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Mit dem Auto sicher in den Winterurlaub

von kfztech.de

Bei Temperaturen um 16 Grad und Sonnenschein Ende Februar mag es absurd erscheinen, über Schneeketten, Frostschutz, Winterreifen und andere Sicherheitsvorkehrungen zu sprechen. Doch das ist es nicht: Die derzeit sehr milden Temperaturen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Winter noch lange nicht vorbei ist und es bis in den April hinein jederzeit zu Frost und Schnee kommen kann. Aber auch wer seinen Winterurlaub in den Bergen verbringen will – und seien es nur die Mittelgebirge – kommt um einige Vorsichtsmaßnahmen nicht herum.

Winterreifen Test

Auch im April kann es noch zum Schneefall kommen. - Bild: ADAC

Gute Schuhe für das Auto sind ein Muss

Das A und O für eine sichere Fahrt in den Winterurlaub sind gute Winterreifen. In vielen Reiseländern wie Deutschland oder Österreich besteht eine sogenannte „situative Winterreifenpflicht“. Das bedeutet: Wenn die Situation es erfordert, müssen Winterreifen aufgezogen sein. Wer darauf nicht achtet, riskiert im Falle einer Karambolage Probleme mit der Versicherung. Außerdem drohen bei Verkehrsbehinderungen mit Sommerreifen im Schnee teils happige Bußgelder. Winterreifen sind übrigens auch unabhängig davon sinnvoll, ob Schnee fällt oder nicht. Denn auch im Frühlings-Februar des Jahres 2019 bewegen sich die Temperaturen in der Nacht und am Morgen noch um den Gefrierpunkt. Sommerreifen sind wegen ihrer Gummimischung auf solche Temperaturen nicht ausgelegt und haben einen schlechteren Grip. Das führt zu langen Bremswegen, mehr Abrieb und höherem Spritverbrauch. Entscheidend für die Griffigkeit der Reifen ist auch die Profiltiefe: In Deutschland sind mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben. Optimal ist jedoch ein Profil mit einer Tiefe von mindestens vier Millimetern.

Apropos Reifen: Führt der Winterurlaub in die Berge, dann sind passende Schneeketten ein wichtiges Thema. Gerade in der Alpenregion sind Schneeketten Pflicht, wenn ein blaues Schild darauf hinweist. Dann müssen die Ketten angelegt werden, ansonsten drohen Bußgelder und sogar Fahrverbote. Das Anlegen der Winterreifen ist zwar nicht kompliziert, dennoch sollte die Prozedur zumindest einmal vorab geübt werden, damit man nicht überrascht in der Dunkelheit während eines Schneegestöbers mit den Ketten hantieren muss. Viele Automobilclubs verleihen übrigens auch Schneeketten.

Schneekette

Dass man Schneekette braucht, kann manchmal ganz schön schnell gehen. - Bild: Sascha Böhnke / pixelio.de

Wenige Checks schützen vor Überraschungen

Ansonsten sind einige Winterchecks empfehlenswert – übrigens regelmäßig und nicht nur vor der Fahrt in den Winterurlaub. Dazu gehört beispielsweise die Kontrolle des Reifendrucks. Ist der Druck zu hoch, dann greifen die Reifen schlechter, was auf einer glatten Fahrbahn schnell zum Problem werden kann. Wenn das Auto schwerer beladen ist und viele Passagiere aufnehmen muss, empfehlen die meisten Hersteller zudem, den Reifendruck an die größere Zuladung anzupassen. Im Bordbuch befinden sich dazu entsprechende Tabellen.

Eine Sichtkontrolle der wichtigsten Funktionen ist vor Beginn der Reise ein Muss: Funktionieren Scheinwerfer, Blinker, Brems- und Rücklichter? Ist die Batterie noch in Ordnung? Ebenso sollte der Stand des Kühlwassers und der Frostschutz kontrolliert werden. Für kleines Geld sind entsprechende Messspindeln und für die Batterie Messgeräte in Baumärkten und an Tankstellen erhältlich.

Gute Ausrüstung und sichere Ladung

Nicht zwingend nötig, aber im Fall der Fälle absolut hilfreich sind einige Ausrüstungsgegenstände für den Fall einer Havarie. Gerade in den Bergen kann ein Fahrzeug über Nacht völlig eingeschneit werden. Wer ein solches Ziel ansteuert, sollte unbedingt eine Schaufel oder einen Klappspaten dabei haben, um sein Fahrzeug im Fall der Fälle freischaufeln zu können. Mit Eiskratzer, Handfeger und Besen ist ein eingefrorenes Auto schnell wieder befreit, eine Abdeckplane für die Windschutzscheibe kann das Einfrieren der Scheibe verhindern. Ein Paar Handschuhe macht die dennoch lästige Arbeit angenehmer. Gerade bei älteren Fahrzeugen sollte ein Starthilfekabel im Kofferraum nicht fehlen. Aber auch eine Taschenlampe und ein Satz Decken für alle Passagiere sollte im Kofferraum nicht fehlen, falls das Reisefahrzeug doch mal bei frostigen Minustemperaturen steckenbleibt. Mit einem Silikon- oder Fettstift können die Dichtungsgummis an den Türen und der Kofferraumklappe behandelt werden, damit die Türen nicht festfrieren. Dann würden nämlich beim Öffnen die empfindlichen Gummis beschädigt.

Schwere Gegenstände, insbesondere auch Skier und Snowboards sollten im Kofferraum unten platziert werden, damit sie im Falle eines Unfalls oder einer Rutschpartie nicht in der Fahrgastzelle umherfliegen. Sicherer sind Dachboxen, jedoch steigt damit der Benzinverbrauch erheblich an. Außerdem verändert die Ladung auf dem Dach die Fahrphysik ganz enorm. Eine moderate Geschwindigkeit bis maximal 130 km/h ist Pflicht. Für mehr Sicherheit sorgen auch Zurrgurte und Anti-Rutsch-Matten im Kofferraum. Gerade letztere haben einen doppelten Nutzen, denn sie können aus dem Laderaum herausgenommen und ganz unproblematisch gereinigt werden. Spätestens beim ersten Tankstopp ist eine Kontrolle der Ladungsbefestigung empfehlenswert, um Überraschungen zu vermeiden.

Dachbox Thule

Dachboxen, wie z.B. die von Thule, bieten viel Stauraum - Bild: ADAC

Das alles hört sich nach einem enormen Aufwand an. Tatsächlich dauern die Checks insgesamt nur wenige Minuten – bieten dafür aber ein enormes Plus an Sicherheit auf dem Weg in den Winterurlaub. Entspannten Tagen im Schnee steht dann nichts mehr entgegen.

 

 

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 04.03.2019















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