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Beim Aktive Body Control (ABC) von Mercedes handelt es sich um ein aktives elektro-hydraulisches Federungssystem, das den Aufbau (Body) in allen Fahrsituationen auf gleichem Niveau halten soll. Mit diesem Fahrwerkssystem werden sowohl die Federung und die Schwingungsdämpfung verändert als auch die Niveauregelung ermöglicht.
Vorderachs-Federbein der Active Body Control. CL-Klasse, Modelljahr 2003
Aktive Fahrwerkssysteme (AFS) wie das ABC verbessern das Fahrverhalten, in dem sie den Bewegungen des Fahrzeugs um die
Hochachse (Schleudern)
Längsachse (Wanken) und die
Querachse (Nicken)
entgegenwirken.
Zum Erfassen dieser Bewegungen sind Sensoren erforderlich:
Drehzahlfühler des ABS (Raddrehzahlen, Fahrgeschwindigkeit)
Lenkwinkelsensor (Lenkwinkel und Lenkgeschwindigkeit)
Giermomentsensor (Drehung des Fahrzeugs um die Hochachse)
Längs- und Querbeschleunigungssensoren ( Beschleunigungs-, Brems- und Kurvenkräfte)
Niveausensoren (Höhe des Fahrzeugaufbaus)
Zum Regelung sind in jedem Federbein vertikal verstellbare Hydraulikzylinder (Plunger) angeordnet. Je mehr Öl in den Hydraulikzylinder gepumpt wird, um so stärker wird die Feder vorgespannt und um so größer wird die Federkraft. Die Ölpumpe arbeitet mit Drücken bis zu 200 bar. Zur Erfassung der Kolbenstangenstellung und Rückmeldung an das Steuergerät ist jeweils ein Wegsensor am Hydraulikzylinder angebracht.
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Der Ölfluss selbst wird durch Regel- und Sperrventile gesteuert. Die Regelventile lassen entweder den Druck zum Hydraulikzylinder oder zum Rücklauf. Die Sperrventile schließen beispielsweise bei stehendem Motor oder Fehlern den Vorlauf. Die Ventile werden elektromagnetisch betätigt und sitzen als Ventileinheiten an den Achsen. Jedes Federbein kann einzeln geregelt werden.
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Federbein mit Hydraulikzylinder
Einige Funktionen:
Bereits beim Öffnen der Fahrertür wird das Steuergerät aktiviert. Es beginnt ein Vergleich des Fahrzeugniveaus (Ist-Niveau) mit dem gespeicherten Wert (Soll-Niveau). Wird ein Unterschied festgestellt, werden die Federbeine entsprechend angesteuert und das Fahrzeug angehoben oder abgesenkt.
Erkennt bei Kurvenfahrt der Querbeschleunigungssensor eine Wankbewegung, so steuert das Steuergerät die Regelventile an: die kurvenäußeren Federbeine werden gespannt, die kurveninneren entspannt. Die entstehenden Kräfte wirken der Wankbewegung entgegen.
Kurveninneres Rad
entspannt
-
kurvenäußeres Rad gespannt
Bei steigender Fahrgeschwindigkeit wird das Fahrzeugniveau durch Druckabbau abgesenkt.
Erkennt beim Bremsen der Längsbeschleunigungssensor eine Nickbewegung, so steuert das Steuergerät die Regelventile an: die Federbeine der Vorderachse werden gespannt, die der Hinterachse entspannt. Die Stärke der Verzögerung beeinflusst den Druck in den Hydraulikzylindern.
Bremsen:
Vorderachse
gespannt
- Hinterachse
entspannt
Die Regelung beim Beschleunigen erfolgt analog zur Bremsregelung (vorne entspannen, hinten anspannen).
Bodenwellen werden von den Niveausensoren erfasst und entsprechend ausgeglichen.
Der Fahrer selbst kann zwischen sportlicher und komfortabler Fahrwerksabstimmung auswählen.
ABC-Bauteile Foto
Link-Tipp: Mercedes stellt das ABC auch in seinem Technik-Lexikon vor.
Allgemein werden solche Systeme auch als Aktive Fahrwerksstabilisierung (AFS) bezeichnet. Diese werden auch von anderen Herstellern wie z.B. AUDI, BMW oder Citroen hergestellt.
Lesen Sie auch den Bericht zum Hydraktiven Fahrwerk von Citroen
Quellen: Mercedes, Westermann Schulbuchverlag
Wiesinger
26.08.10