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Veränderungen durch die Digitalisierung im automotiven Umfeld

von kfztech.de

Die Digitalisierung nimmt zunehmend an Fahrt auf und diese Entwicklung hat einen besonderen Einfluss auf viele Branchen. Insbesondere Industrien, welche sich auf die Entwicklung und Produktion technischer sowie komplexer Produkte spezialisiert haben und zudem über ein enges Supply-Chain-Netzwerk sowie eine hohe Dienstleisterquote verfügen, unterliegen dem Einfluss der Digitalisierung. Sinnbildlich für den Einfluss der Digitalisierung ist die Automobilindustrie, denn hier werden die Einflüsse auf die Industrie und den Kunden besonders deutlich. Aufgrund eines zunehmenden Mobilitätsbedarfs sowie veränderten Kundenanforderungen zeichnet sich ein Wandel für die gesamte Industrie ab, denn immer mehr Hersteller sehen den Unternehmenszweck in der Definition des Mobilitätsanbieters.

Auswirkungen der Digitalisierung auf die Vorproduktionsphase

Bevor ein Fahrzeug in die Serie geht und in die Produktion eingespielt wird, muss die Entwicklung sowie Erprobung stattfinden. Bereits hier sind die Auswirkungen der Digitalisierung spürbar, denn das Testen eines Fahrzeugs galt bisher als Kostentreiber, welcher die Entwicklungskosten belastete. Nun lassen sich jedoch verschiedene Konstellationen und Parameter mithilfe eines Simulators untersuchen, sodass die Auswirkungen minimaler Veränderungen auf das Fahrerlebnis untersucht werden können. Mithilfe der Fahrsimulatoren können die Entwickler bereits zu einem frühen Zeitpunkt eine Optimierung des Fahrverhaltens anstreben. Für die Kunden wird dies zu einem großen Sprung beim Fahren führen.

Insbesondere die VR-Technologie (Virtual Reality, die Red.) nimmt eine wichtige Rolle im Rahmen der Entwicklung ein, denn so können Entwickler die digitalen Prototypen vergleichen und potenzielle Schwächen erkennen. Zudem können Kunden durch die VR-Technologie bereits im Vorfeld einen Eindruck zum Fahrverhalten und zur Verarbeitung erhalten. Autohäuser können Kunden über dieses Medium näher an das Fahrzeug bringen und die gewünschte Konfiguration vorführen. Zudem können Autohäuser durch die Digitalisierung verbindlichere Liefertermine bereitstellen, welche eine höhere Planungssicherheit ermöglichen.

Audi Smart Factory

Die Digitalisierung in der Automobilproduktion wie hier bei Audi ist längs angekommen - Bild Audi

Veränderte Produktionsphase aufgrund der Digitalisierung

Die Individualisierung ist eines der prägenden Merkmale der Automobilfertigung. Für den Kunden bedeutet die Möglichkeit zur Individualisierung ein Plus, allerdings müssen Hersteller mit smarten Planungs- und Steuerungssystemen arbeiten, um diese Individualisierung zu realisieren.

Mithilfe der Digitalisierung kann bereits die Planung einer Fertigungslinie optimiert werden. Durch digitale Prozessketten lassen sich die realen Arbeitsabläufe bereits im Vorfeld optimieren. Hierbei geht es insbesondere um optimierte Durchlaufzeiten und niedrige Fehlerquoten. Zudem soll die Mensch-Maschine-Kommunikation für eine optimierte Fertigung sorgen, in der Roboter und Menschen zusammenarbeiten, um Fehlerpotenziale zu minimieren. Durch die Digitalisierung halten kontextsensitive Assistenzsysteme in die Produktion Einzug. Diese helfen bei der Bewältigung komplexer Produktionsabläufe und beziehen die Mitarbeiter in die Optimierung ein. Zudem bedeutet die Digitalisierung, dass ein kontinuierliches Lernen erforderlich wird, welches durch didaktische Supportsysteme unterstützt wird

(siehe hierzu das Video: Smart Factory von Audi)

 

Für die Logistik ergeben sich ebenfalls Änderungen, denn auch diese soll smart werden. Die Rede ist von „Smart Logistics“, (oder auch Logistik 4.0, d. Red.) einem Prinzip, welches auf prozessgesteuerten und vernetzten Abläufen basiert und modernste Technologien anwendet. Der Einsatz von Logistiksoftware wird eine Echtzeitverfolgung ermöglichen und die Blockchain ermöglicht eine transparente Verifizierung. Für die Verwaltung der Datenmengen wird hingegen auf Cloud-Computing zurückgegriffen. Das Data Mining sorgt für die Analyse von Korrelation aller Produktionsaspekte und wird eine Optimierung erzielen. Zudem wird das neue 5G-Netz die Übertragungsraten von Daten erhöhen.

Einflüsse der Digitalisierung auf die Postproduktionsphase

Das grundsätzliche Ziel der Prozessoptimierung ist die Minimierung von Fehlern. Diese lassen sich zwar nie vollständig vermeiden, allerdings kann das smarte Fahrzeug diese eigenständig erkennen und Lösungen anbieten. Hierzu werden die Teile nachbestellt und ein Termin zur Reparatur gemacht.

Zudem können Kunden länger Änderungen an der Konfiguration vornehmen. Hat ein Fahrzeug einen Produktionsschritt noch nicht durchlaufen, so kann ein Teil nachträglich hinzugefügt oder entfernt werden. Durch die automatische Einplanung kann diese Änderung in den Produktionslauf eingeplant und die Änderung implementiert werden. Für das Marketing bedeutet diese Entwicklung, dass Kunden länger über neue Ausstattungen und Assistenzsysteme informiert werden können.

Welche Vorteile ergeben sich für die Kunden?

Laut einem Artikel auf Xpuls.com gibt es viele Vorteile für den Endverbraucher. Insbesondere die Sicherheit und der Fahrkomfort werden zunehmen, da die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen zunimmt. Hierzu gehört etwa die Entwicklung des autonomen Fahrens, die intelligente Routenplanung oder autonomes Tanken. Auch die zunehmende Elektrifizierung wird berücksichtigt und induktives Laden an Ampeln oder auf Parkplätzen ermöglicht.

Kunden brauchen in Zukunft keine Werkstatttermine vereinbaren, denn das Fahrzeug macht dies vollautomatisch. Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung, die Red.) sorgt für bessere Nutzung der Freizeit und greift automatisch auf die Kalender des Nutzers zu und veranlasst die Bestellung der benötigten Teile. Zusätzlich werden Rückrufe optimiert und im Falle eines Softwareupdates sogar obsolet, denn dieses kann durch ein einfaches Firmware-Update veranlasst werden. Für Firmenkunden wird das Führen von Fahrtenbüchern erleichtert, denn das Fahrzeug zeichnet alle Fahrten automatisch auf. Mithilfe der smarten Routenführung können Geschäfte des alltäglichen Lebens optimal integriert und dokumentiert werden.

Der Komfort steht weiterhin an oberster Stelle und das Fahrzeug gibt dem Nutzer Hinweise zur optimalen Nutzung bei den bestehenden Streckengegebenheiten. Auch das Infotainment wird immer wichtiger und weiter in das Fahrzeug integriert. Viele dieser Neuerung halten bereits jetzt Einzug in die Fahrzeugentwicklung, sodass diese bei Neufahrzeugen besonders sichtbar werden. Durch die digitalen Strategien der Hersteller werden die Kunden zudem immer schneller in die neue Welt eingeführt.

Infografik: Veränderungen durch die Digitalisierung im automotiven Umfeld

Infografik für Vollbild anklicken (öffnet in neuem Fenster)

Digitalisierung Automotive Xpuls

 

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Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 14.07.2018









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