Benutzerdefinierte Suche
kfztech.de Logo    
Kfz-Technik Abkürzungs-ABC Auto-Infos Kfz-Zubehör-Shop kfztech TV Unterricht und Ausbildung
 

Wie oft sollte das Kühlwasser gewechselt werden?

Lernfeld 1 / Service

Für einige Fahrzeuge wird empfohlen, alle 50.000 km das Kühlmittel zu wechseln, bei anderen ist das vom Hersteller überhaupt nicht vorgesehen. Hyundai beispielsweise gibt das erste Intervall mit 75.000 km, anschließend 50.000 km. Bei manchen Mercedes-Modellen sind es ebenfalls 50.000 km, bei anderen 200.000 km oder zwölf Jahre, was in der Regel ein Autoleben überdauert.

Generell sollte die Kühlflüssigkeit bei älteren oder stärker beanspruchten Fahrzeugen schneller gewechselt werden. Selbst wenn der Hersteller ein „lebenslanges“ Kühlmittel verwendet, ist ein Austausch nach spätestens 75.000 km ratsam. In altem Kühlwasser können sich Bläschen bilden. Wenn diese platzen (Kavitation), sind durch die Implosionen Beschädigungen an Kühler und Wasserpumpe möglich.

Frostschutzspindel

Mit der Frostschutzspindel überprüft der Mechaniker die Gefriersicherheit des Kühlmittels - Bild: kfztech.de

Wichtige Funktionen im Fahrzeug

In der Regel besteht das Kühlwasser werksseitig zur Hälfte aus Frostschutzmittel und (möglichst kalkarmen) Wasser sowie Zusätzen für den Korrosionsschutz und zur Schmierung, das viele Jahre lang wartungsfrei vor dem Sieden bei Hitze und dem Einfrieren bei Frost schützt. Das Gefrierschutzmittel ist meist Etylenglykol (G11, G12), das die Gefriertemperatur absenkt. Teilweise basieren die längeren Intervalle zwischen den Wechseln der Flüssigkeiten aller Art auch auf gesetzlichen Vorschriften. Die Umweltbehörden halten die Autohersteller an, die Menge der zu entsorgenden Abfallflüssigkeiten zu reduzieren.

Die Kühlflüssigkeit soll nicht nur vor Einfrieren oder Überhitzung schützen sondern auch vor Korrosion. Vor letzterem schützen Korrosionsinhibitoren. Die Korrosion wird natürlich durch Temperaturen von ca. 120°C im Kühlsystem und dem in der Kühlflüssigkeit enthaltenen Wasser begünstigt. Die Eigenschaften des Kühlerfrostschutzes verschlechtern sich im Laufe der Zeit und es ist schwierig, ihm die Qualität anzusehen. Daher sollte nicht nur der Flüssigkeitsstand (bei kaltem Motor!), sondern der generelle Zustand mithilfe eines Teststreifens regelmäßig überprüft werden. Die Teststreifen können sowohl den pH-Wert als auch die Sulfat- und Chlorid-Konzentrationen ermitteln. Wenn das Kühlwasser sauer wird und der Korrosionsschutz nachlässt, kann es zu teuren Schäden durch Rost an Kühler, Wasserpumpe und Thermostat kommen.

Herstellerangaben beachten

Arbeiten die Korrosionshemmer nicht mehr wie gewünscht, muss die Flüssigkeit ausgetauscht werden, wobei die Vorgaben des Herstellers im Handbuch des Fahrzeugs zu beachten sind. Da es zwei gänzlich verschiedene Kühlerschutzmittel gibt, nämlich silikathaltige und silikatfreie, dürfen die verschiedenen Kühlmittel auch nicht untereinander vermischt werden. Nähere Einzelheiten zu den verschiedenen Zusätzen findet man auf der Seite von Glysantin. Würde ein falsches Gefrierschutzmittel eingefüllt oder dazugemischt, könnten sich die Additive in ihrer Wirkung aufheben und die Korossionsinhibitoren Metalle im Kühlsystem angreifen.

Erhältlich ist das richtige Gefrierschutzmittel beispielsweise bei Onlineshops für Kfz Ersatzteile. Eine gleichzeitige Spülung des Kühlsystems ist empfehlenswert, um Verunreinigungen zu entfernen. Das Gefrierschutzmittel sollte auch niemals pur eingefüllt werden, sondern immer mit kalkarmen oder destilliertem Wasser verdünnt werden Das Mischungsverhältnis sollte so gewählt werden, dass mindestens eine Gefriersicherheit von -25°C erreicht wird. Das entspricht in etwa einem Mischungsverhältnis von 60% Wasser und 40% Frostschutzanteil. Kfz-Werkstättten mischen in der Regel so, dass die Gefriersicherheit mindestens -30°C beträgt. Weil Kühlmittel hochgiftig sind, handelt es sich hierbei um Sondermüll. Die Flüssigkeit muss aufgefangen und beispielsweise über eine Kfz-Werkstatt entsorgt werden.

Selbst wenn das Kühlsystem noch einwandfrei funktioniert, sollte spätestens vor der kalten Jahrezeit mit einem Hydrometer (Frostschutzspindel oder Refraktometer) gecheckt werden, ob das Kühlmittel noch ausreichend vor dem Einfrieren schützt. Ist alles ok, wäre ein Wechsel des Kühlwassers außerhalb der vom Hersteller vorgeschriebenen Intervalle Geldverschwendung. Generell lässt sich aber folgende Empfehlung eines führenden Gefrierschutzmittelherstellers geben: "Bei Fahrzeugen, die sechs Jahre oder älter sind, sollte alle drei bis vier Jahre der Kühlerschutz gewechselt werden."

Refraktometer

Mit dem Refraktometer lässt sich u.a. der Frostschutzanteil im Kühlmittel überprüfen - Bild: Dema

Quellen: Glysantin,

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 18.05.2016









Impressum, Copyright