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Digitalisierung im Kfz-Handwerk

von kfztech.de

Die Digitalisierung hat nicht nur einen großen Einfluss auf die Produktionen innerhalb der Automobilbranche, sondern wirkt sich ebenfalls immer stärker auf die Arbeit von Kfz-Werkstätten aus. So kommen bei der Instandsetzung und Wartung von Fahrzeugen zunehmend digitale Systeme zum Einsatz. Weiterhin profitieren auch Autohändler verstärkt von den neuen technischen Möglichkeiten.

Digitalisierung im Auto

Die Digitalisierung im Auto schreitet immer mehr voran; das Auto wird zum aktiven Teil des Internets - Bild: Bosch

Warum wird die Digitaltechnik im Kfz-Handwerk immer wichtiger?

Digitale Systeme sind im Kfz-Bereich schon seit längerer Zeit keine Seltenheit mehr. Beispielsweise ist es bereits heute gängige Praxis, Einzelteile über internetbasierte Netzwerke zu bestellen. Auch die Reparatur von Fahrzeugen wurde in der Vergangenheit durch digitale Diagnosegeräte grundlegend revolutioniert. Trotz dieser erstaunlichen Möglichkeiten, befindet sich die Digitalisierung im Kfz-Handwerk gerade erst in ihrer Anfangsphase. Das Ziel dieser Entwicklung wird generell unter dem Begriff der Werkstatt 4.0 zusammengefasst. Hierbei handelt es sich um eine Werkstattumgebung, in der Datenströme zwischen Fahrzeugen, Kunden, Herstellern und Servicebetrieben drahtlos und in Echtzeit ausgetauscht werden. Durch die digitale Vernetzung lassen sich gleich zahlreiche Prozesse innerhalb des Kfz-Handwerks massiv optimieren, was wiederum zu einer gesteigerten Produktivität bei gleichzeitiger Kosteneinsparung für Unternehmen und Kunden führt.

Wie profitieren Werkstätten und Händler im Detail von dieser Entwicklung?

Die Digitalisierung erlaubt Händlern und Werkstätten eine wesentlich effektivere Verarbeitung von Aufträgen. So könnten Kunden in Zukunft ganz einfach per Smartphone einen passenden Termin in ihrer Werkstatt vereinbaren. Auch die kurzfristige Integration von Reparatur- oder Inspektionsterminen ist auf diese Weise kein Problem. Weiterhin ist es vorstellbar, dass digitale Kamerasysteme die Kennzeichen von Kunden erfassen während diese auf den Hof fahren, sodass die Aufträge automatisch im Hintergrund vorbereitet werden können. In Bezug auf die Reparaturen bergen vor allem drahtlose Übertragungstechniken ein gigantisches Potenzial. Beispielsweise wäre es auf diese Weise möglich, Softwareupdates und Fehleranalysen ohne die Verwendung von speziellen Geräten durchzuführen (Augmented Reality*). Durch Techniken dieser Art lassen sich die Arbeiten in Autos, Motorrädern und Nutzfahrzeugen wesentlich schneller erledigen, was den allgemeinen Arbeitsablauf deutlich effizienter gestaltet.

Augmented Reality

Hält der Kfz-Mechatroniker das Tablet in den Motorraum erhält er quasi einen Röntgenblick - Bild: Bosch

Was gibt es bei der Umsetzung für Werkstätten zu beachten?

Wer die Landschaft des Kfz-Bereichs einmal genau im Hinblick auf die Digitalisierung betrachtet, wird schnell eine große Inhomogenität feststellen. Während vor allem etablierte Unternehmen wie Vertragswerkstätten bereits in einigen Feldern die Vorzüge der Digitaltechnik nutzen, hinken insbesondere kleinere Werkstätten der technischen Entwicklung hinterher. Jedoch sind die Umstellungen in Bezug auf die Digitalisierung wichtiges Sicherheitsequipment in Betrieben, da die Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft stark vom eigenen Digitalisierungsgrad abhängig sein wird. Werkstätten die hier zu lange zögern, nehmen langfristig große Nachteile in Kauf, welche unter Umständen sogar die eigene Existenz bedrohen können.

Welche weiteren Entwicklungen sind in Zukunft zu erwarten?

Zwar sind die die Möglichkeiten der Digitaltechnik im Kfz-Bereich schon heute sehr beeindruckend, allerdings kann in Zukunft mit vielen weiteren Innovationen gerechnet werden. Im Fokus steht bei der Entwicklung dabei in erster Linie die Erhöhung des Automatisierungsgrades. So kann davon ausgegangen werden, dass die Systeme der Eigendiagnose in Fahrzeugen immer genauer werden, während sie gleichzeitig in ständiger Verbindung mit der Werkstatt stehen. Auf diese Weise wissen die Mechaniker schon vor der Ankunft eines Fahrzeuges, welche Arbeitsschritte auf sie warten. In Kombination mit autonomen Fahrsystemen ist es langfristig sogar denkbar, dass die Fahrzeuge außerhalb ihrer Nutzungszeit völlig selbstständig in die Werkstatt fahren. Auch die Verarbeitung von Kundenaufträgen dürfte in den kommenden Jahren weiter optimiert werden.

Vernetzung Nutzfahrzeuge

Die Vernetzung im Nutzfahrzeugbereich senkt Servicekosten und Servicezeiten - Bild Bosch

Was gibt es abschließend zum Thema zu sagen?

In der Gesamtbetrachtung wird schnell deutlich, dass die Digitalisierung einen äußerst großen Einfluss auf die Arbeit im Kfz-Handwerk hat. Aufgrund der rasanten Entwicklungsgeschwindigkeit sollten sich Unternehmen schnellstmöglich mit der neuen Technik auseinandersetzen und entsprechende Vorbereitungen treffen.

 

Augemented Reality in der Kfz-Werkstatt Beispiel Bosch

Augmented-Reality in der Kfz-Werkstatt ermöglicht quasi einen Röntgenblick in den Motorraum.
Wenn der Kfz-Mechatroniker einen Tablet-Computer zum Beispiel in den Motorraum hält, wird das abgebildete Kamerabild mit umfassenden Zusatzinformationen und Reparaturanleitungen ergänzt. Die eingeblendeten Objekte können nun via Touchscreen steuern oder noch mehr Inhalte aufrufen. Zeitaufwändiges Nachschlagen in Werkstatt-Handbüchern entfällt. Die detaillierten Daten liefert hier ein Bosch-Server über das Internet. (Quelle: Bosch)

Lesen sie auch: Veränderungen durch die Digitalisierung im automotiven Umfeld

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 14.07.2018









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