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Verkehrssicherheit - was zeichnet gute Kindersitze aus?

Kinder und Jugendliche sind spätestens mit zwei Jahren selbst relativ mobil und wollen die Welt entdecken. Oft auf beiden Beinen oder mit dem Fahrrad unterwegs nehmen die Eltern ihren Nachwuchs – gerade an Wochenenden oder den Ferien – mit. Dabei kommt es leider immer wieder zu Unfällen. Laut der Unfallstatistik des Deutsche Verkehrswacht e.V. verunglückten in der Altersgruppe zwischen zehn Jahren bis 15 Jahren im Jahr 2014 rund 15.330 Kinder und Jugendliche. Das Gros zog sich Verletzungen bei Unfällen mit dem Fahrrad zu. In fast 4.100 Fällen resultierten die Verletzungen aber auf das Unfallgeschehen als Mitfahrer in einem Pkw.

Kindersitz

Mit dem richtigen Kindersitz lässt sich die Sicherheit für Kinder im Fahrzeug deutlich erhöhen. Übrigens müssen Kinder bis zu einer Größe von 1,50 Metern oder einem Alter von 12 Jahren in einem entsprechenden Sitz Platz nehmen.

Wer nach genaueren Zahlen sucht, hat beim Statistischen Bundesamt Glück. Hier zeigt ein Blick in die Unfallstatistik etwas Überraschendes: Im Jahr 1970 war die Zahl der in Pkws verunglückten Kinder mit mehr als 20.000 am höchsten. Mittlerweile hat sich diese Zahl halbiert. Ein Grund ist sicher die immer besser werdende Ausstattung der Fahrzeuge in Bezug auf die Insassensicherheit. Aber auch die Tatsache, dass Heranwachsende bis zu einem gewissen Alter nur im Kindersitz mitgenommen werden dürfen, trägt sicher zur Entwicklung der Statistik bei. Was zeichnet einen hochwertigen Kindersitz aus? Und wie sehen die rechtlichen Rahmenbedingungen aus, die Eltern im Alltag zu beachten haben?

Rechtliche Vorgaben zum Thema Kindersitz

Grundsätzlich wird in Deutschland die Frage, ob Kinder und Jugendliche einen Kindersitz nutzen müssen, durch die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) geregelt. Hier befasst sich § 21 StVO mit eben jenem Aspekt. Laut Absatz 1a muss das Kind:

  • das 12. Lebensjahr vollendet haben

  • mindestens 1,50 m groß sein

Dabei handelt es sich um Bedingungen, die nicht beide gleichzeitig erfüllt werden müssen. Erreicht ein Kind bereits vor dem Ende des 12. Lebensjahres die relevante Körpergröße, kann es ohne die „Rückhalteeinrichtung“ mitgenommen werden.

Welchen Anforderungen der Kindersitz in der Praxis genügen muss, legen ebenfalls Normen fest. Kern ist die sogenannte ECE-Regelung Nr. 44. Hierbei handelt es sich um eine Norm, welche für die Eignung der Kindersitze im Wesentlichen das Gewicht heranzieht.

Aktuell basiert die Normierung auf vier Gewichtsklassen (die in verschiedenen Quellen anzutreffende Klasse 0 ist in der Gewichtsklasse 0+ aufgegangen). Hierbei gilt, dass:

  • Gewichtsklasse 0+ bis 13 Kilogramm Gewicht

  • Gewichtsklasse I von 9 bis 18 Kilogramm Gewicht

  • Gewichtsklasse II von 15 bis 25 Kilogramm Gewicht

  • Gewichtsklasse III von 22 bis 36 Kilogramm Gewicht

reicht.

Inzwischen gilt international auch die ECE -Regelung Nr. 129, welche sich primär auf die Körpergröße der Kinder spezialisiert hat.

Wichtige Merkmale guter Kindersitze

Die wichtigsten Merkmale, um sich für einen hochwertigen und zuverlässigen Kindersitz zu entscheiden, sind das Gewicht und das Alter. Entsprechend der angesprochenen Einteilung können sich Eltern für ein Modell entscheiden.

  • Gruppe 0: bis 10 kg / bis ca. 9 Monate

  • Gruppe 0+: bis 13 kg / bis ca. 18 Monate

  • Gruppe I: 9 bis 18 kg / ca. 9 Monate bis 4,5 Jahre

  • Gruppe II: 15 bis 25 kg / bis ca. 3 bis 7 Jahre

  • Gruppe III: 22 bis 36 kg / ca. 6 bis 12 Jahre

Quelle: http://www.baby-walz.de/Autositze-Kinderwagen/kindersitze.html

Aber: Das Gewicht der Kinder kann nicht nur der einzige Entscheidungsgrund für einen Kindersitz sein.

Eine grobe Orientierung bietet wie bereits erwähnt auch das Alter. Im Durchschnitt passen Kinder bis etwa zum zweiten Lebensjahr in den Kindersitz der Klasse 0+. Allerdings sollte man als Eltern nie den Fehler machen und einen Kindersitz „ungesehen“ kaufen. Es zeigt sich immer wieder, dass gerade die Gurtposition auch über die Größe der Kinder mitbestimmt. Die Folge: Es kann durchaus passieren, dass im Rahmen eines Wachstumsschubs oder des individuellen Größenwachstums ein Kindersitz schneller als üblich gewechselt werden muss.

Ein weiterer Aspekt, über den man sich vor dem Kauf im Klaren sein muss, ist die Befestigung des Kindersitzes im Auto. Beispiel: Sitze der Gewichtsklasse 0+ dürfen nur entgegen der Fahrtrichtung angebracht werden. Darüber hinaus haben sich heute zwei grundlegend verschiedene Systeme etabliert – einmal die Variante ISOFIX und einmal die Befestigung über den Erwachsenen-Gurt. Letztere Option ist nicht automatisch schlechter, im Alltag aber oft etwas umständlicher.

Welcher Kindersitz passt zu welcher Situation?

Die Suche nach dem passenden Kindersitz ist nicht immer einfach. Gerade Familien mit verschiedenen Autos – die noch dazu unterschiedlich alt sind – stehen hier schnell vor einer Herausforderung. In modernen Pkws ist zwar meist ISOFIX Standard. Aber gerade etwas ältere Modelle sind nicht zwingend damit ausgestattet.

Vor dem Kauf eines Kindersitzes sollte man sich daher mit genau dieser Frage beschäftigen. An Bedeutung gewinnt sie, wenn die Eltern sich mit der Betreuung des Kindes/der Kinder abwechseln und auf den Kindersitz – etwa beim Abholen von der Kita – angewiesen sind.

Woran sollte man beim Thema Kindersitz noch denken? Grundsätzlich ist vor Reisen ins Ausland zu prüfen, ob der vorhandene Kindersitz ausreicht oder man hier eventuell „nachjustieren“ muss. Es ist durchaus zu empfehlen, hier einen Blick auf den eigenen Kindersitz und die Regelungen im Ausland zu werden. Wichtig: Beim Kauf sollte man im Handel nachfragen, ob ein kurzer Anschnalltest erlaubt ist. Nicht jedes Kindersitzmodell findet beim Nachwuchs wirklich Anklang.

Fazit: Kindersitze – damit der Nachwuchs immer sicher unterwegs ist

In Deutschland gehört der Kindersitz schon lange fest zum Standard – wenn es um das Mitnehmen der Kinder im Auto geht. Viele Familien werden sich nur noch dunkel daran erinnern, wie die Zeit vor 1993 – dem Jahr der Einführung der Kindersitzpflicht – war. Inzwischen bieten viele Hersteller ganz unterschiedliche Modelle an. Damit der Nachwuchs mit dem Sitz sicher unterwegs ist, sollte man Gewicht und Größe der Kinder regelmäßig prüfen. Denn die Kindersitze werden entsprechend der Belastungsgrenzen alltagstauglich gemacht. Und natürlich muss es an dieser Stelle darum gehen, dass der Sitz auch in Bezug auf das Handling den Alltagstest besteht. Nichts ist nervenaufreibender als Kindersitz, der sich nicht mehr vom Autositz lösen lässt oder dessen Schließmechanismus streikt.

Bildquellen:

Abbildung 1: © ClkerFreeVectorImages (CC0-Lizenz) / pixabay.com 

 

 

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 20.04.2016








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