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Selbstlenkendes Auto vs. Müllbeutel - Wie weit ist die smarte Technik?

Was vor 10 Jahren noch als pure Zukunftsmusik vernommen wurde, nimmt aktuell reale Züge an - Smartcars, auch selbst lenkende Autos genannt, erfassen durch verschiedene Sensoren das Geschehen auf der Straße und reagieren ganz ohne menschlichen Einfluss. Was sind die Möglichkeiten der modernen Fahrzeuge und wo liegen ihre Grenzen?

Wenn der Roboter lenkt

Ohne Kontakt zum Lenkrad, zum Gaspedal oder zur Bremse bewegt sich das Fahrzeug über die Straße. Die Fahrer, anfangs meist etwas verdutzt, in seltenen Fällen ängstlich, gewöhnen sich oft an die moderne und gemütliche Form des Autofahrens, wie Studien zeigen. Die Google-Company war es, die in ersten Kleinstädten, das was in der Werkstatt entstand, auf der Straße testeten. Jede Bewegung in der Umgebung des Autos wird durch hochsensible Sensoren (Radar, Infrarot, Kameras) wahrgenommen, Dunkelheit, extreme Witterungen oder plötzliche Bremsübungen des Vordermanns im integrierten PC verarbeitet und auf der Straße umgesetzt. Was bei freier Fahrbahn durch die Erkennung der Begrenzungsstreifen, Verkehrsschilder, Ampeln und beweglicher Objekte auch im flüssigen Verkehr funktioniert, gerät bei Alltagstests gelegentlich noch an seine Grenzen.

Intelligent Drive - Abbiegeassistent

Der Abbiegeassistent von Mercedes-Benz beachtet Vorfahrtsregeln. Er gehört zum Intelligent Drive, einem Einzelsystem des Autonomen Fahrens - Bild: Daimler

Vorsicht Müllbeutel

Erste Modelle waren oft nicht in der Lage zu unterscheiden, welches Objekt sich da grade auf der Straße bewegt. Die übergenauen Sensoren sorgten z.B. im Fall eines vorbei wehenden Müllbeutels für eine ruckartige Bremsaktion - eine Gefahr für alle, die hinter den smarten Autos fuhren. Bei späteren Modellen konnte dieser Effekt entfernt werden. Im dichten Verkehr kommen die smarten Autos ebenfalls an ihre Grenzen, da die oft dichten Abstände zu anderen Autos für ein Abbremsen und somit eine ruckelige Fahrt sorgen. In extremen Situationen kann aus diesem Grund jederzeit die Kontrolle über das Lenkrad ergriffen werden, was die Fahrerlaubnis weiterhin zur unumgänglichen Voraussetzung macht. Solange ein Großteil der PKW auf den Straßen ohne Computersteuerung auskommt, wird sich daran auch nichts ändern.

Bevor die smarten Autos auch auf deutschen Straßen kreuzen, wir noch einige Zeit vergehen. Erforderliche Tests im Bezug auf die StVZO sind erforderlich und auch die Probe der Modelle auf dünn besiedelten Straßen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Sicher ist bereits jetzt, dass vor allem Vielfahrer, die häufig auf der Autobahn unterwegs sind, von der smarten Technik profitieren können. Im dichten Stadtgebiet werden die smarten Fahrzeuge allerdings noch etwas Überarbeitung benötigen. Wer in der Zeit sein analoges Auto aufrüsten oder mit einem bekannten soliden Modell im Handbetrieb vorlieb nehmen möchte, kann beim den Schweizer Kollegen von Auto Outlet nachschauen.

Pilotiertes Fahren

2015 testete Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt auf der A9 einen pilotiert fahrenden Audi - Bild: Audi

Begriffe Wirrwarr

Immer wenn neue Technologien auf den Markt drängen, gibt es erst einmal ein Begriffe Wirrwarr. So spricht Audi beispielsweise von Pilotiertem Fahren, wenn der Computer und nicht der Mensch der Pilot des Fahrzeugs ist. BMW spricht vom Active Assist, wenn automatisiertes Fahren gemeint ist und Mercedes spricht vonbeim autonomen Fahren von Intelligent Drive. Deshalb haben sich der Arbeitskreis „Automatisiertes Fahren“ des VDA und die  Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) mit den Herstellern auf die folgenden Begriffe und Stufen des autonomen Fahrens festgelegt.

Autonomes Fahren bedeutet selbständiges und zielgerichtetes Fahren eines Fahrzeugs im realen Verkehr, ohne Eingriff des Fahrers. Es werden dabei folgende Stufen unterschieden:

  • Teilautomatisiertes Fahren - Der Fahrer muss Die automatischen Funktionen müssen durch den Fahrzeugführer ständig überwacht werden; er darf keinen fahrfremden Tätigkeiten wie z.B. Surfen im Internet nachgehen. Fahrerassistenzsysteme wie z.B DISTRONIC PLUS oder PARKTRRONIC von Mercedes gehören dazu.

  • Hochautomatisiertes Fahren - Das System kennt seine Grenzen. Es fordert selbständig den Fahrer zur Übernahme auf  Fahrfremde Tätigkeiten des Fahrers sind begrenzt möglich. Dann darf z.B. auch gesurft werden.

  • Vollatutomatisiertes Fahren -  Der Computer ist in der Lage alle Situationen autonom bewältigen. Der Fahrer wird "überflüssig".

 

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 25.05.2016











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