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Seitenwand-Torsions-Sensor


Der Seitenwandtorsionssensor (SWT) - Der Reifen als Sensor

Der Reifen als Bindeglied zwischen Fahrzeug und Straße hat einen sehr hohen Anspruch zu erfüllen:

  • Federn und dämpfen von Fahrbahnstößen
  • Geräusch- und vibrationsarmes Abrollen
  • Aufnahme der Gewichtskräfte des Fahrzeugs
  • Kräfte in Quer- und Längsrichtung übertragen

Elektronische Regelsysteme im Auto wie Antiblockiersystem (ABS) und das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) benötigen Informationen über die zwischen Fahrbahn und Fahrzeug wirkenden Kräfte. Diese Daten werden bisher aus Sekundärgrößen wie

  • Motorleistung

  • Bremsdruck

  • Radgeschwindigkeiten und

  • Fahrzeugbeschleunigung ermittelt

Seitenwandtorsionssensor

Das SWT-System:
  • vier magnetisierte Reifen (2),
  • vier Radmodule mit Magnetfeldsensoren und Signalaufbereitung (1),
  • sowie eine zentrale Rechnereinheit
 

Der Sidewall Torsion Sensor (SWT) von Continental eröffnet hier neue Möglichkeiten.

Wie funktioniert SWT?

Beim Bremsen und Beschleunigen eines Pkw beeinflussen Längskräfte das Fahrzeug, bei Kurvenfahrt Querkräfte. Sowohl Längs- als auch Querkräfte bewirken eine Verformung des Reifens, die sich über seinen gesamten Umfang erstreckt. Für die Messung dieser Verformung und damit der auftretenden Kräfte, setzt Continental zwei Dinge ein:

  • Zwei am Fahrwerk angebrachte Sensoren, von denen sich einer nahe am Scheitelpunkt des Reifens und ein weiterer auf Höhe der Felge befindet,

  • sowie eine magnetisierte Reifenseitenwand.

In die Reifenseitenwand wird Magnetpulver eingemischt, das anschließend über den Gesamtumfang abwechselnd in Nord- und Südpole magnetisiert wird. Wirken keine Längskräfte auf Reifen und Fahrzeug, erfolgt der Wechsel zwischen den Magnetpolen an beiden Sensoren gleichzeitig, die Zeitdifferenz zwischen den Signalen beider Sensoren ist Null. Wenn aber Längskräfte wirken, also ein Brems- oder Beschleunigungsvorgang erfolgt, passieren die Grenzen zwischen den Magnetpolen die Sensoren zu unterschiedlichen Zeitpunkten und es entsteht eine Zeitdifferenz zwischen beiden Sensorsignalen. Die über die Zeitdifferenz ermittelte Stärke der wirkenden Längskraft für jeden der vier Reifen bietet Informationspotential für Schlupfregelsysteme wie ABS und ASR.

Seitenwandtorsionssensor

SWT - für mehr Sicherheit

Bei Kurvenfahrt wirken auf Reifen und Fahrzeug Querkräfte. Dabei ändert sich der Abstand zwischen den Sensoren und der Reifenseitenwand, dadurch ändert sich die Größe des gemessenen Magnetfeldes. Diese Größe ist vor allem für Systeme wie ABS und ESP von großer Bedeutung. Der SWT-Sensor ermöglicht damit erstmals die zwischen Reifen und Fahrbahn tatsächlich wirkenden Kräfte zu ermitteln. Eine Ergänzung der elektronischen Fahrstabilitätssysteme um SWT kann aufgrund der genaueren Informationen zu einer weiteren Optimierung dieser Systeme beitragen. Für den Fahrer bedeutet dies weiter verkürzte Bremswege und noch bessere Kontrolle über das Fahrzeug in Kurven und auf schwierigen Fahrbahnbelägen.

Verfahren zur Magnetisierung sind bekannt, erprobt und stabil. Auch mechanische Zerstörungen sind weitgehend ausgeschlossen, weil die dem Bordstein abgewandte Reifeninnenseite magnetisiert ist.

siehe auch Sensoren

Über Sensorsignale

Infos und Bilder von Continental Teves


Johannes Wiesinger
bearbeitet: 16.10.2010
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