Benutzerdefinierte Suche
kfztech.de Logo    
Kfz-Technik Abkürzungs-ABC Auto-Infos Kfz-Zubehör-Shop kfztech TV Unterricht und Ausbildung
 

Getriebeschäden

von kfztech.de

Wie entstehen Getriebeschäden eigentlich und was kann man dagegen tun?

Wie grundsätzlich alle mechanischen Maschinen unterliegen auch Kraftfahrzeuge einem regelmäßigen Verschleiß, der im Laufe der Zeit diverse Probleme verursachen kann. Vor allem bei älteren Autos ist dabei oft das Getriebe von Schäden betroffen. Doch wie entstehen eigentlich Getriebeschäden und was kann dagegen in der Praxis unternommen werden?

Handschaltgetriebe

Schnitt durch Handschalt-Wechselgetriebe - Bild: https://pixabay.com/de/getriebe-antrieb-metall-edelstahl-580027/ (CCO Creative Commons)

Weshalb sind insbesondere ältere Autos häufig von Getriebeschäden betroffen?

Das Getriebe hat bei Kraftfahrzeugen die Aufgaben, das Motordrehmoment und die Motordrehzahl entsprechend zu wandeln (zu übersetzen) und zu übertragen. Außerdem soll es einen Leerlauf ermöglichen und die Möglichkeit zur Drehrichtungsumkehr bieten (Rückwärtsgang). Es gibt mit Schalt-, Automatik- und Doppelkupplungsgetrieben mittlerweile viele verschiedene Ausführungen, die mechanisch, elektronisch und elektro-hydraulisch gesteuert werden. Grundsätzlich handelt es sich bei den meisten dieser Getriebearten vom Prinzip her jedoch immmer noch um Getriebe, in denen mechanische Bauteile wie Zahnräder, Synchronringe oder Lamellenkupplungen ihren Dienst verrichten. Im Betrieb unterliegen die einzelnen Getriebebauteile einer äußerst hohen Belastung, die mit der Zeit zu Verschleißerscheinungen, wie beispielsweise Abrieb führen. Wie stark dieser Verschleiß fortgeschritten ist, hängt im Allgemeinen von der Laufleistung eines Fahrzeugs ab. Da der Kilometerstand bei älteren Fahrzeugen nicht selten deutlich höher ist als bei jüngeren Modellen, sind Getriebeschäden hier deutlich häufiger anzutreffen. Neben dem allgemeinen Verschleiß kann eine fehlerhafte Bedienung durch Menschen ebenfalls Getrieben zu schaffen machen. Auch die Qualität des Getriebes ist in Bezug auf die Lebensdauer von Bedeutung, wobei man sgen muss, dass manche Getriebe auch ein Autoleben klaglos überstehen.

Was sind die häufigsten Ursachen für Getriebeschäden?

Im Grunde genommen liefern die OEMs und Zulieferer hochwertige Getriebetechnik mit haltbaren Bauteilen. Schlechte Angewohnheiten, wie z.B. Schaltfehler (falsche Gangwahl, falscher Zeitpunkt) oder ein zu abruptes Wechseln der Gänge, verkürzen dagegen die Lebenszeit von Getrieben. Auch das Kupplungsverhalten hat einen Einfluss auf die Anfälligkeit für Defekte. So drücken viele Menschen das Kupplungspedal nicht komplett durch, wenn sie einen anderen Gang einlegen. Auch falsches Abschleppen kann zu Getriebeverschleiß führen. Neben den genannten Faktoren wirkt sich zudem eine mangelhafte Wartung nicht gerade positiv auf die Lebenserwartung eines Getriebes aus. Getriebeölwechsel sind zwar seltener geworden als früher, müssen aber trotzdem gemacht werden, da das Getriebeöl hohen Beanspruchungen ausgesetzt ist und auch altert. Beim Getriebeölwechsel ist ein Getriebeöl mit hoher Qualität erforderlich. Auch führen unentdeckte Mängel, wie z.B. Undichtigkeiten am Getriebe (Simmering), schnell zu Folgedefekten.

DSG Getriebe

Doppelkupplungsgetriebe - Bild. VW

Wie machen sich Probleme mit dem Getriebe bemerkbar?

Dass etwas mit dem Getriebe nicht stimmt, kann sich in der Praxis gleich auf mehrere Arten bemerkbar machen. Ein erstes Indiz für einen bevorstehenden Defekt sind beispielsweise metallische oder raschelnde Geräusche im Betrieb. Auch starke Vibrationen oder schwer einlegbare Gänge sind in der Regel ein Zeichen für einen Getriebeschaden. Ein weiteres Anzeichen ist, wenn der eingelegte Gang plötzlich wie von Geisterhand herausspringt. Jedoch lässt sich anhand von Merkmalen dieser Art nur sehr schwer auf den genauen Defekt schließen, sodass der Besuch einer Fachwerkstatt hier in der Regel die einzige Möglichkeit bleibt. Die genannten Indizien für Getriebedefekte können auch im Zuge einer Probefahrt bei einem Gebrauchtwagenkauf hilfreich sein.

Auf welche Art lassen sich Schäden am Getriebe vermeiden?

Grundsätzlich lässt sich Verschleiß zwar nicht gänzlich verhindern, jedoch können Fahrzeugbesitzer diesen durch Verhaltensregeln in Grenzen halten. So sollten die Gangschaltung im Betrieb immer schonend behandelt werden und es ist empfehlenswert, sich schlechte Schaltgewohnheiten abzugewöhnen und richtiges Schalten zu lernen. Es ist besser aus hoher Geschwindigkeit herunterzubremsen als herunterzuschalten, um ein Fahrzeug zu verzögern. Bremsbeläage zu wechseln ist allemal günstiger, als Kupplungen und Getriebteile zu tauschen! Wann war eigentlich der letzte Getriebelölwechsel? Serviceheft checken! Treten plötzlich Merkmale eines Defektes auf, sollte so schnell wie möglich eine Fachwerkstatt aufgesucht werden. Vor allem geringfügige Beschädigungen lassen sich hier oftmals schnell und kostengünstig beheben. Bleibt die Reparatur jedoch aus, entwickelt sich aus einem kleinen Schaden nicht selten ein größeres Problem. Auch wenn alles in Ordnung ist, sollte das Getriebe regelmäßig durch Fachpersonal gewartet werden.

Automatikgetriebe

6-Gang-Automatikgetriebe - Bild: BMW

Das Fazit

Summa summarum zeigt sich, dass Fahrzeughalter die Verschleißanfälligkeit und damit auch die Lebensdauer eines Getriebes direkt beeinflussen können. Deutet sich ein Schaden an, so ist in jedem Fall ein schnelles Handeln gefragt.

 

 

 

 

 

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 08.08.2018









Impressum, Copyright