am Beispiel der Montage einer Anhängerkupplung
Prüfungswissen/ Lernfeld 11 Werkstattpraxis
- integriert als Projekt im
Berufsschulunterricht
Der
Lehrplan für Kfz-Mechatroniker umfasst neben Fächern auch
Lernfelder (Tabelle 1).
Im Fach Montagetechnik findet sich das Lernfeld
„Nachrüsten und Inbetrieb nehmen von Zusatzsystemen“.
Im Unterricht paukt der Azubi nun nicht mehr nur die Technik,
sondern er lernt auch die Schlüsselqualifikationen (in der Schule als
übergeordnete Lernziele bezeichnet).
So sind zum Beispiel Informationsbeschaffung, Teamfähigkeit
und Kommunikationsfähigkeit wichtige Bestandteile des Unterrichts geworden.
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Schüler beim Anbringen der Bohrlöcher für die Montage
einer Anhängekupplung |
Der Lehrplan für die Ausbildung zum
Kfz-Mechatroniker sieht neben theoretischem Unterricht aber auch eine Reihe von
praktischen Arbeiten vor.
Die
Inhalte des Lehrplans lassen sich am besten in offenen handlungsorientierten
Unterrichtsformen und in Projekten vermitteln. Dieser Bericht soll am Beispiel
der
Anhängerkupplungen im Allgemeinen und der Montage im Besonderen ein Projekt
aus der Regens-Wagner-Berufsschule im bayerischen Schrobenhausen erläutern.
Tabelle 1
Lehrplanfächer und Lernfelder, 3. Ausbildungsjahr
Pkw-Technik
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Fach |
Lernfeld |
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Kraftübertragung und Fahrwerk |
Instandhalten von Fahrwerks- und Bremssystemen |
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Montagetechnik |
Nachrüsten und Inbetriebnehmen von Zusatzsystemen |
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Elektrotechnische Systeme
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Prüfen und Instandsetzen von vernetzten Systemen |
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Steuer- und Regelsysteme |
Diagnostizieren und Instandsetzen von Karosserie-, Komfort- und
Sicherheitssystemen |
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Fahrzeugservice
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Durchführen von Service- und Instandsetzungsarbeiten für eine gesetzliche
Untersuchung |
Einstieg in das Lernfeld
Zu Beginn des Projekts stellt der Klassenleiter die Vorgaben
des Lehrplans vor, mit denen sich die Schüler auseinandersetzen sollen. Dazu
dienen die folgenden Aufträge. Die Schüler sollen sich, jeder für sich, mögliche
nachrüstbare Zusatzsysteme überlegen. Die Vorschläge werden auf Zettel gesammelt
und dann an die Pinwand geheftet. Anschließend werden diese Ergebnisse
analysiert. Was bei so einem Brainstorming alles herauskommen kann zeigt Tabelle
2.
Tabelle 2 Auszüge aus
Schülervorschlägen zur Nachrüstung - Ergebnis eines Brainstormings
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Elektrik/ Sicherheit und Komfort
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Motor/ Antrieb/ Tuning |
Fahrwerk/ Karosserie |
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Tempomat |
Turbolader, Bi-Turbo |
Gewindefahrwerk |
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Xenonscheinwerfer |
Sport-Auspuffanlage |
Anderes Fahrwerk, Tieferlegen
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3. Bremsleuchte |
Motorumbau, z.B. V6 |
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Klimaanlage |
Geschmiedete Kolben |
Andere Felgen |
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Navigation |
Härtere Ventilfedern |
Spurverbreiterung |
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Standheizung |
Scharfe Nockenwellen |
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Alarmanlage |
NOS-Einbau |
Reifendruckkontroll-system |
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Elektrischer Fensterheber |
Sechsgang-Getriebe |
Anhängerkupplung |
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Zentralverriegelung
Mit Funkfernbedienung |
Chip-Tuning |
Armaturenverkleidung |
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Schwungrad abdrehen |
Sportsitze |
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Nebelscheinwerfer |
Gasantrieb |
Hosenträgergurte |
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El. verstellbare /heizbare Außenspiegel |
Pflanzenöl / Rapsöl |
Überrollkäfig |
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Wasserstoffantrieb |
Flügeltüren |
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Hi-Fi Anlage, |
Pop-Up-Ventil |
Spoiler Front / Heck |
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Kurvenlicht |
Rußfilter |
Schürzen |
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Unterboden-, Motorraumbeleuchtung |
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Lackierung |
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Schiebedach |
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Tagfahrlicht |
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Anschließend werden mehrere Gruppen gebildet. Diese einigen
sich auf ein Nachrüstsystem. Dabei muss berücksichtigt werden, ob die
Nachrüstung nach
Vorschriften und Gesetzen zulässig und technisch
möglich ist. Die Schüler bearbeiten ihr System unter Berücksichtigung der
Inhalte des Lehrplans und stellen es hinterher innerhalb der Klasse vor. Dazu
müssen sie sich zahlreiche Infos zum ausgewählten System beschaffen. Der
Interneteinsatz zur Recherche ist hier durchaus sinnvoll. Nachfragen bei
Händlern, Betrieben, TÜV usw. ist möglich und denkbar. Anschließend präsentieren
die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse. Dabei haben sie auch eine grobe
Kalkulation mit den möglichen Teile- und Arbeitskosten eingefügt. Diese
Recherchearbeiten dienen als Übung, wie man sich Infos beschaffen kann auch als
Vorbereitung für das folgende Projekt.
Projekt AHK - Vorstellung
Im folgenden Lernabschnitt soll ein Fahrzeug gesucht werden,
an dem die AHK montiert werden kann. Im Kollegen- und Bekanntenkreis findet sich
meist jemand. Der Ablauf für das Projekt wird nun besprochen. In das Projekt
sind in der Regel alle unterrichtenden Lehrer involviert. Es betrifft also den
klassischen „praktischen“ und „theoretischen“ Fachlehrer genauso wie die
allgemeinbildende Lehrkraft. Der Lehrer ist während des Projekts allerdings
nicht wie sonst üblich der Lehrende, sondern mehr der Moderator, der zwar den
Rahmen vorgibt, sich aber sonst eher als Beobachter im Hintergrund aufhält. Bei
Verstößen gegen Sicherheitsbestimmungen muss er aber eingreifen. Probleme müssen
die Schüler in der Regel selbst lösen. Wenn sich die Arbeitsgruppe in einer
Sackgasse befindet, wird ein möglicher Lösungsweg aufgezeigt.
Recherchephase AHK
Als erstes sollen die Schüler sich über Einbauvorschriften
informieren, klären ob evtl. Umbauten nötig sind oder ob eine TÜV-Eintragung
erforderlich ist Das Internet wird dabei ebenfalls zur Recherche herangezogen.
Herstellerspezifische Informationen bekommen sie z.B. auch auf der Internetseite
www.kupplung.de
oder
www.jaeger-automotive.de. Die
Preise recherchieren sie bei örtlichen bzw. regionalen Teilehändlern, bei der
Herstellerwerkstatt und im Internet. Anschließend stellen Sie die verschiedenen
Vergleichsangebote in einer Excel-Datei gegenüber. Nun folgt ein erstes Feedback
in der Klasse mit dem Lehrer. Die Rechercheergebnisse werden verglichen und
besprochen. Jetzt kann ein Termin für das Kundengespräch geplant werden.
Fahrzeugannahme und Kundengespräch
Die Schüler informieren den Kunden über ihre
Rechercheergebnisse und klären noch offene Fragen ab: Soll eine abnehmbare,
schwenkbare oder feste Kupplung geordert werden? Soll ein universeller oder
fahrzeugbezogener E-Satz gekauft werden? Will der Kunde z.B. auch einen
Wohnwagen ziehen, so benötigt er eine Ladeleitung für eine Batterie im Wohnwagen. Bei
einfachen Transportaufgaben ist kein Dauerplus nötig. Aber wer auch nur einen
Fahrradanhänger transportieren will, benötigt eine 13-polige Steckdose. Diese Infos sind wichtig
für die Teilebestellung und zum Abschätzen des Montageaufwands. Die Schüler
informieren je nach gewünschter Kupplungsart neben dem Montageaufwand auch
über die Kosten für den Einbau. Am Ende wird ein Termin für den Einbau
abgesprochen, ein Reparaturauftrag erstellt und nach den Kundenvorgaben
anschließend eine telefonische Bestellung der Teile abgegeben.
Nachbesprechung
Wie führe ich ein Kundengespräch? Wie sollte eine Annahme
/ Übergabe ablaufen? Das Kundengespräch war zuvor ohne Lehrervorgaben abgelaufen.
Die Nachbesprechung dient dazu bereits Gutes hervorzuheben und die Fehler
anzusprechen und gemeinsam zu überlegen, wie es besser ablaufen könnte. Der
Videoeinsatz bei solchen Kundengesprächen ist zu empfehlen. So können im
Nachhinein Fehler leichter durch die Schüler selbst erkannt werden. Das
Kundengespräch ist ein sehr wichtiges Element im Unterricht nach dem neuen
Lehrplan. Die verbalen Fähigkeiten werden auch in der Abschlussprüfung zum
Kfz-Mechatroniker abgefragt.
Schalt- und
Arbeitspläne, Berechnungen
Wenn auch beim Kauf der Anhängerkupplung eine detaillierte
Einbauanleitung für Mechanik und Elektrik dabei ist, so sind doch Grundkenntnisse
über die elektrische Anlage unbedingt wichtig.
Für den Schüler bedeutet dies zum einen, dass er sein
Schaltplanwissen aus dem 1. Berufsschuljahr auffrischen kann. Zum anderen werden
nun die Besonderheiten der Anhängerkupplungselektrik gelernt. Dabei zeichnen die
Schüler unter anderem die Belegung der „alten“
7-poligen Anhängersteckdose sowie
die der „neuen“
13-poligen. Die Schüler lernen die alternativen
Belegungsmöglichkeiten als auch die Anhängererkennung kennen.
Gesetzlich vorgegeben ist die Blinkkontrollüberwachung des
Anhängers. Wurde dies früher mit zusätzlichen Kontrollleuchten und einem
geänderten Blinkgeber realisiert (C2) so wird hierzu heute ein elektronisches
Modul (AFC) verwendet, das die Überwachung übernimmt. Bei modernen
Fahrzeugen kommuniziert die Anhängerelektrik (CFC®) sogar mit dem CAN-Bus
und ermöglicht weitere Funktionen.
Über alle diese Details informiert sich die Klasse im voraus.
Anschließend
erstellen sie einen Arbeitsplan für die Montage der Kupplung. In technischer
Mathematik bietet es sich an, neben der Kalkulation der Arbeit auch auf die
Bedeutung der unterschiedlichen Kabelquerschnitte und benötigter Sicherungen
rechnerisch einzugehen.
Durchführen der Arbeiten
-
Demontage
des Stoßfängers
Falls erforderlich, sollte das Fahrzeug vor der Montage vor
allem am hinteren Unterboden dampfgestrahlt werden. Im Kofferraum werden die
Bodenmatte und das Reserverad entnommen, die Seiten- und Heckverkleidungen
werden demontiert. Am angehobenen Fahrzeug wird dann der Stoßfänger
abgeschraubt. Wichtig ist es genau hinzuschauen, wo sich mehr oder weniger
versteckte Schrauben im Bereich des Stoßfängers oder des Radkastens befinden.
Die Herstellervorgaben sind zu beachten.
Bei manchen Fahrzeugen wie beim Golf muss man die
Rückleuchten ausbauen. Dabei ist die rechte Rückleuchte an der unteren Ecke nur
durch einen Plastikstift von außen eingeclipst, während die linke Heckleuchte an
diesem Punkt von innen geschraubt ist. Bei etwas älteren Autos sollte man die
Schrauben rechtzeitig mit Rostlöser einsprühen. Bevor und während der Stoßfänger
abgenommen wird, sollte man sich noch mal vergewissern, dass man wirklich alle
Befestigungen gelöst hat. Bei manchen Fahrzeugen muss auch der Pralldämpfer
entfernt werden, weil an dessen Stelle die Kupplung montiert wird.
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„Die Schüler legen Einbauort,
Einbaulage und Einbaufolge fest“, so steht es im Lehrplan.
Bei vielen Fahrzeugen sind
die Bohrungen bereits vorhanden, sie müssen aber noch mit einem Schaber oder
Spachtel freilegt werden. Die zumeist guten Einbauanleitungen helfen hier
weiter. Die Auflagefläche des Schraubenkopfs muss auf jeden Fall von
Unterbodenschutz und Schmutz gereinigt werden. Wenn noch keine Bohrungen
vorhanden sind, zeichnen und körnen die Auszubildenden die Bohrlöcher für
die Befestigung der Kupplungshalterung an und bohren die Löcher gemäß
Anleitung.
An Stellen an denen die Halterungen anliegen
müssen, muss auch der Unterbodenschutz entfernt werden. |
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Die blanken Stellen müssen
unbedingt mit Rostschutz behandelt werden. Anschließend werden die Halter
und die Traverse der Kupplung mit Hilfe der mitgelieferten Schrauben
montiert.
Alle Befestigungsschrauben
schraubt man zunächst von Hand ein und zieht sie danach entsprechend der
Einbauanweisung mit dem vorgeschriebenen Drehmoment an.
Die blanken Karosseriestellen
am Unterboden müssen natürlich entsprechend mit Rostschutz, Farbe bzw.
Unterbodenschutz versehen werden. |
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Das Massekabel der Batterie wird als erstes
abgeklemmt. An dieser Stelle kommt immer der Hinweis: „Radiocode erfragen
und notieren“.
Jetzt ist es wichtig, die Einbauanleitung genau zu studieren
und auf die Kabelfarben zu achten. In der Einbauanleitung des Elektrosatzes
befindet sich eine Tabelle mit den benötigten Funktionen. Der Kabelsatz wird
zunächst im Heckbereich verlegt und das mitgelieferte Zusatzmodul an
geeigneter Stelle befestigt. Auch Profis notieren sich die Kabelfarben
als Gedächtnisstütze auf der Einbauanleitung. In den Einbausätzen befinden
sich die zu verwendenden Kabelverbinder mit denen die Leitungen schnell an
das vorhandene Bordnetz angekoppelt werden können. |
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Universaleinbausatz
Das
Zusatzmodul (AFC)
benötigt Dauerplus (Klemme 30, Batterie). Hierbei darf das Plus aber nicht
einfach irgendwo abgenommen werden, sondern auch hier sollte man sich an die
Einbauanleitung halten (Gefahr der Überlastung). Die Information über
eventuell defekte Anhängerblinker erfolgt über eine erhöhte Blinkfrequenz
der fahrzeugeigenen Blinker-Kontrollleuchte durch das mitgelieferte Modul. |
Bei den universellen Einbausätzen geht die
Montage nicht ganz so schnell, wie bei den fahrzeugspezifischen, welche
optimal auf das Fahrzeug angepasst sind und wird auch deshalb nicht mehr
empfohlen. Es gibt auch Bausätze für ältere
Fahrzeuge, bei denen noch eine aufwendige zusätzliche Montage einer
Kontrollleuchte (C2)
erforderlich ist.
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Etwas aufwendiger wird es, wenn Dauerplus und
Ladeleitung im Anhänger benötigt werden. Dann müssen dann Kabel vom
Sicherungskasten nach hinten gezogen werden und dazu weitere Verkleidungen
entfernt werden.
Wenn alle Leitungen an das Fahrzeugnetz angeschlossen wurden,
wird der Kabelsatz nach draußen verlegt. In der Regel wird eine vorgesehene
Gummitülle entfernt, durch die der Kabelstrang geführt wird. Falls nicht, muss
an einer geeigneten Stelle
eine Bohrung angebracht werden. Das Bohrloch wird entgratet und ebenfalls mit
Rostschutz versehen. Nach dem Einsetzen der Kabeltülle wird der Kabelsatz
durchgeschoben. Nun werden die einzelnen Kabel an die Dose laut Einbauanleitung
entsprechend der Klemmenbezeichnung angeklemmt, besser gesagt angeschraubt. Bei
einigen Fahrzeugen ist die Kabeldurchführung so groß gewählt worden, dass der
Stecker bereits am Kabel dran ist und so nur noch ins Gehäuse eingerastet werden
muss.
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Adaption des E-Satzes an den CAN |
Bei modernen Fahrzeugen mit CAN-Bus wird
ein
spezielles
Modul mit speziellen Potenzialausgleichern an den CAN-Bus gecrimpt.
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Potenzialausgleicher |
| Es werden auch drei
Sicherungen erforderlich (1x Modul, je 1x pro Fahrzeugseite). Fällt eine
aus, so geht eine ganze Seite nicht. Außerdem
wird die dritte Bremsleuchte mit angeschlossen, damit bei Ausfall des CAN
oder der Sicherungen wenigstens noch die Bremsleuchte funktioniert. |
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Diodenprüflampen oder selbstgebaute
Prüfgeräte mit Dioden eignen sich dazu weniger. Das Problem ist
hierbei jedoch, dass die Dioden selbst kaum Strom aufnehmen und die
Spannungsquelle somit nicht belastet wird. So kann es zu
Fehlinterpretationen kommen. |
Nun kann der Minuspol der Batterie schließlich
wieder angeklemmt werden. Bevor die Schüler die Steckdose endgültig an der
Kupplung anschrauben, führen Sie eine Funktionsprüfung durch. Dazu eignet
sich am besten ein Anhänger.
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Bei der abschließenden Montage des Stoßfängers, also nach
erfolgter Montage der Kupplung und der Elektroarbeiten, muss darauf geachtet
werden, ob sich die neue Kupplung und der Stoßfänger eventuell gegenseitig
behindern und der Stoßfänger gar nicht erst einrasten kann. Bei manchen
Fahrzeugen ist daher eine Stoßstangenbearbeitung notwendig. Hierfür muss eine
beiliegende Schablone innerhalb der Stoßstange angebracht werden. Diese sollte
mit Klebeband gegen Verrutschen gesichert werden. Anschließend wird die
Außenkante der Schablone mit einen Stift nachgezeichnet. In den Ecken werden
Bohrungen angebracht, um ein Einreißen zu verhindern. Mit einer Stichsäge, am
besten mit einer oszillierenden Feinsäge, wird dann der Stoßfänger
ausgeschnitten. Hierzu ist Feingefühl nötig. Wird zu viel herausgeschnitten,
gibt´s sicher Ärger mit dem Kunden.
Als abschließende Arbeiten gilt es jetzt noch die Stoßstange
und die Rücklichter zu montieren sowie Radhaus- und Innenverkleidungen
anzubringen. Der Kugelkopf wir leicht eingefettet und die Schutzkappe
aufgesteckt.
Bei manchen modernen Fahrzeugen muss außerdem das Komfort-Steuergerät
noch mit Hilfe eines Testers
codiert,
sprich angelernt werden. Die Anhängerblinkerüberwachung funktioniert in 99%
aller Fälle auch ohne Aktivierung. Aber schließlich muss das Fahrzeug wissen,
dass es bei Hängerbetrieb die Einparkhilfe (EPH) und die Nebelschlussleuchte zu
deaktivieren hat. Bei manchen Fahrzeugen hingegen wird das
Trailer ESP
aktiviert.
Funktionsprüfung und Übergabe
Nun folgt die Abnahme mit Funktionsprüfung:
Hier prüfen sich die einzelnen Gruppen gegenseitig. Erst
jetzt kann der Arbeitsauftrag abgeschlossen werden.
Nun kann die Übergabe des Fahrzeugs an den Kunden mit
entsprechender Einweisung in die Funktionen erfolgen. Die Schüler sollen dabei
genau erklären, was alles angebaut wurde und wie es funktioniert. Sie weisen
auch auf den Einsatz des 7-/13-poligen Adapters hin, auf die Bedeutung der
Anhängelast laut Kfz-Schein, auf die maximale Stützlast laut Aufkleber, sowie
darauf, was mit der 13-poligen Steckdose angeschlossen werden kann (z.B.
Kühlschrank im Wohnwagen, Ladeleitung für Zweitbatterie, usw.). Und schließlich
darf der Hinweis nicht fehlen, welche Papiere im Auto mitzuführen bzw. bei der
HU vorzulegen sind.
Am Ende der Fahrzeugübergabe erhält der Kunde auch einen
Fragebogen, indem er die Arbeit der Schüler bewerten soll. Dabei orientiert man
sich an Fragebögen, die auch die Werkstätten selbst verwenden. Der Lehrer achtet
bei der Übergabe nicht nur darauf, ob alle genannten Punkte von den Schülern
gebracht werden, sondern auch darauf, ob der Schüler auf Nachfragen sicher,
deutlich, fachlich und freundlich antworten kann.
Nacharbeiten
Während
der Montage hatten die Schüler ihre Arbeiten in Bild und Text dokumentiert. Nun
werden die Bilder in Office Word oder Powerpoint eingefügt und mit den
entsprechenden Texten versehen. So entsteht eine bebilderte Montageanleitung.
Die Arbeiten werden anschließend den Mitschülern vorgestellt.
Die Schüler müssen letztlich schriftlich ihre eigene Arbeit
und die ihrer Gruppenmitglieder bewerten. Dazu gehören unter anderem Fragen wie:
-
Wie
gut und erfolgreich habt ihr eure Aufgabe gelöst?
-
Wie
hoch schätzt du deinen Anteil am Erfolg ein?
-
Wie
hoch schätzt du den Anteil deiner Teammitglieder am Erfolg ein?
Diese Bewertungen und der Fragebogen des Kunden werden
diskutiert. Am Ende des Projekts kann dann auch noch ein Abgleich mit dem
Lehrplan erfolgen.
Fazit
Das optimale Fazit lautet natürlich: Alle Punkte voll
erfüllt. Die Schüler hatten nicht nur einen abwechslungsreichen Unterricht, sie
haben zudem ein „richtiges Projekt“ durchgeführt. So etwas lehrt bekanntlich am
besten. Neben den reinen Montagetätigkeiten wurden nebenbei einige
Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Handlungskompetenz und
Kommunikationsfähigkeit mitgelernt. So wurden in diesem Projekt
mehrere Aspekte gleichzeitig abgedeckt. Auf der technischen Ebene wurde den
Schülern mit der Montage einer
Anhängerkupplung ein Fall aus der Praxis vorgestellt. Sie bekamen
Kenntnisse vermittelt, die im Berufsalltag gefragt sind und mit denen sie im
Arbeitsleben punkten können. Doch das Handwerk alleine reicht heutzutage nicht
mehr. Einen guten Arbeiter zeichnen neben seiner fachlichen Kompetenz noch
andere Eigenschaften aus, die sogenannten „soft
skills“. Daher wurde in diesem Projekt auch großen Wert auf die
Kommunikation und das Arbeiten im Team gelegt.
Als Lehrer ist es bei solchen Projekten
wichtig, sich im Hintergrund zu halten, auch wenn es manchmal schwer fällt, und
so selten wie möglich einzugreifen, um mit der Musterlösung zu winken.
Johannes Wiesinger
1x überarbeitet 24.10.09
|
Dieser Beitrag wurde bereits einmal im
Technik
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Quellen:
Bosal,
www.kupplung.de,
Jaeger-Automotive,
Link:
Anhängerelektrik und
Steckdosenbelegung
 
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