Ein
revolutionäres Abgasreinigungssystem geht seinen Weg:
Der
Peugeot 607 HDi war im Jahr 2000 der erste Pkw weltweit, der serienmäßig mit
einem Rußpartikelfilter ausgestattet wurde. Dieses von PSA Peugeot
Citroën entwickelte und FAP (Filtre à particules) genannte System
verbrennt die im Diesel-Abgas enthaltenen Rußpartikel vollständig, bevor sie
in die Atmosphäre gelangen. Seit 2001 wird das Partikelfiltersystem im 406 und
307, seit 2002 im 807 angeboten. Alle HDi-Modelle, die mit FAP-System angeboten
werden, verfügen serienmäßig über den Partikelfilter.
Das
Hauptproblem der Dieseltechnik ist der Ausstoß von Dieselrußpartikeln,
Neben innermotorischen Maßnahmen ist die Abgasnachbehandlung deshalb äußerst wichtig.
Um z.B. die EURO IV Abgasnorm zu erreichen
setzte von vorn herein Peugeot auf den Rußpartikelfilter. Mittlerweile (Stand
2003) ziehen auch die deutschen Automobilhersteller nach und bauen künftig,
zumindest in der Mittel- und Oberklasse, auch Rußpartikelfilter ein.
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Anmerkungen:
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oben: HDI Motor mit
Common Rail-Technik |
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Beschreibung
des FAP-Systems
Es
besteht aus drei Komponenten:
1. dem Filterelement,
das mit einem vorgeschalteten Vorkatalysator sowie Temperatur- und
Druckprüfsensoren verbunden ist;
2. einer Steuer- und Prüfsoftware
für den HDi-Common-Rail-Motor, die die Regeneration des Filters und die
Selbstdiagnose des Systems steuert. Diese Software bildet das Herz des
Systems;
3. der
fahrzeugintegrierten Vorrichtung zur Zugabe eines Kraftstoffadditivs.
Das zentrale Element des FAP
stellt der Partikelfilter dar, der die im
Abgas enthaltenen Rußpartikel zunächst
auffängt und dann in regelmäßigen Abständen (ca. 700 km) in einem innovativen
Verfahren verbrennt.
Dieses Verfahren erfolgt unter der Zuhilfenahme des Additivs Eolys. |
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Der
Partikelfilter
Der
Partikelfilter aus Siliziumkarbid besitzt eine poröse
Struktur, die aus einer Vielzahl von Kanälen
gebildet wird, die die Partikel binden, wenn sie von den Abgasen
durchströmt werden.
Diese Struktur aus Siliziumkarbid
zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
• eine
sehr hohe Abscheiderate
• eine
hohe Partikelbindefähigkeit und dadurch lange Regenerationsintervalle
• eine
hohe thermische, mechanische und chemische Festigkeit
•
geringe Lastverluste.
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unten: Prinzip der
Filterregeneration
durch Anklicken erscheint das Bild in großer Auflösung |
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Das
Prinzip der Regeneration des Partikelfilters
Die
Regeneration des Filters wird durch die Common-Rail-Einspritzung
gesteuert, die es durch Nacheinspritzungen ermöglicht, die (im
Stadtverkehr bei rund 150 °C liegende) Temperatur der Verbrennungsgase am
Ausgang des Abgaskrümmers auf über 450 °C anzuheben.
Dieser
Vorgang zur Erhöhung der Abgastemperatur läuft in zwei Stufen ab:
1. Eine
Dieselnacheinspritzung zum Ende des Arbeitstaktes führt zu einer
Nachverbrennung im Zylinder und zu einer Temperaturerhöhung um 200 bis
250 °C.
2. Durch eine
zusätzliche Nachverbrennung, die durch einen dem Filter vorgeschalteten
Oxidationskatalysator erzeugt wird, werden die bei der Nacheinspritzung
entstehenden unverbrannten Kohlenwasserstoffe beseitigt. Die Temperatur
kann um über 100 °C ansteigen.
Ein Kraftstoffadditiv sorgt dafür, dass die Partikel
bereits bei ihrer Entstehung so konditioniert werden, dass sie schon bei
450°C statt bei ihrer natürlichen Entzündungstemperatur von 600°C
verbrennen. Die Regeneration erfolgt, ohne dass dies vom Fahrer bemerkt
wird. Auch während dieses Prozesses erfolgt keinerlei Rauchentwicklung am
Auspuff.
Die
Regeneration besteht in der regelmäßigen
Verbrennung (je nach Fahrweise
etwa alle 700 Kilometer) der im
Filter abgeschiedenen und von ihm gebundenen Partikel. Diese setzen sich
im wesentlichen aus Kohlenstoff und Kohlenwasserstoffen zusammen und
verbrennen mit Sauerstoff bei einer Temperatur von 550 °C.
Selbst unter ungünstigsten
Betriebsbedingungen, in denen der Motor nicht auf Temperatur kommt, kann
die Temperatur der Verbrennungsgase durch die Aktivierung dieser
Maßnahmen auf über 450 °C angehoben werden.
Ein Drucksensor beobachtet den
Zusetzungsgrad des Filters und setzt sobald nötig die Regeneration in
Gang. Eine
vollständige Regeneration dauert rund zwei bis drei Minuten.
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Die
Drehmomentkontrolle
Die Nachverbrennung während der
Regeneration führt zu einer Erhöhung des Motordrehmoments.
Damit dieser Vorgang vom Fahrer
unbemerkt abläuft, wurden spezielle Techniken zur Drehmomentkontrolle
entwickelt. Sie stützen sich auf:
• eine
optimierte Steuerung jeder Einzeleinspritzung, d. h. der Vor-, der
Haupt- und der Nacheinspritzung
• die
Kontrolle des Ladedrucks
Die für die Regeneration des
Filters erforderlichen Kraftstoffeinspritzungen bei gleichzeitiger
Aufrechterhaltung eines hohen Fahrkomforts sind allein durch die
Flexibilität des Common-Rail-Systems möglich. |
Zugabe
eines Kraftstoffadditivs
Um
die Regenerationsschwelle zu erreichen, wird dem Kraftstoff Eolys®
zugesetzt, eine von der Firma Rhodia hergestellte Verbindung auf
Cerinbasis, durch die die Spontanverbrennungstemperatur der Partikel auf
450 °C abgesenkt wird.
Das
Additiv "Eolys" wird in einem fünf Liter fassenden Tank mitgeführt.
Das Additiv wird dem Kraftstoff bei jedem Tankvorgang automatisch in
geringer Menge beigemengt und ist permanent in minimaler Konzentration im
Diesel enthalten.
Eine
Tankfüllung von fünf Litern reicht bei der aktuellen Generation des
FAP-Systems bis zum vorgesehenen Wartungsintervall von 120.000 Kilometern.
Peugeot hat sich bewusst für ein Partikelfiltersystem mit Additiv
entschieden, da dieses eine zuverlässige Funktion unter allen
Betriebsbedingungen sicherstellt und für die kürzest mögliche
Regenerationsdauer von nur zwei bis vier Minuten und einen minimalen
Mehrverbrauch von nur ein bis zwei Prozent sorgt.
Es wurden zahlreiche Versuche
durchgeführt, in denen der Nachweis dafür geführt werden konnte, dass
Eolys® weder gesundheits- noch umweltschädlich ist.
Es wurde vom französischen und
deutschen Umweltministerium zugelassen und von den zuständigen
EU-Behörden für den Verkauf freigegeben.
In der nächsten
Generation wurde das Filterelement nach 120.000 Kilometern (später sogar
180.000 km) im Rahmen des üblichen
Inspektionsintervalls ausgebaut, gereinigt und kommt anschließend als
Austauschteil wieder zum Einsatz. Gleichzeitig wird der Additivtank aufgefüllt.
In der ersten Generation war ein Tausch bei 80 000 km vorgesehen.
Die
Vorrichtung zur Additivzugabe
Das Cerin kommt in einer
organischen Lösung zur Anwendung, die in einem neben dem Kraftstofftank
angeordneten Zusatztank gelagert wird. Um
die Additivmenge proportional zur jeweils getankten Kraftstoffmenge zu
dosieren, wurde eine Vorrichtung zur Additivzugabe entwickelt.
Diese Vorrichtung besteht aus:
•
einer Zapfvorrichtung mit Minimalstandsdetektor am Additivtank
•
einem am Kraftstoffhaupttank angebrachten Additiveinspritzsystem
•
einem speziellen Rechner für die Steuerung der Additivzugabefunktion.
Für eine 60-Liter-Tankfüllung
spritzt die Vorrichtung 37,5 ml Lösung mit 1,9 g Cerin ein. Mit
dem 5-Liter-Tank ist eine Reichweite von 80 000 km gewährleistet. Der Tank wird vom Händler im Zuge der
Filterreinigung nachgefüllt. |
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weiteres Systembild
von Peugeot |
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 durch Anklicken erscheint das Bild in großer Auflösung
Spätere FAP
Modelle sind wartungsfrei. Alle Peugeot-Dieselmotoren mit FAP-System
unterschreiten dank des Partikelfilters die Grenzwerte der Euro 4-Norm für
Rußpartikel um ein Vielfaches.
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Anmerkungen:
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Das
Rußpartikelfiltersystem FAP reduziert den Partikelausstoß bis an die
Nachweisbarkeitsgrenze auf einen Wert von nur 0,004 g/km (Homologationswert
für den Peugeot 607).
- Im
ADAC-Langzeittest über 80.000 km emittierte der Peugeot 607 im Mittel
sogar nur 0,001 g/km Rußpartikel.
- Ein moderner
Common Rail Diesel produziert ohne Filter bei 80000 km rund 3 kg Ruß,
mit Filter sind es weniger als 100 g!
-
Der
ADAC kam bereits Mitte 2001 zu dem Fazit: "Der Peugeot 607 HDi
mit dem neuen Partikelfiltersystem, das erste Serienfahrzeug mit
Partikelfilter, emittiert wesentlich weniger Partikel als moderne
Dieselfahrzeuge mit konventioneller Technik:
-
Gravimetrisch
ist die Emission rund ein 1/42, bezogen auf die Partikelanzahl sogar
nur rund 1/10.000. Damit ist der Peugeot 607 praktisch partikelfrei.
Eine fundamentale Schwäche der Dieselfahrzeuge ist damit
beseitigt."
-
Der
Verbrauch steigt während der Regeneration um ca. 5%
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siehe auch die
Entwicklung von Ford in diesem Zusammenhang
Lesen
Sie auch den Bericht über Kraftstoffilter von H.-D. Zeuschner
Lesen Sie hierzu auch noch die beiden Berichte
über Dieselabgas:
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Wiesinger bearbeitet:
29.08.2011 Folgen Sie
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