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Behältermanagement als Gewinn für die Supply Chain von Automobilzulieferern

In den letzten 30 Jahren hat unsere Gesellschaft massiv von technologischen Neuerungen profitiert. Dies gilt neben vielen Sparten sicher auch für die Automobilbranche. Dort wurden zahlreiche Abläufe modernisiert, beispielsweise Organisationskonzepte wie die Just-in-Time- oder Just-in-Sequence-Produktion. Diese werden erheblich durch zeitgemäßes Behältermanagement erleichtert, welches auf Radio Frequency Identification (RFID)-Technologien zurückgreift. Insgesamt ist es transportaffinen Betrieben der Automobilbranche, beispielsweise Zulieferern oder anderen zeitgebundenen Dienstleistern, möglich, sich dadurch auf globalisierten Märkten zu behaupten. Schließlich treten die Unternehmen auf globalisierten Märkten weltweit gegen ihre Konkurrenten an.

Automontage Audi

Moderne Automontage nach der "Lean Production"; die Teile kommen "just in sequence" an das Band (Bild: Audi)

RFID als Herzstück modernen Lademittelmanagements

RFID ist in verschiedenen Bereichen unseres Alltags angekommen, die mit Kraftfahrzeugen zu tun haben. Moderne Autos besitzen zum Beispiel einen Schlüssel, der ein berührungsloses Verschließen des Wagens per Klick ermöglicht. Auch bei Mauterfassungssystemen, die in der aktuellen politischen Diskussion eine bedeutende Rolle spielen, bei Nummernschildern oder elektronischen Wartungsbüchern wird RFID bereits ab Werk verwendet.

Grundsätzlich benötigt die Technologie ein Lesegerät, eine Antenne und einen Chip. Die konkreten Ausformungen können unterschiedlich aussehen. Häufig nehmen Zulieferer in der Automobilindustrie die Unterstützung professioneller Dienstleister im Behältermanagement, beispielsweise die bayrische Firma sprintBOX, in Anspruch. Diese entwickeln behälterübergreifende Lösungen für unterschiedliche in der Automobilbranche verwendete Ladungsträgertypen.

Sprintbox Behältermanagement
Behältermanagement mit Sprintbox (Bild Schäflein)

Konkrete Anwendung der Technologie

Dies können beispielsweise Paletten, Boxen oder Gestelle für kleinere Artikel sein. An jedem einzelnen Ladungsträger werden Funketiketten befestigt – es handelt sich dabei um Transponder, die für die Signalübermittlung und Identifikation dienen. Eine im Idealfall perfekt auf den Zulieferbetrieb zugeschnittene Software kann von allen an der Supply Chain (Lieferkette) Beteiligten genutzt werden, um wichtige Details über den Status des jeweiligen Behälters zu erfahren. Dies ist beispielsweise bei der Reihenfolgesynchronität bei der Just-in-Sequence-Produktion (JIS) äußerst wichtig.

RFID Technologie
So funktioniert RFID grundsätzlich (Grafik: Uni Kassel)

Die Nutzung von RFID in der Automobil-Endmontage

Wenn die Beschäftigten bei einem Automobilproduzenten am Laufband etwa die Endmontage eines Fahrzeugs in Angriff nehmen, ist eine enge Abstimmung mit dem Zulieferer notwendig. Über die Nutzung derselben Software können alle Beteiligten festlegen, in welcher Reihenfolge die benötigten Teile in den angelieferten Ladungsträgern zur Verfügung stehen. Welche Elemente der Innenverkleidung, Außenspiegel, Türen, Stoßfänger oder andere Teile der entsprechende Monteur gerade verwenden muss, ist dabei sehr wichtig.

RFID-Technologie ermöglicht es allen Beteiligten zu wissen, wo sich der Behälter mit den entsprechenden Teilen gerade auf der Zulieferstrecke befindet und somit Lieferzeitpunkte und die benötigte Sortierung zu koordinieren. Neben dem Inhalt und dem Standort der Ladungsträger werden auch weitere Daten offenbar. So wird in der Regel ersichtlich, ob der Container repariert werden muss oder ob er problemlos eingesetzt werden kann. In manchen Fällen kann es vorkommen, dass er verschmutzt ist. So kann eine Reinigung des Ladungsträgers organisiert werden, die in der Regel der Anbieter in speziell dafür errichteten Depots für seine Kunden aus der Zulieferbranche durchführt.

Vorzüge für die Nutzer am Beispiel JIT

Nicht nur für JIS, sondern auch für Just-in-Time (JIT)-Produktionen bietet RFID hierbei erhebliche Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Methoden. JIT verkörpert zunächst ein an logistischen Problemstellungen orientiertes, dezentrales Steuerungskonzept. Hierbei wird nur das Material in der speziellen Stückzahl produziert, das vom Abnehmer benötigt wird. Daraufhin wird es zum passenden Zeitpunkt geliefert. Es liegt auf der Hand, dass dies modernen Führungsphilosophien wie dem Lean Management (= schlanke Unternehmensführung) in die Hand spielt. Denn alle unnötigen Kapitalbindungen werden zunächst überflüssig oder deutlich vermindert.

Dies gilt etwa für logistisch geschultes Fachpersonal oder notwendige Mietausgaben für Lagerhäuser, in denen nicht genutzte Ladungsträger früher vielfach aufbewahrt wurden. Die Zulieferer können auf die Schwankungen des Marktes, beispielsweise die Nachfrage nach bestimmten Modellen in der Automobilbranche, flexibel reagieren. Insgesamt wird eine deutlich präzisere, schnellere Bearbeitung von Aufträgen möglich. All dies hat eine optimierte Kundenorientierung zur Folge. Diese aber wird nicht nur in der Automobilbranche sondern gemeinhin als das Herzstück erfolgreicher Unternehmensführung und nicht zuletzt gewinnträchtiger Operationen betrachtet.

Video zu RFID, Just-in-Time und Just-in-Sequence in der Automobilproduktion

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Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 11.03.2015











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