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Wissenswertes über Zündkerzen - 2

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zum Großbild: Aufbau einer Standard-Zündkerze (ohne Entstörwiderstand)

Die Luftgleitfunkenkerze

 
Hauptproblem:

Leitende Rußablagerungen bewirken ein Abfließen der Zündspannung 

Abhilfe:

Der Rußbelag auf dem Isolatorfuß bewirkt, dass der Funke wegen der höheren Leitfähigkeit des Rußes zunächst über den Isolatorfuß oben gleitet. Der Luftspalt, der zu überwinden ist, ist kleiner. Der Gleitfunke reinigt die Isolatorfußspitze und anschließend arbeitet die Kerze wieder wie eine normale Luftfunkenkerze.
Ablagerungen
Durch Ablagerungen fließt die Zündspannung ab
Gleitfunkenkerze
Gleitfunkenkerze

Wärmewert

 
Motoren unterscheiden sich sehr stark. Deshalb ist es nicht möglich gleiche Zündkerzen einzubauen. Neben der Elektrodenlage und -form ist der Wärmewert sehr wichtig.

Der Wärmewert beschreibt die Fähigkeit einer Zündkerze, Wärme aufzunehmen und wieder abzuführen. Er wird durch die Form des Isolatorfußes vorgegeben. Der Wärmewert ist deshalb so wichtig, da eine Zündkerze einerseits eine bestimmte Mindesttemperatur (Freibrenngrenze oder Selbstreinigungstemperatur = 450°C) erreichen muss, um ein "Verrußen" und damit Zündungsaussetzer zu vermeiden, andererseits jedoch eine bestimmte Höchsttemperatur bei Volllast  nicht überschritten werden darf, um Glühzündungen (Glühzündungsbereich = 850°C) auszuschließen.

Der Wärmewert einer Zündkerze wird durch eine herstellerspezifische Wärmewert-Kennzahl bestimmt und muss der spezifischen Motorcharakteristik angepasst sein.
Beispiel Bosch:  
Niedrige Kennzahlen
(z.B. 2 bis 4) bedeuten "kalte" Zündkerzen, also eine geringe Wärmeaufnahme bei heißen Motoren (z.B. Ferrari).  -zu niedriger Wärmewert führt zu verschmutztem Isolatorfuß  
Hohe Kennzahlen
(z.B. 7 bis 10) bedeuten "heiße" Zündkerzen, d.h. eine hohe Wärmeaufnahme für kalte Motoren (z.B. VW Käfer). - zu hoher Wärmewert führt zu Glühzündungen
Hinweis: Gilt z.B. für Bosch, nicht aber für NGK!

Temperaturverhalten von Zündkerzen, mit verschiedener Wärmewertkennzahl

Wärmewert hoch Wärmewert hoch

Zündkerze mit hoher Wärmewertkennzahl ("heiße Zündkerze"). Große Isolatorfußfläche  nimmt viel Wärme auf. Wärmeableitung gering. 

Wärmewert mittel Wärmewert mittel

Zündkerze mit mittlerer Wärmewertkennzahl. Isolatorfußfläche geringer als bei "heißer Zündkerze". Weniger Wärmeaufnahme. Wärmeableitung besser. 
Wärmewert niedrig Wärmewert niedrig

Zündkerze mit niedriger Wärmewertkennzahl ("kalte Zündkerze"). Kleine Isolatorfußfläche nimmt wenig Wärme auf. Wärmeableitung sehr gut. 

Hinweis: Je nach Zündkerzen-Hersteller kann ein hoher Wärmewert auch mit einer niedrigen Kennzahl versehen werden und umgekehrt (z.B. NGK)

Beispiel: NGK

  • Niedrige Kennzahl,  z.B. 4 = heiße Kerze = hohe Wärmeaufnahme

  • Hohe Kennzahl, z.B.  8 = kalte Kerze = geringe Wärmeaufnahme

Ein Vergleich ist grundsätzlich nur durch Tabellen möglich!

   
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Johannes Wiesinger
bearbeitet: 20.02.2015

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