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Elektronische Systeme im Kfz haben in den letzten Jahrzehnten
rasant zugenommen. Es gibt inzwischen einen großen Anteil an Elektronik und
dafür weniger Mechanik. Dies wird auch durch den vor wenigen Jahren geschaffenen
Beruf des Kfz-Mechatronikers ausgedrückt, der den bisherigen Kfz-Mechaniker
abgelöst hatte. Ständig steigende Anforderungen an Fahrsicherheit,
Abgasverhalten und Kraftstoffverbrauch erfordern einen zunehmenden Austausch von
Informationen zwischen den Steuergeräten bzw. eine immer umfassendere
Zentralelektronik.
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Elektronische Steuergeräte von Fensterheber, Zentralverriegelung
und Co. verrichten ganz selbstverständlich ihren Dienst.
Motor-und Getriebesteuerung, ABS, ESP, Airbag sorgen unersetzlich für
Vortrieb und Sicherheit.
Multimedia-Komponenten wie Navigationssystem, CD-Player oder Internet findet
man nicht mehr nur in Oberklassemodellen wie bei Audi, BMW oder Mercedes.
Dies ist aber alles nur möglich geworden, weil die moderne Elektronik
Informationen untereinander austauscht.
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Der CAN-Bus
Da bei einer herkömmlichen Verkabelung für jede Information
je eine Leitung benötigt wird, steigt mit zunehmendem Funktionsumfang der
Kfz-Elektronik die Länge und das Gewicht des Kabelbaumes sowie die Anschlüsse an
den Steuergeräten. Abhilfe schafft hier der CAN-Bus, der sämtliche
Informationen über lediglich zwei Leitungen überträgt.
Datenbusse, auch
CAN (Controlled
Area Network) genannt, verbinden bis zu 100 verschiedene
Steuermechanismen miteinander, die unter der Motorhaube eines Wagens
zusammenspielen. Schaut man in eine
Autozeitung,
so wird dort mittlerweile ebenfalls Wert darauf gelegt, die technischen und
elektronischen Finessen der neusten Automobile anstatt der verbliebenen
Mechanikelemente zu erklären. In erster Linie wird dort jedoch über
Erscheinungsbild, Geschwindigkeit und Verbrauch von neuen Fahrzeugmodellen
berichtet, da dies Komponenten sind, die den Käufer am meisten interessieren.

Der CAN- Bus ist ein serieller Datenbus, der gleichberechtigte
Stationen miteinander verbindet.
CAN wird zur Vernetzung von Steuergeräten eingesetzt.
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Einfach ausgedrückt
können sich die angeschlossenen Steuergeräte über die Leitungen
„unterhalten“ und gegenseitig Informationen austauschen.
Beim
Bus-System funktioniert die Datenübertragung ähnlich wie bei einer
Telefonkonferenzschaltung.
Im Kraftfahrzeug sind die einzelnen Steuergeräte miteinander vernetzt. Bei
der Telefonkonferenz "spricht" ein Teilnehmer (Steuergerät) seine
Informationen (Daten) in das Leitungsnetz hinein, während die anderen
Teilnehmer diese Informationen "mithören" .
Einige Teilnehmer finden diese Informationen interessant und werden sie
nutzen. Andere Teilnehmer wiederum nicht.
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Dadurch können komplexe
Systemfunktionen erreicht werden, wie z.B. bei Schaltvorgängen eines
automatischen Getriebes. Der CAN
ist ein 2-Draht-Bussystem
(Twisted Pair) und kann trotz des einfachen Aufbaus sehr große
Netzwerke mit bis zu 100 Steuergeräten bilden. Die Datenübertragung erfolgt
seriell in Datenpaketen, deren Aufbau standardisiert ist. Die Vorgänge bei der
Übertragung, der Fehlersicherung, der Fehlerkorrektur und der Bestätigung sind
genau festgelegt und in der CAN-Spezifikation (Bosch) beschrieben.
Vorteile CAN
gegenüber konventioneller Verdrahtung
Bussysteme ermöglichen eine deutliche Reduzierung von
Kabeln und Steckern. Preis und Gewicht sinken dadurch. Es entsteht eine
Erweiterte Kommunikationsfähigkeit, die durch eine einfache Verkabelung nicht
möglich wäre. Durch Diagnosekomponenten ist eine ständige Kontrolle vorhanden.
Ein Protokoll erkennt Übertragungsfehler, die zum Beispiel aufgrund
elektromagnetischer Einstrahlung entstehen können, und korrigiert sie
automatisch durch Sendewiederholung. Sicherheit ist somit auch durch Redundanz
gegeben. Modularisierung z.B. von Steuergeräten senkt ebenfalls den Preis, da
Steuergeräte häufig nur entsprechend programmiert werden müssen.
In zunehmendem Umfang werden inzwischen auch Sensoren (z.B.
Lenkwinkelsensor) und Aktoren (z.B. Wischermotor VW) mit Prozessoren
ausgerüstet, um die Daten aufzubereiten. Wenn die Daten solcher intelligenter
Komponenten direkt auf das Bussystem gelangen, belasten sie die Steuergeräte
nicht mit der Weiterleitung. Im Diagnosebereich wird der CAN-Bus für die
Übermittlung der Zustände und Fehlerspeicher genutzt, sowie für die
Flash-Programmierung der Steuergeräte.
Die Vorteile der linearen CAN-Bus-Topologie auf einen Blick:
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kleinerer Kabelbaum, der Verkabelungsaufwand ist gering
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Als Übertragungsmedium
dient eine preiswerte und einfach zu handhabende verdrillte
Zweidrahtleitung.
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Sensoren mehrfach nutzbar
-
CAN-Stationen können
nachträglich relativ einfach in den bestehenden CAN-Bus eingefügt und
entfernt werden. Es muss lediglich die Verbindung zur Busleitung
hergestellt bzw. getrennt werden. Dieser Aspekt spielt besonders bei
der Fehlersuche und Reparatur ein bedeutende Rolle
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Der Ausfall einer
CAN-Station hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf den CAN-Bus. Alle
anderen Stationen können weiterhin uneingeschränkt kommunizieren.
Die
Nachteile
dieser Bustopologie wirken sich wie folgt auf den CAN-Bus aus:
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Die Busleitung kann
nicht beliebig lang ausgeführt werden, da die elektrischen
Eigenschaften (z.B. Signalreflexionen) im Zusammenhang mit der
Übertragungsgeschwindigkeit physikalische Grenzen setzen.
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Das Gleiche gilt auch
für die Stichleitungen zu den Steuergeräten im Kfz. Je nach
Übertragungsgeschwindigkeit dürfen sie eine bestimmte Länge nicht
überschreiten.
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Um die Signalgüte zu
optimieren, müssen die Enden der Busleitung mit Abschlusswiderständen
"terminiert" werden. Besonders bei hohen Übertragungsgeschwindigkeiten
kann ein nicht richtig terminiertes Kabelende den gesamten Bus
funktionsunfähig machen.
Geschichtliche Entwicklung
des CAN
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CAN wurde ab 1983 von Bosch auf Anforderung von Daimler-Benz
und BMW als Automobilbus entwickelt. Grundlage hierfür war die Tatsache, dass
ein Mittelklasse-Pkw über 600 verschiedene Kabelbaumtypen mit mehr als 2000
Metern Kabellänge und über
100 kg Gewicht gehabt hatte.
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1987 Erster CAN Chip von INTEL
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seit 1989 Serienbausteine für den Einsatz im Fahrzeug
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Seit 1992 wird CAN in der Mercedes S-Klasse eingesetzt, später
folgten auch andere Automobilhersteller.
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Mit der Zeit haben sich unterschiedliche Autobusprotokolle
herausgebildet wie z. B. CAN, VAN, J1850, ABUS. VAN und ABUS-Protokolle sind
inzwischen zugunsten von CAN aufgegeben worden.
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Seit 1994/95 ist CAN das am meisten verbreitete Protokoll für
Automobilanwendungen.
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2001 Auch bei Kleinwagen wird der CAN-Bus im Triebstrang
und im Karosseriebereich eingesetzt.
2002 In Oberklasse-Fahrzeugen werden optische Busse eingesetzt. Sie dienen der
Übertragung von Steuer-, Video- und Audiodaten, beim 7er BMW auch zur
Auslösung von Rückhaltesystemen. Die Signale werden über
Kunststoff-Lichtwellenleiter übertragen.
2003 Audi setzt im neuen A8 die aus der GSM-Technologie bekannte
Bluetooth-Schnittstelle zur drahtlosen Übertragung zwischen der
Telematikeinheit und dem mobilen Bedienhörer ein.
CAN Klassen
Aktuelle Kraftfahrzeuge vernetzen bereits eine große Zahl
von Steuergeräten miteinander, die unterschiedliche Anforderungen mit sich
bringen. Daher werden im Kfz mehrere CAN-Bussysteme verbaut. Diese unterscheiden
sich vor allem in der Übertragungsgeschwindigkeit und werden in drei Klassen
eingeteilt.
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CAN A
< 10 kBit / s
Diagnose (konventionell)
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Kfz mit CAN-Bus verfügen über ein ein Diagnosesystem.
Solche Systeme lesen Fehlerspeicher aus und ermöglichen eine
Stellglieddiagnose. Die Datenübertragungsgeschwindigkeit ist nicht so
wichtig, da die Daten nur gelegentlich in der Werkstatt zu Wartungs- und
Diagnosezwecken ausgelesen werden. Der Diagnoseanschluss (auch K-Leitung und
L-Leitung genannt) muss aber robust und fehlertolerant sein. Bei neueren
Fahrzeugen wird die Diagnose direkt an der eigentlichen Busleitung (CAN C)
durchgeführt. |
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CAN B
< 125 kBit / s
Komfort, Display, Karosserie |
Über diesen
(Low-Speed-CAN)
Bus kommunizieren z.B. Steuergeräte für Beleuchtung, Klimaanlage,
Verriegelung und Armaturen. Hier ist eine Übertragung wichtiger Daten bei
nicht so hoher Geschwindigkeit wichtig
(z.B. K-CAN, Karosserie-CAN, Komfort-CAN). Der Bus muss trotzdem ausfallsicher und
robust sein. Daher arbeitet er im Kfz meist nach dem fehlertoleranten
Standard ISO 11989-3.
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CAN C
< 1 MBit / s
Motor, Getriebe, Diagnose (Bus)
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An diesem (High-Speed-CAN) Bus sind z.B. die Steuergeräte für
Motormanagement, Getriebe, ESP, ASR und ABS angeschlossen. Der Bus muss
echtzeitfähig sein, d.h. die Datenübertragung darf sich durch den Bus nur
extrem kurz verzögern. Mittlerweile ist auch eine Echtzeit-Diagnose über
einen eigenen Diagnose-Bus möglich. Dieser Bus muss schnell sein, weil große
Datenmengen in kurzer Zeit übertragen werden müssen. Im Kfz kommt meist der
Standard ISO 11898-2 zum Einsatz.
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Verschiedene Bussysteme
im Vergleich
Die in modernen Kraftfahrzeugen eingesetzten Komponenten stellen
unterschiedliche Anforderungen an das eingesetzte Bussystem. Beispielsweise
erfordert der Einsatz im Bereich des Motormanagements eine schnelle
Datenübertragung, eine Klimaanlage hingegen muss nicht innerhalb von
Sekundenbruchteilen auf Änderungen der Temperatur im Fahrgastraum reagieren.
Hier können deutlich höhere Verzögerungszeiten in Kauf genommen werden.
Zumeist werden verschiedene und unterschiedlich schnelle
Bussysteme in einem Kfz eingesetzt. Der Antriebsbus (z.B. Powertrain-CAN)
umfasst die Motor-, Getriebe- und Bremsen-Steuergeräte sowie weitere direkt
damit zusammenhängende Sensoren/Aktoren. Er ist ein Highspeed-CAN. Über einen
Komfort-CAN oder einen Karosserie-CAN laufen Komfortsysteme wie Fensterheber,
Sitzmemory oder Reifendruck. Einfache Anwendungen wie Klimaanlage oder
Wischersteuerung nutzen häufigen einen Eindraht-Bus (LIN). Im
Infotainmentbereich werden auf Grund der großen Datenmengen MOST Busse mit
Lichtwellenleitern eingesetzt. In einem oder auch mehreren zentralen Modulen
(Gateways) laufen die Informationen zusammen und werden auf das jeweilige
Bussystem "abgestimmt". Die Daten werden auch von einem ins andere CAN-System
weitergeleitet. Gateways können für Diagnosezwecke abgefragt werden.
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CAN-Bus
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Der CAN-Bus existiert in
verschiedenen Varianten. In Abhängigkeit von der Geschwindigkeit, mit der er
Daten übertragen kann, wird er in den Bereichen Antrieb, Komfort und zur
Diagnose eingesetzt. Low Speed bis High Speed, 100 bis 500 kBit/s incl.
Diagnose CAN |
LIN  |
Der LIN-Bus (Local Interconnect Network) ist ein preiswertes dem
CAN-Bus untergeordnetes Sub-Bussystem; er wird für die Ansteuerung
bestimmter lokaler Komfort-Komponenten oder für Sensoren verwendet. - max.
20 kBit/s |
| MOST
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(Media Oriented Systems
Transport) optisches
Hochgeschwindigkeits-Multimedia-Bussystem, meist ringförmig,
Sehr hohe Übertragungsrate (23 MBit/s) |
| Bluetooth 
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Bluetooth-Funkstrecke erfordert auf kurzen Distanzen keine
Verkabelung und dient zur sicheren Übertragung von Sprach-Signalen.
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Das Bild zeigt eine
vereinfachte und verkürzte Darstellung der Bussysteme, die in einem Audi A8
(ab Modelljahr 2003) verwendet werden |
Weitere Bus-Systeme
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FlexRay |
Echtzeitfähiges High-Speed
Bussystem (Datenrate 10 Mbit/s) für
sicherheitskritische Anwendungen,
Eignung für Echtzeitsysteme. Einsatz als Backbone für
andere Bussysteme geplant; zukünftig ggf. als Ersatz für heutige
High-Speed-CAN, langfristig: Brake-by-Wire, Steer-by-Wire - Topologie:
Linienstruktur, Stern - Anwendung z.B. in der AdaptiveDrive
Sonderausstattung des BMW X5 (Model 2007); per Flexray werden
Stoßdämpferventile gesteuert, die das Fahrwerksverhalten anpassen. |
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byteflight |
Hochwertiges
sternförmig aufgebautes Bussystem - sehr schnell
(10 Mbit/s), stabil, aber teuer. Übertragungsmedium
Lichtwellenleiter. Anwendung aktuell in der BMW-Oberklasse, dort
vorzugsweise im Antriebsstrang und bei Sicherheitssystemen, z.B. Airbag. |
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D2B Optical |
DaimlerChrysler 5,65 Mbit/s |
Bustopologie CAN und andere
Bussysteme
Die Teilnehmer sind durch kurze Stichleitungen mit einer Hauptleitung
verbunden. Jede Kommunikation läuft über diese Hauptlinie. Wird diese
unterbrochen, so entstehen zwei Segmente, die meist noch funktionsfähig bleiben.
Diese lineare Topologie wird auch "Bustopologie" genannt. CAN arbeitet standardmäßig mit einer
linienförmigen Topologie.
- Baumförmige (verzweigte) Topologie
Die Baumtopologie zeichnet sich durch Verzweigungen an beliebiger Stelle aus.
Dadurch sind flexible Kombinationen aus Stern- und Linientopologie möglich.
Kennzeichnend sind die Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zwischen den Teilnehmern.
Alle Verbindungen sind zu einer geschlossenen Kette angeordnet. Die
Kommunikation kann nur in einer Richtung erfolgen. Ein Befehl von Gerät A zum
Gerät B muss meistens über ein anderes Gerät laufen. Fällt eine Teilstrecke aus,
ist meist das gesamte System funktionslos. Über eine Diagnoseleitung kann der Fehler
lokalisiert werden. z.B. Bei MOST Bussystem
Hier gibt es einen zentralen Knotenpunkt, an dem alle Teilnehmer
angeschlossen sind. Jeder Teilnehmer hat seine eigene Leitung. Fällt der
zentrale Punkt aus, so bricht die gesamte Kommunikation zusammen. z.B. bei
Byteflight
- Weitere Einzelheiten zum CAN:
CAN-Antrieb
- z.B. Motor-,
Getriebe-, ABS-, ESP-, Airbagsteuergerät
, Schalttafeleinsatz
ISO-Standard 11898-2 (High- Speed-CAN) für schnelle
Datenübertragung
Datenrate 500kBit/s
2-Draht-Busleitung, verdrillt,
Querschnitt von je 0,35 mm2
an beiden Enden mit dem Wellenwiderstand (120 Ω)
bei VW: CAN High = orange/schwarz, CAN Low = orange/braun
Der rezessive Pegel beträgt 2,5 V auf beiden Leitungen,
der dominante Pegel 3,5 V für CAN H und 1,5 V für CAN L
bei VW: CAN H 3,75 V und
CAN L 1,25 V
PT-CAN (Powertrain-CAN) bei BMW (H 4 V, L 1V) ,
Die Bus-Struktur des PT-CAN unterscheidet sich durch die dritte Leitung. Diese
dient lediglich als Wake-up-Leitung, die die Steuergeräte aus dem Sleep-Modus
(Stromsparbetrieb) in den normalen Betriebszustand bringt.
Der CAN-Datenbus Antrieb
(VW) wird mit Klemme 15, bzw. nach kurzer Nachlaufzeit abgeschaltet.
Spannungsänderungen auf den CAN-Leitungen bei Wechsel
zwischen dominantem und rezessivem Zustand am Beispiel des
CAN-Datenbus Antrieb:
Im
Ruhezustand liegen beide Leitungen auf dem gleichen
voreingestellten Wert von 2,5 V. Dieser Ruhepegel wird auch
als rezessiver Zustand bezeichnet. Im dominanten Zustand
steigt die Spannung auf der CAN-High-Leitung um mindestens
1V an. Die Spannung auf der CAN-Low-Leitung fällt um
mindestens 1V. Daraus ergibt sich, dass beim CAN-Datenbus
Antrieb die Spannung auf der CAN-High-Leitung im aktiven
Zustand auf mindestens 3,5V ansteigt (2,5V + 1V = 3,5V). Die
Spannung auf der CAN-Low-Leitung fällt dann auf noch maximal
1,5V ab (2,5V - 1V = 1,5V). Demnach beträgt die
Spannungsdifferenz zwischen CAN-High und CAN-Low im
rezessiven Zustand 0V sowie im dominanten Zustand mindestens
2V.
Signalverlauf CAN-Antrieb:

Quelle: VW
Da die Datenbus-Leitungen auch im
Motorraum verlegt sind, werden diese auch unterschiedlichen
Störeinflüssen ausgesetzt. So sind Kurzschlüsse gegen Masse
und Batteriespannung, Überschläge aus der Zündanlage und
statische Entladungen bei der Wartung denkbar. Durch die
Auswertung der Signale von CAN-High und CAN-Low im
Differenzverstärker des Transceivers, werden über die
sogenannte differenzielle Übertragungstechnik Einwirkungen
von Störungen weitestgehend eliminiert. Ein weiterer Vorteil
der differenziellen Übertragungstechnik liegt darin, dass
auch Bordnetzschwankungen (z.B. beim Anlassen des Motors)
sich nicht auf die Datenübertragung zu den einzelnen
Steuergeräten (Übertragungssicherheit) auswirken.
CAN-Komfort / K-CAN
(Karosserie-CAN)
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ISO-Standard 11519 (früher) bzw. ISO
11989-3 (Low- Speed-CAN)
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Datenrate 100kBit/s
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2-Draht-Busleitung, verdrillt, ungeschirmt, Querschnitt von je 0,35 mm2
-
bei VW: CAN High = orange/grün, CAN Low = orange/braun
-
Der CAN-Datenbus Komfort
wird mit Klemme 30 versorgt und muss in Bereitschaft bleiben. Um das
Bordnetz möglichst wenig zu belasten, geht das System nach „Klemme 15 aus“
in den sogenannten „Sleepmode“, wenn es für das Gesamtsystem nicht benötigt
wird.
-
Der CAN-Datenbus Komfort
kann bei einem Kurzschluss auf einer Datenbus-Leitung, bzw. bei der
Unterbrechung einer CAN-Leitung, mit der verbleibenden Leitung weiter
betrieben werden. Es erfolgt eine automatische Umschaltung auf den „Eindrahtbetrieb“.
-
Das CAN-High-Signal liegt im
rezessiven Zustand (Ruhepegel) auf 0V, im dominanten Zustand
wird eine Spannung
von
3,6V erreicht. Bei dem CAN-Low-Signal liegt der rezessive
Pegel auf 5V, der dominante Pegel auf 1,4V. Damit liegt der
rezessive Pegel nach der Differenzbildung im
Differenzverstärker bei - 5V und der dominante Pegel bei
2,2V. Die Spannungsänderung zwischen dem rezessiven und dem
dominanten Pegel (Spannungshub) wurde somit auf 7,2V erhöht.
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Der Low Speed CAN ist störunanfälliger, weil
zum einen die Abhängigkeit
der beiden CAN-Signale voneinander, durch unabhängige
Leistungsverstärker aufgehoben wird, und im Gegensatz zum
CAN-Datenbus Antrieb die CAN-High- und die CAN-Low-Leitung
nicht über Widerstände miteinander verbunden sind. Das
heißt, dass CAN-High und CAN-Low sich nicht mehr gegenseitig
beeinflussen, sondern unabhängig voneinander als
Spannungsquellen arbeiten.
Signalverlauf CAN-Komfort:

Quelle: VW
Gateway/Diagnosebus
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Die einzelnen Bussysteme senden ihre Daten an das
Gateway. Dieses stellt sicher, dass die systemübergreifenden Daten, obwohl
sie unterschiedliche Kommunikationsstrukturen und Geschwindigkeiten haben,
im ganzen Systemverbund zur Verfügung stehen. Beim Ausfall eines
Bussystems oder bei der Weiterleitung von Daten erfüllt es zusätzlich die
Aufgaben eines Filters. Es ist in der Lage, Störungen und Datenmengen zu
filtern. Manche Kfz besitzen mehrere Gateways. Oft befindet sich ein Gateway
im Kombiinstrument.
Der Gateway Diagnose-CAN dient dem Datenaustausch zwischen
dem Diagnosegerät und der im Fahrzeug verbauten Steuergeräte. Die früher verwendeten K- oder L-Leitungen entfallen mit
Ausnahme abgasrelevanter Steuergeräte.
Durch die schnelle Datenübertragung über CAN und durch
das Gateway selbst, ist das Diagnosegerät in der Lage, direkt nach
Anschluss an das Fahrzeug einen Überblick über die verbauten Komponenten und
deren Fehlerstatus anzuzeigen.
Der Diagnose-CAN nutzt eine ungeschirmte verdrillte
Zweidrahtleitung mit einem Querschnitt von je 0,35 mm2. Die
CAN-High-Leitung ist bei VW orange/violett, die CAN-Low-Leitung ist
orange/braun. Die Datenübertragung erfolgt mit einer
Übertragungsgeschwindigkeit von 500 KBit/s.
Über
den OBD-Stecker besteht die Möglichkeit, auf den CAN - Bus zuzugreifen.
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Pin-Belegung am Diagnosestecker
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Pin |
Leitung |
| 1 |
Klemme 15 |
| 4 |
Masse |
| 5 |
Masse |
| 6 |
CAN-Diagnose (High) |
| 7 |
K-Leitung |
| 14 |
CAN-Diagnose (Low) |
| 15 |
L-Leitung |
| 16 |
Klemme 30 |
Empfehlung für Ausbildung und Schule:
CAN-Grundstufe I
Quellen:
VW,
BMW,
Mercedes,
Opel, Multiplikator Lehrgang, BTZ
Ingolstadt
 
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