Hamburg 95 6
Berlin 126 22
Düsseldorf 103 9
Dresden 112 31
Frankfurt/Main 115 11
Stuttgart 157 18
München 140 25

* Oktober bis April; Quelle: Deutscher Wetterdienst
** Tagestiefstwert 5 cm über Erdboden unter Null Grad
*** max. Tagestemp. 2 m über Erdboden unter Null Grad

Noch eine wietere Meinung vom GTÜ zu  "O bis O":

Je nach Ausprägung der winterlichen Verhältnisse, sei es durch örtliche Unterschiede oder durch allgemeine klimatische Bedingungen, ist daher die Faustregel, "Oktober bis Ostern" Winterreifen zu fahren, mit Vorsicht zu genießen.

Durch die Winterreifenpflicht nach § 2 Abs. 3a der Straßenverkehrsordnung wird die Entscheidung, ob und wann man als Autofahrer besser mit Winterreifen oder Sommerreifen fahren soll, aber stark beeinflusst. Also kann die Empfehlung durch die "Winterreifenpflicht" bedingt nur lauten, dass man auf Winterreifen erst verzichten kann, wenn garantiert nicht mehr mit Schnee- und Eisglätte gerechnet werden muss. Das heißt also im Zweifelsfall lieber etwas länger mit Winterreifen fahren, wenn in der Fahrregion noch vereinzelt mit Kälteinbrüchen zu rechnen ist, obwohl die bessere Fahrphysik der Sommerreifen eigentlich dagegen spricht. Das Risiko eines Unfallverschuldens bzw. eines Mitverschuldens bei ungeeigneter (Winter-) Bereifung ist nämlich ziemlich hoch. Hinzu kommt noch das mögliche Bußgeld, das nur bei unzureichender Wintertauglichkeit der Reifen verhängt wird und nicht, wenn man im Sommer Winterreifen fährt.

Meinung des ADAC zur 7° These

Vom Reifenexperten des ADAC Ruprecht Müller gibt es zu den 7° auch eine klare Aussage: „Der Sommerreifen hat entscheidende Vorteile auf trockener und nasser Straße, auch bei niedrigen Temperaturen. Die sieben Grad seien „völlig willkürlich“ gewählt und durch keinen Testwert belegt."

Weitere Infos zum Winterreifen

 

Haftfähigkeit

Wann wechseln?

Reifen im Schnee

 Winterreifen verdanken ihre Sicherheitsreserven sowohl dem Profildesign als auch den speziellen Gummi-Mischungen. Diese entwickeln die beste Haftfähigkeit unter 7°C und unterstützen damit die Profilwirkung. (Anm.: Dass Sommerreifen bereits bei dieser Temperatur stark abbauen, stimmt allerdings nicht.)  Es gilt trotzdem die Empfehlung, die Winterreifen möglichst lange drauf zulassen und erst Ende April gegen die Sommerreifen zu tauschen. Ein pragmatisches Argument hierfür ist auch, dass die Reifen nur 4 Jahre gefahren werden sollen. Wenn man Sommer- und Winterreifen je 6 Monate fährt, nutzen sich beide in etwa gleich stark ab. 

 

Laut Autobild  Nr. 42/2002  wurden Bremsversuche gemacht, wonach bei trockener Fahrbahn der Sommerreifen den Winterreifen (Kategorie "T") selbst unter 7°C im Bremsverhalten deutlich überlegen war. 

Diesen Widerspruch kann niemand auflösen.

 

Druck

Bisher wurde häufig bei Winterreifen ein etwas höherer Luftdruck als bei Sommerreifen empfohlen. Dies ist bei den heutigen Winterreifen jedoch nicht mehr ratsam. Um die verbesserten Trocken- und Nassfahreigenschaften eines modernen Winterreifen optimal auszunutzen, sollten Sie auf jeden Fall, bei Montage von serienmäßigen Wintergrößen,  die vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Werte einhalten.

Profil

Der ADAC empfiehlt Winterreifen mit weniger als 4 mm Profil auszutauschen.

Die Symbole verwirren häufig: M+S oder Schneeflocke. Wonach sollte man sich richten?
Mehr dazu vom BRV weiter oben.

 

Passfahrt

Winterreifen müssen mindestens 5 mm Profiltiefe für die Pässe in Österreich, Schweiz und Südtirol aufweisen.

Unfall

Autofahrer, die bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen in einen Unfall verwickelt sind, werden vor Gericht immer öfter eine Teilschuld wegen Fahrlässigkeit angelastet.

Montage

Man sollte darauf achten, dass die Herstellerempfehlungen beachtet werden. Im Angebot der Reifenhersteller sind nämlich asymmetrische, laufrichtungsgebundene und symmetrische Winterreifen. Bei der Montage sind die Hinweise auf der Seitenwand hilfreich. Sie geben die Laufrichtung (Pfeil) oder die Außenseite (z.B. "Außen - Outside") des Reifens an. Nur so können die Winterreifen ihre besonderen Eigenschaften wie Grip fürs Anfahren und Bremsen auf Schnee und Eis entwickeln.

Winterreifen bei trockener Fahrbahn

Vergleichstests wie der GTÜ-Winterreifentest 2012 zeigen dass die Bremswege auf Winterreifen bei Trockenheit gegenüber der Sommerbereifung wesentlich länger sind. In Zahlen - des GTÜ-Tests - bedeutet das: rund sieben Meter mehr Bremsweg bei der Bremsung aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h bis zum Stillstand. Diese Erkenntnis hat diverse Gründe, unter anderem hat in diesem Fall die Lamellierung eine negative Auswirkung auf die Haftung, da die Profilblöcke weniger Auflagefläche haben, um sich im Asphalt zu verzahnen. Quelle GTÜ

Winterreifen bei Nässe

Die in der EG-Richtlinie 92/23/EWG geforderten größeren Profilrillen in der Lauffläche bei M+S-Reifen befähigen den Winterreifen eine gute Ableitung des Regenwassers auf der Straße. Mittels kontrollierten Leitens des Wassers durch die Profilrillen wird das "Aufschwimmen" des Reifens auf dem Wasser verhindert und der direkte Kontakt zur Straßenoberfläche bliebt gewährleistet. Somit kann von besseren Aquaplaningeigenschaften ausgegangen werden, als bei einem nicht explizit für Nässe konzipierten Sommerreifen. Bei vielen Winterreifen ist bedingt durch das Leiten des Wassers (meist von der Reifenmitte in Richtung der Seiten) eine Laufrichtung für die Reifen vorgeschrieben. Diese ist in der Regel mit einem Pfeil und der Beschriftung "Rotation" auf den Seitenflanken eines Reifens gekennzeichnet und sollte beim Räderwechseln beachtet werden. Quelle GTÜ

Winterreifen bei Schnee

Der Winterreifen ist für den Schneeeinsatz konzipiert. Durch seine feine Lamellierung und angepasste Laufstreifenmischung erzielt er im Vergleich zum Sommerreifen wesentlich größere Haftwerte bei Schnee. Die nötige Traktion in tiefem Schnee bietet der Winterreifen durch seine zahlreichen Profilblöcke. Querlamellen begünstigen zudem die Rutschfestigkeit. Maximale Sicherheit bei schneebedeckter Fahrbahn bieten lediglich Winterreifen mit ausreichender Profiltiefe (siehe Oktober bis Ostern). Quelle: GTÜ

Winterreifen bei Eis

Reifen nutzen die raue Oberfläche einer Straße, um sich darin zu verzahnen. Daraus erfolgt eine gute Haftung bei Beanspruchungen durch sowohl Seiten- als auch Längskräfte. Der Reibungswert einer eisbedeckten Straßenoberfläche ist jedoch um das fünf- bis zehnfache kleiner als der Wert einer trockenen asphaltierten Straße. Die Haftung der Bereifung ist auf Eis so extrem gering, dass die Unterschiede zwischen den Bereifungsarten hier lediglich marginal sind. Daher ist bei den Winterreifentests die Kategorie "auf Eis" entweder nicht vorhanden oder erfährt eine sehr geringe Gewichtung. 

Winterreifen bei hohem Autobahntempo

Reifen mit der M+S-Kennung dürfen für eine niedrigere Höchstgeschwindigkeit zugelassen sein, als der Geschwindigkeitswert der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des zugehörigen Fahrzeugs. Jedoch darf in diesem Fall die maximal zulässige Geschwindigkeit der Reifen (Beispiel: Reifenkennzeichnung "T" = maximal 190 km/h erlaubt) im Fahrbetrieb nicht überschritten werden. Zudem muss dem Fahrzeugführer in diesem Fall die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit der aktuellen Bereifung in dessen Blickfeld angezeigt werden. Dies erfolgt meist durch ein M+S-Klebeschild. Die Reifen sollten keinen höheren als für zulässig erklärten Geschwindigkeiten ausgesetzt werden, da die Gefahr besteht, dass sich auf Dauer die Lauffläche ablösen kann. Quelle: GTÜ

Winterreifen im Sommer

Der Winterreifen ist auf den Einsatz in tieferen Temperaturen abgestimmt. Seine Konzeption kann in viele Richtungen ausgelegt werden. Der Haftung auf Schnee steht die Haftung auf trockener warmer Fahrbahn entgegen. Bei jeder Entwicklung muss ein Kompromiss zwischen möglichst flexiblen Gummiblöcken in Fahrtrichtung, die mit den feinen Lamellen für erhöhte Griffigkeit auf Schnee sorgen, und steifer Auslegung für weniger Abrieb und somit höherer Laufleistung des Reifens gefunden werden. Bedingt durch die "weichere" Gummimischung und das Profil der Lauffläche haben Winterreifen bei warmen Temperaturen einen höheren Verschleiß als Sommerreifen. Quelle: GTÜ

Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen stellen einen Kompromiss zwischen Sommerreifen und Winterreifen dar. Da auch hier keine klare Definition eines Ganzjahresreifens besteht, sind einige Reifen mit sommerlicherem, aber auch einige Reifen mit eher winterlichem Profil erhältlich. Es ist fragwürdig, ob man dem Betrieb von Sommer- und Winterreifen das durch die Bauart der Ganzjahresreifen bedingte höhere Ablaufgeräusch und die geringere Haftung auf der Straße bei sommerlichen Verhältnissen und die im Vergleich zum Winterreifen weniger ausgeprägte Lamellierung mit geringerer Haftung auf Schnee, vorziehen sollte. Einen geringen Vorteil bietet der Ganzjahresreifen jedoch: Es muss kein saisonbedingter Reifenwechsel erfolgen.

GTÜ-Winterratgeber

Informationen zu diesem Thema finden sich auch im GTÜ-Winterratgeber, der unter http://ratgeber.gtue.de zum Download bereitsteht. Zudem kann der praktische Ratgeber für den sicherheitsbewussten Autofahrer auch bei der GTÜ kostenfrei bestellt werden: GTÜ · Vor dem Lauch 25 · 70567 Stuttgart · Stichwort: Winterratgeber oder per E-Mail an vertrieb@gtue.de . 

Infos zur Winterreifenpflicht:

Die Winterreifenpflicht ist nun da – Doch Fragen bleiben offen

Der Bundesrat hat am 26. November 2010 der Vorlage des Bundesverkehrsministeriums zur Winterreifenpflicht zugestimmt. Dies bedeutet für die Autofahrer, dass sie 40 Euro statt bisher 20 Euro bezahlen müssen, wenn sie bei Winterwetter und glatten Straßen ohne Winterreifen unterwegs sind. Dies geht aus der Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) hervor. Belangt wird dabei übrigens der Fahrer und nicht der Halter. Führt die unpassende Bereifung zu Behinderungen im winterlichen Straßenverkehr werden sogar 80 Euro fällig. Die Winterreifenpflicht trat am 30. November in Kraft.

M+S Symbol kein geschütztes Zeichen

Die Neuregelung war nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg im Juli notwendig geworden. Das Gericht hatte Bußgelder bei falscher Bereifung für verfassungswidrig erklärt, weil die Regelungen zu schwammig seien. Bisher hieß es nur, dass die Ausrüstung von Fahrzeugen „an die Wetterverhältnisse anzupassen“ ist.

Hierzu zählte insbesondere die „geeignete Bereifung“ - ohne zu erklären, was genau damit gemeint ist. Es gehe auch um mehr Klarheit für die Polizei bei Kontrollen, betonte das Verkehrsministerium, was der ADAC begrüßte. Für kfztech.de ist dies allerdings nicht unbedingt der Fall.

Das M+S Symbol ist nämlich nicht geschützt, es allein sagt nämlich nicht aus, ob der Reifen tatsächlich für winterliche Straßen geeignet ist. Jeder Reifenhersteller kann im Prinzip das Logo auf seine Reifen drucken. Es gibt beispielsweise Sommerreifen, die mit dem M+S Symbol gekennzeichnet sind. Man erfüllt damit nun zwar die Verordnung, ist aber keinesfalls auf winterlichen Straßen sicher unterwegs. Hier müsste es einheitliche Vorgaben in Europa geben.

Ob es dieser Winterreifenpflicht überhaupt bedurft hätte, bleibt für kfztech.de ebenfalls fraglich, da bereits vorher schon rund 80 % der Autofahrer ihre Reifen regelmäßig umgerüstet hatten.
M+S-Symbol

ADAC fordert tieferes Mindestprofil

Die Verkehrsexperten des ADAC kritisieren im Übrigen, dass die weiterhin vorgeschriebene Profiltiefe von 1,6 Millimetern nicht geändert wurde. Ein Mindestprofil von 4 mm, wie von vielen Experten gefordert, könne für wesentlich besseren Halt und kürzere Bremswege auf winterlichen Straßen sorgen.

 

Häufig gestellte Fragen zur Winterreifenpflicht (FAQ) von Lkw und Bussen

  • Gilt die "situative Winterreifenpflicht" genau wie für Pkw auch für Lkw und Busse?

  • Müssen Nutzfahrzeuge aus dem Ausland mit Winterreifen ausgerüstet sein, wenn sie bei Schnee, Matsch und Eis auf deutschen Straßen unterwegs sind?

Diese und andere häufig gestellte Fragen rund um Winterreifen für Nutzfahrzeuge beantworten  die drei Verbände BGL, BRV und wdk:

Lkw Winterreifenpflicht

Vergessen Sie auch nicht Ihr Auto winterfit zu machen.

Quellen: BRV, GTUE, ADAC, Autobild,



Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 19.02.2015
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