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Sensoren

Technik

Wann spricht man eigentlich von aktiven Sensoren?

Zunächst einmal vorab:

Eine allgemeingültige Definition nach DIN und VDA zum "passiven" und "aktiven" Sensor gibt es nicht!

Wer auf die folgende Diskussion verzichten möchte, sollte gleich an das Ende des Artikels scrollen...

 

Hinsichtlich einer diesbezüglichen Anfrage von mir an Fa. Bosch bekam ich von H. Papert von der Fa. die folgende Aussage:

Aussage 1

"Bei Bosch gilt folgender "Sprachgebrauch":

Ein Sensor wird dann als "aktiv" bezeichnet, wenn er durch Anlegen einer Versorgungsspannung "aktiviert" wird und erst dann ein Ausgangssignal generiert. Ein Sensor wird als "passiv" bezeichnet, wenn er ohne Versorgungsspannung arbeitet."

(Papert)

aktiver Radsensor
aktiver Radsensor: 1 Geberring, 2 Sensor IC mit Hallsensor, 3 Sensorgehäuse

Dazu bekam ich einige Zeit später noch ein weitere Definition von H. Thomas Göbert, die der ersten gänzlich widerspricht, zugesandt.

Aussage 2

"Hier die genaue Definition, da die oben aufgeführte ein wenig fehlerhaft ist

- Aktive Sensoren formen nichtelektrische Energie in elektrische Energie (Spannung) ohne Hilfsspannung um.

- Passive Sensoren verändern unter dem Einfluss der nichtelektrischen Größe ihre elektrischen Eigenschaften. Zur Auswertung ist eine Hilfsspannung erforderlich."

(Göbert)

Nun bekam ich allerdings von Herrn Reinhold Dörfler (http://www.doerfler-elektronik.de/) noch weitere Aussagen und Meinungen, die überwiegend (aber nicht ausschließlich) die Aussage 2 bestätigen, zugesandt. Er hatte diese Fragestellung anlässlich einer  Meisterprüfungsfrage aufgegriffen und sich näher informiert.

Recherche Dörfler

  • Bei Bosch will man in Zukunft in eigenen Schulungen die Begriffe aktiv und passiv nicht mehr betonen.
  • Prof. Schrüfer, Lehrstuhl für Messtechnik. TU in München teilt die Meinung von Hr. Thomas Göbert (Aussage (Nr.2) .
  • In vielen (Messtechnik)-Büchern steht die gleiche Aussage wie die von Hr. Prof. Schrüfer.
  • Sogar im engl. Sprachraum ist diese Aussage bzw. Definition üblich.
  • Hr. Prof. Ackermann (Institut für Sensorik&Robotik bei der Deutschen Luft- & Raumfahrt) bestätigte Aussage (Nr.2) von Hr. Prof. Schrüfer.
  • Hr. Prof. Tröger von der Hochschule der Bundeswehr sagt, seiner persönlichen Meinung nach, sei Aussage Nr.1 richtig.

Herrn Dörflers persönliche Meinung dazu:

So jetzt können Sie sich ein Bild machen, wie man einen aktiven und passiven Sensor definiert!  :-) Somit haben alle Recht oder alle liegen falsch!

Es gibt keine Definition, bei keinem Verband, Verein oder Institution.

Ich denke, dass die Aussage (entgegen der altbewährten Definition) von Bosch in Umlauf gebracht wurde und jeder hat es "blind" übernommen und abgeschrieben (ist ja schließlich Bosch!!) und nun sind zwei Definitionen im Umlauf (wie die techn. und physikalische Stromrichtung im vorigen Jahrhundert).

Da kann ich nur sagen "weiter so"! Vielleicht brauchen wir in Zukunft immer zwei Definitionen damit sich jeder heraussuchen kann, was ihm am besten gefällt. Mittlerweile habe ich den Eindruck das in der Kfz-Elektronik die "Elektronik" neu erfunden wird. Schließlich fließen in der Kfz-Elektronik die Elektronen ganz anders als in der alt bewährten Elektronik oder Elektrotechnik.

Wenn man so manche Aussagen (die vom Sensor ist nicht die einzige!) von Kfz-Herstellern so liest, kann man fast den Eindruck gewinnen, dass die Elektrotechnik von den Autobauern neu erfunden worden ist.

... (redaktionell gekürzt)

Reinhold Dörfler :-)

 

Obwohl ich Herrn Dörfler durchaus Recht geben muss, ist nach Auffassung von kfztech.de die Definition des aktiven Sensors anders; sie deckt sich mit der von Herrn Papert. Wir wwollenill dies auch kurz begründen, wenn auch unsere Argumente nicht undbedingt logisch schlüssig sondern eher pragmatisch sind .

  • Die Definition hat im Werkstattalltag mittlerweile überall Anwendung gefunden.
  • Man hat sich daran bereits seit Jahren gewöhnt
  • Sie wird bereits auch in anderen Fachzeitschriften wie im Technik Profi oder in der Krafthand so verwendet.
  • Wir finden Sie außerdem auch griffiger.

Als Unterscheidung und Definition, ob ein Sensor als aktiv oder passiv gelten kann, sollte folgendes ohne Anspruch auf Vollständigkeit gelten:

Aktive Sensoren sind Messfühler, die intern verstärkende oder signalformende Bauelemente enthalten und mit einer Stromversorgung betrieben werden. Das Sensorsignal ist durch seine im Sensor integrierte Elektronik ein Rechtecksignal.

Passive Sensoren sind Sensoren die nur passive Elemente (Spule, Widerstand, Kondensator) enthalten. Die Signale werden in den meisten Fällen als analoge Spannung ausgegeben.

Drehzahlfühler beim ABS können demzufolge „passiv“ oder „aktiv“ sein. Drehzahlfühler ohne permanent anliegende Stromversorgung („passive“ Spule) werden als „Passiv“ bezeichnet. Drehzahlfühler deren „aktives“ elektronisches Bauteil permanent an der Stromversorgung anliegt mit z.B. dem Wirkprinzip des „Halleffekts“ werden als „Aktiv“ bezeichnet.

J. Wiesinger

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Johannes Wiesinger
bearbeitet: 19.02.2015
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