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Meilensteine der Benzineinspritzung

Eine kurze Geschichte der Benzineinspritzung


  • Der wahrscheinlich erste Motor mit Saugrohr-Benzineinspritzung war ein stationärer Industrie-Motor, der von Johannes Spiel 1884 konstruiert wurde.

  • 1925 entwickelten Bendix/Stromberg (USA) einen schwimmerlosen Vergaser mit angebauter Einspritzvorrichtung, der sich in Flugzeugmotoren bis heute in modifizierter Form bewährt hat.

  • Das erste Straßenfahrzeug mit einer elektrisch angesteuerten Benzineinspritzung war 1939 ein Rennmotorrad von Moto Guzzi.

  • Bosch baute 1951 eine mechanisch angetriebene Benzin-Einspritzpumpe für den Gutbrod Superior 600 und Goliath GP 700 (später auch 900). Dies waren die ersten Pkw mit Benzineinspritzung, diese waren allerdings auch schon Direkteinspritzer.

  • Bekannter dürfte der von Bosch 1954 entwickelte  Einspritzer mit mechanischer Reiheneinspritzpumpe im Mercedes 300 SL (Flügeltürenmodell) sein.

  • Bendix erfand das erste elektronische Einspritzsystem "elektrojector" für amerikanische Personenwagen 1958.

  • 1967 stellte Bendix im VW 1600 E ein druckmessendes Einspritzsystem vor, das Bosch als Bosch-Jetronic übernahm und das später als D-Jetronic bekannt wurde.

  • Die K-Jetronic (kontinuierliche Einspritzung) wurde von Bosch im Jahre 1973 im Porsche 911 eingesetzt.

  • Die L-Jetronic (luftmengenmessend) wurde nur 1 Jahr später von Bosch im Jahre 1974 auf den Markt gebracht und erstmalig bei Opel im Manta GTE eingebaut. Bald wurden die K- und L-Jetronic auch bei Audi, VW, Mercedes und BMW eingesetzt.

  • Seit 1979 werden Zünd- und Einspritzsysteme auch durch ein gemeinsames Motormanagement gesteuert und von Bosch Motronic genannt.

  • 1980 entwickelte GM ein zentrales Einspritzsystem (Multec), das über die Drosselklappenstellung gesteuert wird.

  • 1997 entwickelte Mitsubishi die weltweit erste in Serie gebaute Benzin-Direkteinspritzung "Gasoline Direct Injection (GDI)" für den Charisma.

  • 2000 entwickelte VW für Europa die erste Benzin-Direkteinspritzung "Fuel Stratified Injection (FSI)".

  • ...

 

Wichtige Vorreiter-Systeme:

L-Jetronic (1974)


Das L bei L-Jetronic  steht für luftmengenmessend. Das bedeutet, dass zur Berechnung der benötigten Kraftstoffeinspritzmenge, neben der Drehzahl des Motors als Steuergröße, die Luftmenge erfasst wird. Dies geschieht mit einem sogenannten Luftmengenmesser.
Den gibt es bei der K-Jetronic (1973)in anderer Ausführung auch. Die K-Jetronic ist aber ein rein mechanisch-hydraulisches Einspritzsystem ohne Antrieb vom Motor und ohne elektronisches Steuergerät. 

Bei der L-Jetronic wurden die Einspritzventile elektrisch vom Steuergerät angetaktet, d.h. die Masse der Einspritzventile wurde zu- und abgeschaltet. 

Die K-Jetronic

spritzte hingegen ständig kontinuierlich ein, daher auch das K im Namen. Die Einspritzmenge wurde über den Querschnitt von Steuerdrosseln und einer konstanten Druckdifferenz im Mengenteiler geregelt.

Beide Systeme hatten ihre Vorteile und wurden gleichermaßen eingesetzt. So war zum Beispiel die Elektronik damals noch nicht so "stabil", hier hat die K-Jetronic, systembedingt ohne Steuergerät, ihren Vorteil. Mechanische und hydraulische System müssen aber häufiger gewartet und justiert werden. 

Mit den Anforderungen schärferer Abgasgesetze, besonders in den USA und der Einführung des Katalysators wurden die beiden Systeme ständig verbessert. Die Veränderungen drücken sich im Namen aus:

  • LE-Jetronic (E- steht für Europa-Version), für den Katalysatorbetrieb

  • LU-Jetronic (U- steht für USA-Version, aufgrund schärferer Abgas-Normen).

  • KE-Jetronic (E- steht hier für elektronische Regelung, aufgrund der Einführung des geregelten Katalysators erforderlich).

Die KE-Jetronic konnte sich aber nicht mehr lange halten, da die Elektronik immer kleiner, billiger und zuverlässiger wurde und die KE-Jetronic als mechanisch-hydraulisches System zu aufwändig ist und den heutigen Abgas- und Verbrauchsanforderungen nicht mehr gerecht wird.

Für hubraumschwächere Fahrzeuge wurde dann noch die Zentraleinspritzung (Monojetronic, Single-Point-Injection) entwickelt, die nur ein Einspritzventil für alle Zylinder hatte (Vorteil: kompaktere, billigere Bauweise; Nachteil: Einspritzung kann nicht so genau bemessen werden). Die Hauptsteuergröße, neben der Drehzahl, ist hier der Drosselklappenwinkel oder der Saugrohrdruck. Man spricht hier auch vom Lastsignal.

Jedenfalls wurde dadurch endgültig der Vergaser - der elektronische war zu aufwändig - abgelöst.

Eine Weiterentwicklung der LE-Jetronic ist die LH-Jetronic. Das L im Namen steht hierfür luftmassenmessend, das H zuerst für Hitzdraht und später für Heißfilm.



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Johannes Wiesinger

bearbeitet: 19.02.2015

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