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Motorradgebrauchtkauf - Darauf ist zu achten

Durchschnittlich eine halbe Million gebrauchter Motorräder wechseln jährlich den Besitzer. Wer den Weg zum gebrauchten Wunsch-Bike allzu blauäugig zurücklegt, läuft Gefahr, aus dem Traum einen Alptraum zu machen. Auch wenn es schwerfällt - vor dem Kauf gilt es die wichtigsten Regeln zu kennen und zu beachten, damit am Ende Verkäufer und Käufer gleichermaßen zufrieden sind. Wie man Ärger und Frust ein Schnippchen schlägt, hat nichts mit Gottvertrauen zu tun, eine gewisse Neutralität zum eigenen Handeln wäre eher angebracht.

Das kleine Einmaleins beim Gebrauchtkauf

 Der anstehende Motorradkauf kann in zwei Bereiche unterteilt werden:

  1. Prüfung vor Ort

  2. Probefahrt

Motorrad Probefahrt

Vor dem Kauf eines Gebrauchtmotorrads steht eine genaue Prüfung vor Ort mit anschleißender Probefahrt an.

 

Man sollte die eigene Identität nachweisen können und der Verkäufer kann für die Zeit der Probefahrt das vorgelegte Dokument, in aller Regel den Personalausweis, als Sicherheit in Verwahrung nehmen. Wichtig: Auch eine Probefahrt sollte unbedingt mit Motorradhelm durchgeführt werden, aktuelle Modelle gibt es bei www.helmexpress.com. Zuvor steht jedoch eine umfangreiche Sichtprüfung des angebotenen Bikes an:

  • Zu klären wären die Eigentumsverhältnisse über die entsprechenden Papiere (Zulassung, Papiere) sowie die möglichst lückenlose Historie (TÜV-Unterlagen, Werkstattabrechnungen etc.) des Motorrads.

  • Ein besonderes Augenmerk gilt möglichem Rostbefall. Um Verkleidungsteile entfernen zu können, sollte man wenigstens Schraubendreher mitnehmen. Zur Kontrolle zählen vor allem die Schweißnähte des Rahmens, der Bereich um Lenkkopf und Schwingen, Felgen, Speichen und Tankumgebung. Denn es gilt: Sicherheit beim Motorrad  hat Vorrang!

  • Auf die Prüfung der Elektrik darf natürlich nicht verzichten werden. Dazu das Bike anlassen und im Leerlauf prüfen. Funktionieren muss die komplette Beleuchtung (Stand-, Abblend- und Fernlicht) sowie Blinker und die Funktion von Kontrollleuchten (z.B. Öldruck, Leerlaufanzeige, Batterieladung, ABS oder Benzinreserve-Anzeige.

  • Unabdingbar ist sind die Funktionen von Hupe, Lichthupe sowie Not-Ausschalter.

  • Der Tageskilometerzähler sollte sich auf Null stellen lassen. Sollte der Zeiger des Tachometers zittern, könnte dies auf eine defekte Tachowelle hindeuten. Bereits im Stand kann die erforderliche Leichtgängigkeit von Kupplungs, Gas- und Bremsgriff geprüft werden. PS: Abschürfungen an den Lenkerenden könnten durch Umfaller oder Unfall verursacht sein - unbedingt klären.

  • Über die Eintragungen im Fahrzeugschein lassen sich Reifentyp und -dimension kontrollieren. Die Profiltiefe sollte drei Millimeter nicht unterschreiten. Vorsicht geboten ist bei offensichtlichen Felgenrissen oder bei Schleifgeräuschen der Räder. Mit Hilfe eines Schraubendrehers bei dieser Gelegenheit gleich die Speichenspannung prüfen, bei einem klaren Klang dürfte alles in Ordnung sein.

  • Augen auf heißt es beim Kettenantrieb. Bei übermäßigen Verschleiß lässt sich die Kette deutlich vom Kettenrad abheben, ein weiteres Indiz sind die spitz geformten sog. "Sägezähne". Zudem sollte der Kettensatz auch der Originalübersetzung entsprechen.

  • Vor der abschließenden Probefahrt lohnt sich noch ein genauer Blick auf Öl- und Wasserstand.

  • Herzstück der Prüfung ist die Probefahrt. Sie sollte möglichst ausgiebig sein und Landstraßen oder Autobahnabschnitte beinhalten. Dabei lassen sich u.a. auch die Bremsfunktionen (bis zur Vollbremsung) sowie die Schaltung und die Lenkung prüfen, die nicht einseitig ziehen darf.

  • Weitere Checkpunkte findet man auch beim ADAC.

Motorrad Probefahrt 2

Eine ausgiebige Probefahrt gehört zum Gebrauchtmotorradkauf dazu

Fazit:

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, eine intensive und umfassende Prüfung muss im Vordergrund stehen. Denn sie entscheidet letzten Endes über den erfolgreichen Kauf des gebrauchten Wunsch-Bikes.

Bilder: Pixabay (freie Nutzungslizenz)

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 30.05.2016









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