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Moderne Generatoren von BOSCH |
mit Multifunktionsregler MFR
Der
Drehstromgenerator hat während des Betriebes des Kraftfahrzeugs die Aufgabe
·
die elektrischen Verbraucher mit
Energie zu versorgen und
· die Starterbatterie zu laden
Der elektrische Leistungsbedarf eines Pkw liegt heute zwischen 400 und 1600 W, teilweise schon bei 2000 W. Dies liegt an den steigenden Anforderungen an die Sicherheits- und Komfortfunktionen. Außerdem muss auch bereits an künftige, komplexe Systeme, wie beispielsweise elektromotorische Ventilbetätigung, E-Lenkung oder E- Bremsen gedacht werden. Um den gerecht zu werden, sind besonders effiziente Generatoren und Regler mit der Möglichkeit zum Batterie- und Verbrauchermanagement erforderlich. Gleichzeitig dürfen diese Generatoren aber nicht größer, schwerer oder lauter werden.
| alle Bilder BOSCH - Generator der Baureihe Li-E von BOSCH und seine Hauptbaugruppen; 1 = Antriebslagerschild, 2 = Läufer mit Erregerwicklung, 3 = Ständer mit 3 Ständerwicklungen, 4 = hinteres Lagerschild mit Diodenplatte, 5 = Multifunktionsregler |
Die modernen Compact-Generatoren für die elektrische Versorgung von Pkws sind mit äußerst variablen Multifunktionsreglern ausgestattet. Diese ermöglichen eine Vielzahl von nutzbringenden Funktionen beim Betrieb des Generators. Eine davon ist das so genannte Batterie-Sensing, bei dem die Ladespannung zwischen Generator und Autobatterie optimiert wird. Diese ist ebenso wichtig für einen einwandfreien Startvorgang, wie die ebenfalls durch den Regler gelenkte Ruhestromabschaltung für die Reduzierung des Batterieverbrauches auf Minimalwert beim Ausschalten des Fahrzeugs eine entscheidende Rolle spielt. Die heutigen
Fahrzeugbatterien erzielen insgesamt durch die Multifunktionsregler eine
wesentlich bessere Leistungsbilanz. |
Die neuen Drehstromgeneratoren der Baureihen Li-E und Li-X zeichnen sich durch
hohe Stromabgabe bereits bei Leerlauf (Li
mehr Leistung (bis zu 25%; Li
größeren Wirkungsgrad (bis zu 74%)
bei gleicher bzw. geringerer Größe,
weniger Kraftstoffverbrauch (0,1 bis 0,5 l/100 km) und
geringerem Laufgeräusch
aus.
Die neuen Generatoren besitzen keine herkömmlichen Leistungsdioden, sondern Leistungszenerdioden. Diese schützen in Verbindung mit dem Multifunktionsspannungsregler das Bordnetz vor energiereichen Überspannungen.
Übrigens, um 0,1 l Kraftstoff auf 100 km weniger zu verbrauchen müsste man ein Mittelklasseauto um 50 kg leichter bauen.
In der Serienausrüstung von Pkw und Nkw hat der Monolithregler (1 Chip-Regler) heute den Hybridregler weitgehend ersetzt. Diese Monolithregler werden mit einer Vielzahl von neuen Funktionen eingesetzt. Diese Multifunktionsregler (MFR) werden heute in allen neuen Compact-Generatoren von Bosch angebaut.
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Multifunktionsregler |
1. Steckergehäuse für Kabelbaumstecker 2. Kühlkörper 3. Bohrungen für Reglerbefestigung am Generator; dient auch als Regler Masseverbindung 4. Integrierter Kohlebürstenhalter 5. Anschluss an Generator B+, zum Abgriff von Reglerspannung und für Erregerstrom 6. Kohlebürsten 7. Reglerbaustein 8. Anschluss für Generatorphase V; zur Erkennung "Generator dreht"
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Gegenüber herkömmlichen Generatorreglern bieten Multifunktionsregler zusätzliche Funktionen an:
(Bild Multifunktionsregler)
Beschreibung der wichtigsten Funktionen des Multifunktionsreglers
| Batterie-Sensing |
Bei Batterie-Sensing erfolgt die Spannungsregelung über die Anschlussklemme "S", die vorzugsweise direkt an Batterie "+" angeschlossen wird. Zwischen Generator B+ und Batterie "+" existiert grundsätzlich eine Spannungsdifferenz. Durch die Spannungserfassung direkt an der Batterie wird die Ladespannung der Batterie optimiert. |
| Gesteuerte Vorerregung | Der Vorerregerstrom wird vom Regler gesteuert und sichert so eine optimale Erregung des Generators. Nach Einschalten des Fahrschalters taktet die Reglerendstufe. Das Tastverhältnis wird so gewählt, dass die jeweils minimal mögliche Angehdrehzahl des Generators sichergestellt ist. Bei Pkw erhält der Regler die Information "Fahrschalter Ein" über den Anschluss "L", bei Nkw über den Anschluss "15". In beiden Fällen bleibt das Anzeigeelement bis zum Ende der Vorerregung aktiv. |
| Ruhestromabschaltung |
Im Betriebszustand "Fahrschalter AUS" wird die Stromaufnahme des Reglers auf seinen Minimalwert reduziert. |
| Filterung störender Eingangssignale | Alle elektrischen Verbindungen des Reglers werden über das Leistungs-IC geführt. Es filtert Störungen aus und bereitet Signale auf, wenn dies erforderlich ist. |
| Erkennung "Generator dreht" | Durch Auswertung der Phasenspannung wird ab einem bestimmten Spannungspegel erkannt, dass sich der Generator dreht. Bei Abfall des Steckers und somit fehlender Vorerregung, wird durch Notanlauf die Erregung des Generators sichergestellt. |
| Notregelung |
Bei Unterbrechung der Batterie-Sense-Leitung erfolgt die Regelung automatisch über B+ des Generators.
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| Übertemperaturschutz | Zum Schutz des Reglers vor thermischer Zerstörung wird die Temperatur auf dem IC gemessen. Bei Überschreitung einer Obergrenze wird die Regelspannung abgesenkt. |
| Load-response Funktionen | Es werden zwei Load-response-Funktionen unterschieden. Beide steuern die Lastzuschaltung der elektrischen Verbraucher. Beim Startvorgang und während des Fahrbetriebes. Diese Funktionen kommen nur bei Multifunktionsreglern für den Pkw-Bereich zur Anwendung. |
Load-response-Diagramm:
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Load-response Start (LRS) Diese Funktion verhindert, dass der Generator während und unmittelbar nach dem Start Strom abgibt. Somit wird der Startvorgang nicht durch das bremsende Moment des Generators erschwert oder verlängert. |
Load-response Fahrt (LRF) Diese Funktion bewirkt, dass positive elektrische Laständerungen, mit einem damit verbundenen steilen Drehmomentanstieg des Generators, nicht direkt an den Antriebsmotor weitergeleitet werden. Die Leistungsabgabe des Generators wird daher über eine Rampenfunktion kontinuierlich gesteigert. Man spricht hier auch von einer "weichen Lastzuschaltung". |
Beschreibung von 3 wichtigen Anschlussklemmen:
Anschluss
L (blaues Kabel)
Der
Anschluss "L" steuert je nach Betriebszustand des Generators und
des Bordnetzes die Anzeige
oder die Zuschaltung von Verbrauchern (load response) über die Relaisendstufe während des fehlerfreien Generatorbetriebes.
Je
nach Betriebsart fließen über den Anschluss "L" Ströme in den
Regler hinein oder heraus.
Fehlererkennung
Während
des gesamten Generatorbetriebs werden vom Regler ständig Signale ausgewertet
und mögliche Fehler erkannt. Bei einem erkannten Fehler wird die Lampen
Erkannt
werden folgende Fehler
Generatorfehler:
Reglerfehler: Endstufe unterbrochen oder kurzgeschlossen, Freilaufkreis unterbrochen
Bordnetzfehler:
Überspannung im Bordnetz, Unterbrechung der Senseleitung, Unterbrechung
der Ladeleitung "B+" Generator / "B+" Batterie
Lampen
Die
Ansteuerung erfolgt durch einen entsprechenden Steuerblock. Die beiden Endstufen
sind gegenseitig verriegelt und gegen Überlastung und Kurzschluss geschützt.
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Zustand |
Pegel
Klemme L |
Ladekontrolle |
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Zündung
(Kl. 15) aus |
low |
aus |
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Zündung
an, Motor steht |
low |
ein |
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Zündung
an, Motor läuft |
high |
aus |
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Erregungsunterbrechung |
low |
ein |
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Überspannung |
low |
ein |
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Keilriemenbruch |
low |
ein |
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Anschluss
DFM (rot/schwarzes
Kabel)
Der
Anschluss "DFM" (DF
Leistungsreduzierung
durch Abschalten weniger wichtiger Verbraucher
Das
DFM
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Überprüfung durch ein Oszilloskop bei angeschlossenem Empfangsgerät. Zu Beginn der Startphase (Zündung ein, Drehzahl = 0) setzt die getaktete Vorerregung ein, das Tastverhältnis beträgt in dieser Phase ca. 10 – 30%. |
Anschluss
S (Sense)
Über
den Anschluss "S" wird die Spannung direkt an "B+" der
Batterie als Istwert gemessen. Mögliche Spannungsdifferenzen zwischen Generator
"B+" und Batterie "+" werden somit vermieden und die
Ladespannung der Starterbatterie optimiert.
Abhängig
vom Reglertyp erfolgt bei einer Unterbrechung der Sense
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Schaltplan des Generators |
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Der Autor verwendet das Diagnosegerät KTS 550 von BOSCH für die universelle Fahrzeugdiagnose. |
Ich habe auch einen Beitrag zum modernen Generator im Technikprofi, dem Extraheft von auto, motor und sport veröffentlicht. Diesen können Sie hier lesen.
Ein toller Link zum wassergekühlten Generator und seine Technik finden Sie auf:
http://mitglied.lycos.de/Autoelektrik/Edh.htm
Quellen: BOSCH-Berufsschulinfos, VW-Service Training
Johannes Wiesinger
26.08.2010