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Von der Waage ins Flottenmanagement: Wie Gewichtsdaten die Wirtschaftlichkeit von Nutzfahrzeugen beeinflussen
Der Einfluss vom Gewicht im Nutzfahrzeugbetrieb
für die Wirtschaftlichkeit im Flottenmanagement
Gewicht wirkt im Nutzfahrzeugbetrieb in mehrfacher Hinsicht. Es ist Maßstab für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, beeinflusst den Kraftstoffbedarf und damit die Wirtschaftlichkeit, ist für Verschleiß und Unfallgefahr mitverantwortlich, entscheidet darüber, ob Frachten richtig abgerechnet werden. Wer Gewichtsdaten systematisch erhebt und in digitale Prozesse einfließen lässt, kann Kosten senken und Risiken mindern.

Die Beladung wird oft an stationären Waagen
erfasst - Bild:
depositphotos.com
Wirtschaftliche Effekte von Gewicht
Überladene Fahrzeuge sind nicht nur ein Sicherheitsrisiko. Eine übermäßige Ladung verlängert den Bremsweg, beeinträchtigt die Fahrstabilität, führt eher zu Reifen- oder Fahrwerkschäden. Verkehrswachtkampagnen machen darauf aufmerksam, dass ein überladenes Fahrzeug in Kurven wesentlich eher ausbricht und dass bei starker Überlast an den Achsen oder Reifen eine plötzliche, meist katastrophale Versagenserscheinung auftritt.
Natürlich sind auch wirtschaftliche Effekte nicht von der Hand zu weisen. Schon geringe Überladung erhöht den Kraftstoffbedarf, weil
Motor und Antriebsstrang eine größere Masse zu bewegen haben. Das Gesetz bestimmt die Einhaltung des zulässigen Gesamtgewichtes und der Achslasten und ahndet sogar geringfügige Überschreitung, wie etwa eine Buße ab 2 Prozent überladener Fracht. Jede nicht erkannte Überladung steigert damit nicht nur das Sanktionsrisiko, sondern erhöht auch den Verschleiß an Bremsen, Reifen und Federung und damit den Schadstoffausstoß.
Umgekehrt bedeutet ein dauerhaft unterausgelastetes Fahrzeug verschenktes Potenzial. Wer regelmäßig unterhalb der zulässigen Nutzlast bleibt, transportiert weniger Masse je Fahrt und hat höhere Kosten pro Tonne oder Kubikmeter Fracht. In Branchen wie Baustofflogistik, Entsorgung oder Agrarwirtschaft entscheidet eine präzise Auslastung je Fuhre mit darüber, ob sich Touren rechnen oder nicht.
Fahrzeugwaagen messen diese Daten an der Nahtstelle zwischen Fahrzeug und Infrastruktur. Stationär als Wägebrücken, mobil als Radlast- oder Achslastwaagen stehen moderne Fahrzeugwaagen bereit und dienen der Einhaltung von Gewichtsvorgaben genauso wie der Abrechnung von Materialmengen.
Integration von Wiegetechnik in digitale Flottenprozesse
Zahlreiche Daten werden in digitalisierten Flottenmanagementsystemen bereits verarbeitet: Position, Geschwindigkeit, Fahrzeiten, Kraftstoffverbrauch, Motorkennwerte. Gewichtsdaten erweitern das Bild, insbesondere wenn Fahrzeugwaagen und Achslastwaagen per Schnittstelle an Telematiklösungen oder Transport-Management-Systeme angebunden werden.
Typische Integrationsmöglichkeiten:
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Stationäre Waagen an Werkszufahrten oder Umschlagplätzen übermitteln Wiegedaten automatisiert an Dispositions- oder ERP-Systeme. so lassen sich Frachtbriefe, Lieferscheine und Rechnungen direkt mit den gemessenen Tonnagen verknüpfen
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Mobile Achslast- oder Radlastwaagen auf Baustellen oder im Agrarbetrieb dokumentieren Materialbewegungen vor Ort. Gewichtsdaten fließen über Telematikgeräte in zentrale Systeme ein, wo sie Touren und Projekten zugeordnet werden
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Onboard-Wiegesysteme, etwa integrierte Achslastsensoren an Entsorgungsfahrzeugen, erfassen Behältergewichte bei deren Leerung in Echtzeit und erlauben eine verbrauchsabhängige Abrechnung
Technisch erfolgt die Kopplung meist über standardisierte Schnittstellen oder APIs.
Telematikeinheiten übertragen die Daten per Mobilfunk an ein Rechenzentrum, wo sie mit weiteren Fahrzeugdaten verknüpft und in Dashboards visualisiert werden. Auf dieser Basis lassen sich Auslastungsgrade, Leerfahrten, Durchschnittsnutzlasten und Verstöße gegen Gewichtslimits analysieren. Rechtlich können Unternehmen mit einer lückenlosen Wiegedokumentation auch den Nachweis gegenüber Behörden und Auftraggebern führen, dass ihre Lkw im Rahmen der zulässigen Achslasten beladen wurden oder dass abgerechnete Materialmengen auf geeichten Verwiegungen basieren.
Praxisbeispiele aus den Bereichen Bau, Entsorgung und Agrarlogistik
In der Bauwirtschaft werden Fahrzeugwaagen überwiegend in Kies- und Schotterwerken, Betonwerken oder Recyclinghöfen eingesetzt. Anliefernde und abfahrende Lkw werden verwogen, das System ermittelt Nettogewicht, ordnet es dem Auftrag, Kennzeichen und Tour zu. Unternehmen nutzen diese Daten um:
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Mischgut oder Schüttgüter korrekt abzurechnen
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Überladungen noch vor der Abfahrt von der Baustelle zu erkennen
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Auswertungen zu typischen Auslastungen einzelner Fahrzeugtypen zu erstellen
In der Entsorgungslogistik wird die Integration von Wiegetechnik in die Telematikprozesse für die Automatisierung vorangetrieben. Ein Telematik-System für gewerbliche Entsorger beschreibt die direkte Übernahme der Wiegedaten aus angeschlossenen Fahrzeugwaagen in die Touren- und Abrechnungssoftware. Manuelle Erfassungen entfallen, Medienbrüche werden reduziert und die Fehlerwahrscheinlichkeit sinkt.
Im Agrarbereich helfen Achslastwaagen Landwirten und Mühlen, Erntemengen wie Getreide oder Mais zu ermitteln. Die Verwiegung direkt auf dem Hof oder am Feldrand gestattet eine so getaktete Transportabwicklung, dass Lkw ihre zulässige Nutzlast ausnutzen, ohne sie zu überschreiten. Gleichzeitig lassen sich die Ernteerträge pro Schlag oder Sorte dokumentieren.
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