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Zum
technischen Fortschritt
auf
dem Antriebssektor, ein Ausblick aus dem Jahre 1975
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Einleitung
anno 2002: Zunächst das Dreiliter-Auto nunmehr der Einliter-Pkw ist
in jüngster Zeit vorgestellt worden. Wasserstoff wird als
Ersatz für Otto-Kraftstoff und
Rapsöl für Dieselkraftstoff propagiert. Fahrzeuge mit Elektro-, Solar
oder Hybridantrieb sind in der Erprobung. Sieben
Aufladungssysteme wurden realisiert. Diese Problematik
wird auf den Seiten von
www.kfztech.de eingehend behandelt.
Durch
konstruktive Veränderungen konnte
in den letzten Jahrzehnten der
Nutzwirkungsgrad deutlich über die „magischen“ Grenzen 0,3
für Ottomotore bzw. 0,4 für Dieselmotore angehoben sowie der
spezifische Kraftstoffverbrauch entsprechend abgesenkt werden. Die Entwicklung
ist nachstehend tabellarisch dargestellt.
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Tabelle 1 Die Entwicklung des Nutzwirkungsgrads in zweiundvierzig Jahren
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*) Quelle: Kirsten, H.J.: Brennkraft-Kolbenmaschinen, München
1958
**) Quelle: EUROPA-Tabellenbuch, Haan-Gruiten, 6.Auflage, 1979 bzw. 13.Auflage, 2000 |
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Tabelle 2 Die Ursache: der spezifische Kraftstoffverbrauch |
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„Mit
welchen Antriebssystemen können wir in naher Zukunft rechnen ?“
habe ich im Januar 1975 gefragt.
Der nachstehende Beitrag dokumentiert
den seinerzeitigen Stand der Technik auf dem Antriebssektor. Nachdem die
Entwicklung ein Vierteljahrhundert
fortgeschritten ist, lohnt ein
Vergleich mit dem heutigen Stand der Antriebstechnik Ich habe den in LuF veröffentlichten
Urtext redaktionell überarbeitet
und mit einigen Bildern
angereichert.
Nur
30 bis 34 Prozent der im Dieselkraftstoff enthaltenen chemischen Energie kommt
nach der Umwandlung an der Kupplung von modernen Kraftfahrzeugen an. Diesem äußerst
ungünstigen Wirkungsgrad muss im Hinblick auf die wechselvolle, häufig
angespannte Lage auf dem Ölsektor sowie in ökologischer Hinsicht
viel Aufmerksamkeit gewidmet werden.
In den vergangenen 100 Jahren ist ständig daran
gearbeitet worden, den Nutzwirkungsgrad zu
verbessern. Die Entwicklung von Kolbenmotoren scheint heute abgeschlossen zu
sein. Sie begann damit, dass 1867 eine von Nikolaus August Otto
unter Mitwirkung von Eugen Langen gebaute atmosphärische
Gaskraftmaschine auf der Weltausstellung in Paris als
wirtschaftlichste Kraftmaschine mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde.
Der Veteran verbrauchte einen Kubikmeter Leuchtgas pro PS und Stunde, das
entspricht etwa einem Wirkungsgrad von 15 Prozent, wenn man den Heizwert
unseres heutigen Stadtgases bei der Umrechnung zu Grunde legt.
Bild
1,Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1957 (nachträglich eingefügt)
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Die atmosphärische
Gaskraftmaschine von N.A. Otto und E. Langen.
Zum Erstaunen der Prüfungskommission, insbesondere der Franzosen,
zeigte sich, dass der deutsche Motor nur ein Drittel des Gasverbrauchs (!)
aufwies, den der bereits seit einigen Jahren erprobte Motor von Lenoir
hatte. Die Anhänger dieser Maschine waren über das Messergebnis so
erstaunt, dass sie, seine Richtigkeit bezweifelnd, nach einer verborgenen
Leitung gesucht haben sollen, die dem deutschen Motor Gas zuführte, das
in der Messung nicht berücksichtigt war.
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Zum Vergleich: Knapp 100
Jahre später baute man diesen Groß-Dieselmotor,
lediglich die Bauhöhe entspricht in etwa der Konstruktion von Otto und Langen.
Bild
2, Fa. MAN Augsburg-Nürnberg (nachträglich eingefügt)
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Querschnitt eines MAN-Zweitakt-Großdieselmotor KZ 70/120 A, Bj. 1958 Zylinderleistung: ohne Aufladung Ne = 588 – 695 PS , n = 110 - 130 U/min Zylinderleistung
mit Aufladung Ne = 735 – 870 PS , n = 110 – 130 U/min
Bohrung
Hub
Anzahl Zylinder: ohne Aufladung
mit Aufladung
700mm
1200mm
5-10
6-10 |
Bei
Dampfmaschinen dürften seinerzeit nur etwa 10 Prozent der in der Kohle
enthaltenen Energie ausgenutzt worden sein, heute kommt man über
einen Nutzwirkungsgrad von
15 bis 18
Prozent zwar nicht
hinaus, aber immerhin
beträgt die Steigerung maximal
80%.
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| Liegende Einzylinder
-Kolbendampfmaschine mit Schiebersteuerung. Aus dem Kessel gelangt der
Dampf durch ein Rohr in den Schieberkasten; der durch zwei Bohrungen
mit dem Zylinder (Z) verbunden ist. In dem Zylinder befindet sich
der doppelt wirkende Kolben (A) mit durchgehender Kolbenstange. Diese ist
im Kreuzkopf gelagert, der
mit Gleitschuhen und Gleitbahn ausgestattet ist. Der Kreuzkopf setzt die
oszillierende Bewegung des Kolbens mittels Pleuelstange (P) in eine
rotierende an der Kurbelwelle (K) um. Der Fliehkraftregler
(R) sorgt für gleichmäßigen
Gang der Maschine durch Regelung der Dampfzufuhr.
Der Exzenter (E) bewegt mittels Exzenterstange und Schieberstange
den Schieber, der wiederum den Übertritt des Dampfes in die linke oder in
die rechte Kammer des
Zylinders bestimmt. |
Die
Tatsache, dass bei den vorstehend behandelten Maschinen während der Reifezeit
eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs um zwei Drittel bzw. eine Erhöhung
des Nutzwirkungsgrads um 80% möglich war, lässt Hoffnung der Gestalt
aufkommen, dass ebenfalls die heute bzw. vor wenigen Jahren noch völlig
indiskutablen technischen Lösungen auf der Antriebssektor in nicht zu ferner
Zukunft „das Rennen machen“ werden.
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| Schon bevor N.A.Otto den Motor konstruierte, entwarf er durch Anwendung von bekannten physikalischen Gesetzmäßigkeiten ein theoretisches Diagramm und konnte nachher befriedigt feststellen, dass dies mit seinem wirklichen Diagramm gut überein stimmte. |
Gasturbinen fahren heute mit einem Nutzwirkungsgrad von 0,10 bis 0,26. Bei Klöckner-Humbold-Deutz sind z.Zt. Aggregate mit relativ niedriger Leistung, vorgesehen für den Einsatz auf dem Nkw-Sektor, in Erprobung. Auch wenn es gelingen sollte, den spezifischen Kraftstoffverbrauch deutlich zu senken, so wird doch der Wirkungsgrad maximal kaum an den eines Verbrennungsmotors herkömmlicher Bauart heran reichen. Nach dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik ist es lediglich möglich, einen – ökonomisch und ökologisch gesehen - unbefriedigenden Anteil der aus Kohlenwasserstoffen durch Verbrennung gewonnenen Wärme in mechanische Energie umzuwandeln.
Umgeht
man die Umwandlung von chemischer Energie in Wärme durch
den Verbrennungsprozess und lässt
die Oxydation des Brennstoffs durch
Ionen- und
Elektronenaustausch erfolgen, so
erhält man unmittelbar
und mit sehr günstigem Wirkungsgrad aus der chemischen Energie des
Brennstoffs elektrische Energie, die ihrerseits wiederum z. B. in
Kraftfahrzeugen in mechanische
Energie (ebenfalls mit gutem Wirkungsgrad) umgewandelt werden könnte. Nach dem
Prinzip der sogenannten kalten Verbrennung arbeitet die Brennstoffzelle.
Es wurde bereits am Anfang des vorigen Jahrhunderts von Sir William Grove
entdeckt.
Die Brennstoffzelle
In
der Brennstoffzelle wird die chemische Energie eines konventionellen
Brennstoffs direkt in elektrische Energie umgewandelt. Brennstoff und
Oxydationsmittel werden bei dieser elektrochemischen Vorrichtung von außen
zugeführt. Hierin liegt der wesentliche Unterschied zum Bleiakkumulator begründet.
Im Gegensatz zur Brennstoffzelle speichert der Akku
lediglich Energie
auf seinen Platten.
Zwei Brennstoffzellen haben seit einiger
Zeit in Fachkreisen besonderes
Interesse gefunden. Es ist die Wandler von Prof. Justi. Braunschweig, und von
Chambers, Sandes. Die Justi-Zelle wird mit Wasserstoff
und Sauerstoff bei einer Temperatur von 65,5 Grad C betrieben. Ihr Wirkungsgrad
liegt bei 60 Prozent. In der Carbox-ZelIe
von Chambers werden
Kohlenwasserstoffe, z.B. Petroleum,
bei Temperaturen bis zu 700 Grad C
durch Luft oxydiert.
Bild
5, Bibliographisches Institut Mannheim 1963
(nachträglich eingefügt)
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Das
Prinzip der H2 – O2 – Zelle
von Justi und Winsel. Das
Element erreicht bei Zimmertemperaturen unter 100oC und Atmosphärendruck
fast die hohe Stromdichte von 1A/cm2. Die Urspannung beträgt
über 90% der theoretisch erreichbaren Spannung von 1,23 Volt. |
Für
den Einsatz im Kraftfahrzeugbereich scheiden Brennstoffzellen, die bei
Temperaturen über 500 Grad C arbeiten, aus. Andererseits sind jedoch auch
Niedrigtemperatur-Brennstoffzellen die Kohlenwasserstoffe direkt umsetzen und günstige
Leistungsdaten haben, nicht einsetzbar. Die
hierfür bisher bekannten Katalysatoren bestehen aus Edelmetallen, insbesondere
Platin. selbst bei sparsamster
Verwendung dieses Edelmetalls würde die
Jahresproduktion an Platin nicht
einmal ausreichen, um etwa ein Tausendstel der Antriebsleistung der jährlichen
Kraftfahrzeugproduktion auf
Brennstoffzellen umzurüsten.
Im
Prinzip erzeugen Brennstoffzellen keine schädlichen Abgasbestandteile, doch können
bei Kohlenwasserstoff-Luft- Wandlern unter hohen Belastungen auch hier
Kohlenmonoxid und andere
partielle Oxidationsprodukte entstehen.
Der
Wirkungsgrad der Brennstoffzelle
steigt im Gegensatz zum
Verbrennungsmotor mit abnehmender
Belastung. Im unteren Bereich der Teillast liegt der Wirkungsgrad des
Verbrennungsmotors unter 10 Prozent, so dass sich hier Vorteile für die
Brennstoffzelle ergeben. Bei Kopplung der Brennstoffzelle mit einem
Kohlenwasserstoffreformer und einem Wasserstoffgenerator würde das
Teillastverhalten etwa dem der künftigen Verbrennungsmotoren
entsprechen. Im Hinblick auf das große
Drehmoment kann auf Kupplung und Schaltgetriebe verzichtet werden, was die
Bedienung vereinfacht und Verschleiß- und Wartungskosten
verringert.
Die
preisliche Entwicklung der Brennstoffzelle lässt sich nicht übersehen. Eine
1-kW-Einheit ohne Zubehör kostet fast 40 000 DM, doch können diese Kosten möglicherweise
bei Massenproduktion auf 1000 DM pro kW gesenkt
werden, wenn es möglich sein sollte, Edelmetalle als Katalysatoren zu
vermeiden. Da der elektrische Antrieb nur für 1/4
bis 1/6
der Kernleistung eines
vergleichbaren Verbrennungsmotors ausgelegt werden muss, könnte er mit einem
Diesel- oder Ottomotor konkurrieren, wenn die Kosten der benötigten
Gleichstrommotoren 10 bis 20 DM pro kW nicht übersteigen.
Nach
dem heutigen Stand der Entwicklung der Brennstoffzellen ist mit einem
praktischen Einsatz außer für spezielle Fälle frühestens in 10 bis
20 Jahren zu rechnen.
Der
batterie-elektrische Antrieb ist nicht neu. Seit Jahrzehnten wird er für
Elektro-Paketwagen, -Bahnsteigkarren, -Transport und Hubstaplerfahrzeuge
verwendet.
Ökologisch gesehen muss hier das gesamte System betrachtet werden, das den
Elektromotor, die Batterie, das elektrische Verteilergerät und das stationäre
Elektrizitätswerk umfasst.
Um
Aussagen machen zu können, welcher Antrieb den Energieinhalt von Primärenergieträgern
am besten ausnutzt, hat das Volkswagenwerk Verbrauchsmessungen bei einem
Elektro-Transporter und einem Benzinfahrzeug desselben Typs durchgeführt. Unter
Einbeziehung der Wirkungsgrade des Kraftwerks und des elektrischen Übertragungssystems
wurden im dynamischen Betrieb annähernd der gleiche Verbrauch an Primärenergie
bei gleicher Nutzlast für beide Antriebsarten festgestellt.
Der
Gesamtwirkungsgrad des batterie-elektrischen Systems, vom Kraftwerk bis zur
Antriebswelle des Elektromotors, beträgt nach Esso 14 Prozent. Liegt also in
der Größenordnung des gesamtthermischen Wirkungsgrades des Ottomotors mit 13
Prozent bei 50 km/h und 22 Prozent bei 110 km/h.
Bild 6, Fa. Steyr-Puch Steffisburg
(nachträglich eingefügt)
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Steyr
City-Bus Bj. 1987. Zul. Gesamtgewicht: 5000 kg, Höchstgeschwindigkeit:
50-55 km/h, Mittlerer Energiebedarf: 72 kWh/ 100 km, Batteriekapazität
bei 10-stündiger Entladung: 57,7 kWh, Batteriegewicht:1400 bis 1500 kg,
Reichweite, mindestens:35-60 km, Motornennleistung: 40 kW, maximale
Motorleistung: 80 kW, Getriebe: Max. 1:5, stufenlos,
Motorbetriebsspannung: 80V. Der
Bus ist mit 8qm Solarzellen auf dem Busdach mit max. 800W Leistung
ausgestattet. |
Der
elektrische Antrieb hätte neben dem Fortfall der schädlichen Abgase am
Fahrzeug selbst folgende Vorteile: Ein großes Anzugsmoment und hohe kurzzeitige
Überlastbarkeit, leichte Bedienbarkeit, Robustheit im Betrieb, keine
Startschwierigkeiten und weniger mechanische Bauteile, Energierückgewinnung
durch Nutzbremsung. Nachteilig ist das heute noch sehr hohe Leistungsgewicht
von Gleichstrommotoren mit 5 kp pro kW.
Solange
nur Bleibatterien als Speicher zur Verfügung stehen, sind die Reichweiten und
Geschwindigkeiten außerordentlich stark begrenzt. Der Bleiakkumulator würde
für ein Nutzfahrzeug mit einem Gewicht von 1350 kg mit einer Nutzlast von 800
kg, etwa 700 kg wiegen, bei einem täglichen Aktionsradius von 100 bis 120 km
Fahrstrecke und einem Geschwindigkeitsbereich von
maximal 50 bis 60 km/h.
Das
von VW entwickelte Fahrzeug hat einen E-Motor mit 32/16 kW Spitzen- bzw.
Dauerleistung. Die Energieversorgung erfolgt aus einem 860 kg schweren
Bleiakku mit 21,6 kWh bei fünfstündiger Entladung. Eine Akkufüllung reicht für
50 bis 100 km, Der Akkuwechsel kann in ca. drei Minuten durchgeführt werden.
Die
den Konstrukteuren gestellte Aufgabe besteht darin, eine energiereiche
Stromquelle zu finden, die möglichst mehr als 100 Wh/kg enthält und mit einem
kleinen aber hochbelastbaren Akkumulator parallel arbeitet. Heute werden drei
Gruppen von galvanischen Elementen untersucht: Hochenergiebatterien mit
organischen Elektrolyten, Metall/Luft-Zellen und Hochtemperaturbatterien mit
geschmolzenen Salzen als Elektrolyten, von denen die beiden letzten Systeme am
aussichtsreichsten beurteilt werden.
Nach
wie vor ist die geringe Speicherfähigkeit von Batterien der kritische Punkt.
Nur mit zwei Batterien pro Fahrzeug und aufwendigem Wechselsystem kann bisher
ein einwandfreier Betrieb garantiert werden. Da nach heutigen Erkenntnissen das
Speichervermögen der Bleibatterien bestenfalls um 15 Prozent gesteigert
werden. kann, wird es nach Esso auf diesem Wege wegen des schlechten
Nutzlastfaktors keinen Ersatz des heutigen Personenwagens geben. Weil
Nutzfahrzeuge mit mehr als 500kg Zuladung und geringer Geschwindigkeit als
Anwendungsmöglichkeit im Nahverkehr nach Meinung von Fachleuten prädestiniert
erscheinen, dürfte der Elektro-Ackerschlepper nicht mehr fern sein.
Der
Hybrid-Antrieb
Elektromobile
sind zwar unabhängig von flüssigen und gasförmigen Treibstoffen, andererseits
beschränkt in Nutzlast und Reichweite. Beim Hybrid-Antrieb sollen diese
Nachteile durch eine Wärmekraftmaschine kompensiert werden. Die erzeugte
elektrische Energie wird je nach dem Betriebszustand direkt verwendet oder dient
zum Aufladen von Batterien, die die Energie beim Beschleunigen oder im
Stadtverkehr liefern.
Der
kürzlich von VW vorgestellte Hybrid-Antrieb besteht aus einem Ottomotor mit
hydrodynamischem Wandler und einem elektronisch geregelten Elektromotor. Das
Drehmoment des E-Motors wird über eine feste Übersetzung dem Drehmoment des
Ottomotors überlagert. Dieses Prinzip zeichnet sich durch einen geringen
Bauaufwand und einen günstigen Wirkungsgrad aus. Das Fahrzeug kann nur über
den umweltfreundlichen vom Akku gespeisten E-Motor oder von diesem Aggregat
und dem Ottomotor angetrieben worden. Wird nicht die gesamte Leistung des
Ottomotors beim Fahren benötigt, arbeitet der E-Motor als Generator und lädt
die Akkus wieder auf.
Die
Verbreitung des HybridAntriebs —
in dieser Ausführung oder in der
Schwungscheibenvariante — wird
davon abhängen, ob hinreichend abgasarme Hubkolbenmotoren oder Gasturbinen
realisiert werden.
Die
amerikanische Regierung hat 17 Antriebssysteme untersuchen lassen. Die drei
aussichtsreichsten Systeme wenden als Prototypen gebaut und bis 1975 getestet.
Die Hybride umfassen sechs Kombinationen einer Wärmekraftmaschine mit einem
Batterie- oder Schwungradsystem.
Bild 7, VW A.G. Wolfsburg 1975
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| Der
VW-Hybridantrieb besteht
aus einem Ottomotor,
einem stufenlosen Getriebe und einem elektronisch geregelten
Elektromotor. Zum Beschleunigen stehen die
Leistung vom Ottomotor
und
vorn Elektroaggregat zur Verfügung. Wird zum Fahren nicht die gesamte
Leistung des Ottomotors benötigt, treibt er den als Generator arbeitenden
Elektromotor an, der die Akkus wieder auflädt. |
Der
Dieselmotor
Der Wirkungsgrad bei den heutigen NkW- bzw. AS-Motoren ist vor allem von der Konstruktion, speziell vom Einspritzverfahren abhängig und wird außerdem von der Motorbelastung direkt beeinflusst. Motore mit Direkteinspritzung arbeiten in der Regel wirtschaftlicher. Sie sind mit einem besseren Wirkungsgrad ausgestattet als diejenigen mit Vor- oder Wirbelkammer. Jedoch ist dieser Vorteil und die Tatsache, dass keine Starthilfe in Form von Glühkerzen benötigt werden, auch mit Nachteilen verbunden. Bei Motoren dieser Bauart treten z.Zt. höhere Maximaldrücke im Brennraum auf und machen u a. höhere Einspritzdrücke notwendig. Außerdem sind zur guten Verteilung des Kraftstoffs, z. B. gegen Verkokung anfällige Mehrlochdüsen erforderlich. Weiterhin leidet die Laufruhe dadurch, dass der Verbrennungsvorgang relativ plötzlich einsetzt. Schließlich müssen Motoren mit Direkteinspritzung länger warm laufen, ehe sie volle Leistung abgeben können.
Die
heutigen Ackerschlepper-Motoren werden durchschnittlich lediglich zu 40 Prozent
ihrer Nennleistung ausgelastet. Hierdurch liegt der spezifische Kraftstoffverbrauch
und damit auch der Nutzwirkungsgrad im Schnitt stets unter dem Optimum wie die
nachstehenden auf dem Prüfstand ermittelten Werte für einen modernen
58-PS-AS-Motor zeigen:
| Motorleistung in % der Nennleistung | Wirkungsgrad bei größtmöglicher Drehzahl |
| 100 | 37,1 |
| 75 | 29,6 |
| 50 | 24,3 |
| 25 | 16,7 |
Nur
wenige Landwirte wissen, dass ihre Ackerschlepper-Motoren z.b. bei 25prozentiger
Belastung und größtmöglicher Drehzahl mit dem gleichen (niedrigen)
Wirkungsgrad arbeiten wie moderne Dampfmaschinen. Deshalb werden aus diesem
Sachverhalt keine Konsequenzen gezogen. Bei Pkws und Nkws liegen im
Nahverkehrbetrieb die Verhältnisse ähnlich. Man muss sich die Zahlen
immer wieder vor Augen halten: Im
vorliegenden
Falle bleiben 83,3 Prozent der mit dem Kraftstoff injizierten Energiemenge
ungenutzt.
Wesentliche
Wirkungsgraderhöhungen durch konstruktive Maßnahmen sind bei
Hubkolben-Dieselmotoren herkömmlicher Bauart nicht mehr zu erwarten. Dennoch
gilt, aufgrund seines im Vergleich zu Ottomotoren günstigeren
Treibstoffverbrauches, der Zuverlässigkeit und der großen
Lebensdauer, der Dieselmotor heute als wichtigstes Triebwerk
für Ackerschlepper und Nutzkraftwagen sowie
für den stationären Betrieb. Die
Abgase enthalten hauptsächlich Stickoxide und Ruß als Schadstoffe. Eine Überwachung
und präzise Einstellung der Motoren der auf dem Markt befindlichen Fahrzeuge
sowie gegebenenfalls eine Reduzierung der Maximalleistung, würde hier bereits
erhebliche Verbesserungen schaffen. Die technischen Möglichkeiten zur
Verringerung der Schadstoffmenge sind durch den Bau größerer und weniger belasteter Motoren mit geringerem
Verdichtungsverhältnis und geringeren Literleistung zur Absenkung des
Temperaturniveaus sowie durch die Verwendung von Abgasturboladern und der Abgasrückführung
möglich. Zur Verminderung des Rufausstoßes bei Dieselmotoren hat man teilweise
dem Kraftstoff Additive zugegeben, die im wesentlichen Metallverbindungen
enthielten. Bei entsprechender Wartung und Einstellung der Motoren sind
derartige Zusätze jedoch nicht erforderlich. Verbesserungen können weiterhin
spezielle Konstruktionen bringen wie zum Beispiel der Stufenkolben beim
M-Verfahren, der bei gleichzeitiger Änderung der Einspritzanlage eine
Verringerung von Rauch und Schadstoffen zwischen 35 und 75 Prozent bewirken
soll.
Der
Wankelmotor
Im
Hinblick auf die geringere Größe, das geringere Gewicht und der günstigen
Charakteristik des Drehmomentverlaufs
gilt dem Wankelmotor besonderes
Interesse.
Als
echter Drehkolbenmotor besitzt er keine bzw. nur mit gleicher Größe rotierende
Massenkräfte. Er steuert sich selbst, d. h. er benötigt keine bewegten Teile
wie Ventile, Federn, Hebel, Nocken für die Steuerung der Gase und bietet
optimale Voraussetzungen für die Konstruktion von echten Baureihen. Auch die
Wartung ist auf Grund der vorstehend genannten Vorteile relativ gering. Die
Schwierigkeiten der Gasabdichtung des Brennraums bei Ottomotoren haben sich
weitgehend beheben lassen.
Bild 8, Verlag Europa-Lehrmittel Gruiten
2000 (nachträglich eingefügt)
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| 1967 wurde mit dem Bau des NSU RO 80 begonnen. Dieser ist mit einem Zweischeiben-Kreiskolbenmotor, mit einem Kammervolumen von 2497,5 ccm und einer Motorleistung von 115 PS bei 5500 U/min ausgestattet. Diesel-Drehkolbenmotoren laufen bisher nur auf dem Prüfstand. Schwierigkeiten bestehen besonders darin, dass im Gegensatz zu Benzinaggregaten höhere Drücke im Brennraum auftreten und damit das Dichtungsproblem, das bereits beim Benzinmotor Kopfschmerzen bereitet hat, noch kritischer wird. |
Die
Schadstoffkonzentrationen in den Abgasen beim Otto-Wankelmotor sind wegen der
ungünstigen Form des Brennraums sowie der bei Volllast und niedriger Drehzahl
Diesel-Drehkolbenmotoren
laufen bisher nur auf dem Prüfstand, obwohl die Meinungen über die Eignung des
neuartigen Prinzips als Dieselmotor noch etwas auseinander gehen. Schwierigkeiten
bestehen u. a. darin, dass im Gegensatz zu Benzinaggregaten höhere Drücke im
Brennraum auftreten und damit das Dichtungsproblem, das bereits beim Benzinmotor
Kopfschmerzen bereitet hat, noch kritischer ist, Der Wirkungsgrad bei den
Benzin-Wankelmotoren der Firma Fichtel & Sachs liegt heute etwas höher als
bei vergleichbaren Hubkolben-Zweitaktmotoren bzw. wenig unter dem von
entsprechenden HubkolbenViertaktmotoren. Für die konventionelle Bauart werden
Werte von 22 bis 33 Prozent angegeben. Der Wankel-Dieselmotor zeichnet sich
durch geringeren Raumbedarf und günstigem Leistungsgewicht aus. Da er aber nur
als aufgeladener Diesel realisiert werden kann, wird er teuer und wegen der für
das Diesel-Verbrennungsverfahren ungünstigen Brennraumform auch nicht so
sparsam wie ein Hubkolben-Diesel sein.
Bild 8, Fa. Ford A.G. Köln
|
| Den Ackerschlepper des Jahres 2000 könnte die Fa. Ford nach eigenen Angaben schon innerhalb der nächsten 10 Jahre herstellen. Das Modell Typhoon II verfügt über revolutionäre Merkmale: Motor mit Atomenergie-Antrieb, getrennter hydraulischer Antrieb der vier Laufräder, elektromagnetische Anhängekupplungen und ein Fahrkomfort, der von der vollklimatisierten Plexiglaskanzel über Gerätekontrolle auf dem Fernsehschirm bis zum automatisch regulierbaren Sessel und Kühlschrank reicht. |
Nun
sind Sie an der Reihe!
Bewerten Sie die Fortschritte auf dem Antriebssektor in den letzten 25 Jahren!
H.-D. Zeuschner
Der Beitrag wurde weder inhaltlich noch in seiner Länge gekürzt.
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24.11.09