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Beliebte Tuningmaßnahmen an Fahrzeugen

 Das eigentliche „Baby“ der Deutschen, das Auto, wird gehegt und gepflegt – und immer auch, je nach Belieben, entsprechend „aufgemotzt“. Die Rede ist von Tuningmaßnahmen, die in den letzten 20 Jahren laut VDAT deutlich zugenommen haben. Immer mehr Bereiche des Fahrzeugs werden elektronisch gesteuert, sodass sie mithilfe spezieller Soft- und Hardware auf die gewünschte Leistung „getrimmt“ werden können. Es beginnt bei sportlicherem Autozubehör, geht über die Feinabstimmung des Motors bis hin zum Gebrauch von Turboladern und weiteren Extras. Dieser Beitrag gibt Einblicke in die häufigsten Tuningmaßnahmen, deren Vor- und Nachteile sowie den zugrundeliegenden Eigenschaften.

Audi

Mit den richtigen Tuning-Maßnahmen lässt sich die Leistung des Fahrzeugs effektiv verbessern. - © gessingerbildwerk (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Chiptuning - der Grundbaustein des Leistungstunings

Beim Chiptuning geht es darum, die im Auto „schlummernden“ Reserven zu nutzen und so mit einfachen Mitteln eine entsprechende Leistungssteigerung zu erreichen. Einfache Maßnahmen schaffen Leistungszuwächse von 20 Prozent und mehr. Manch ein Anbieter verspricht gar eine Leistungssteigerung um die Hälfte. Tatsache ist, dass durch einen besseren Durchzug oder ein höheres Drehmoment, in den meisten Fällen positive Effekte sichtbar werden. Die Leistung des Fahrzeugs, bei gleicher Zylinderanzahl oder vergleichbarem Hubraum, wird nämlich seitens des Herstellers „gedrosselt“. Und so ist spezielle Software in der Lage, ohne größere Umrüstarbeiten ein Mehr an Leistung herauszuholen.

Ein teils deutlich erhöhter Kraftstoffverbrauch ist die Folge, da die Einspritzmenge wesentlich erhöht ist. Anders kann es beim Eco-Tuning aussehen. Belastbare Gutachten liegen hierzu jedoch nicht vor. Hier wird nicht auf eine veränderte Motorleistung geschielt, sondern auf ein verändertes Fahrverhalten. Eine sofort einsetzende Schubabschaltung, die Adaption des Zündkennfeldes oder eine deutlich verringerte Voreinspritzung sind typische Tuningmaßnahmen dieser Art.

Im Folgenden werden die wichtigsten Tuningmaßnahmen im Bereich des Chiptuning erläutert.

Tuning-Art Zwischenstecker „10-Cent-Tuning“ Neuprogrammierung Gaspedal-Justierung
Effekt Sog. „Power-Box“, die als elektronisches Schaltelement zwischen Sensor und Motorsteuerungsgerät sitzt. Werte werden verändert, eine größere Menge an Kraftstoff wird zugeleitet. Erhöhte Kraftstoff-einspritzung aufgrund veränderter Werte. Ein Widerstand wird zwischen dem Temperaturelement und Motorsteuerungs-gerät eingesetzt. Anpassung des Motorsteuerungsgerätes, wodurch Einspritzmenge, Zündzeitpunkt, Motordrehzahl, etc. verändert werden und eine höhere Leistung sichtbar wird. Verändertes Ansprechverhalten durch zwischengeschaltetes, elektronisches Gaspedal. Höhere Werte an Motorsteuerungsgerät bereits bei verringertem Gaspedalweg.

Tuning-Maßnahmen des Motors und ihre Auswirkungen.

Für ein erfolgreiches Chiptuning ist es wichtig, an den jeweiligen Motor angepasste Module zu verwenden. Das gilt grundsätzlich für Tuningmaßnahmen, die durch Zwischenstecker oder aber Widerstände realisiert werden. Eine höhere Erfolgsquote weist die Neuprogrammierung des Motorsteuerungsgerätes auf, jedoch stark abhängig von der Qualität des Programms und dem Umfang der Leistungsabstimmung.

Hinweis: Versicherungsschutz und Zulassung bleiben nur bei Eintragung erhalten. Sofern die Motorleistung beeinflusst wird, muss das Mustergutachten vorgelegt und ein solches speziell für diese Tuningmaßnahme in Auftrag gegeben werden. Auch gibt es Berichte von Schwierigkeiten in der Werkstatt, wo falsche Werte ermittelt werden oder Fehlerspeicher nicht mehr ausgelesen werden können.

Ästhetik und Leistung in einem: das Auspufftuning

Ein weiterer, wichtiger Bereich des Autotunings wird durch Auspufftuning dargestellt. Einerseits ist der Auspuff ein klassisches Verschleißteil, andererseits ein wesentliches Element zur Verarbeitung der Verbrennungsgase und der dabei entstehenden Druckstöße. Defekte oder rostende Auspuffanlagen vermindern nicht nur die Motorleistung, sondern erhöhen zeitgleich die Abgaswerte und machen sich durch Geräusche bemerkbar. Die grundsätzliche Überlegung ist daher, einen sogenannten Endschalldämpfer einzubauen. Hier gibt es diverse, sportlich anmutende Produkte, die nur durch das Endrohr am Heck sichtbar werden. Komplettanlagen, die etwa aus Edelstahl gefertigt sein können, sind deutlich teurer als einfache Markenmodule.

Ein solcher Sportauspuff sorgt dafür, dass weitaus weniger vom Abgasfluss gestaut wird, wodurch sich das Anzugsverhalten verbessert. Bei Verbrennungsmotoren hat dieses Element einen starken Einfluss auf Drehmoment und Drehzahlbereich. Zum Einsatz kommt Metallwolle, die gegenüber Fiberglaswolle eine bessere Wärmeableitung aufweist. Auch ist das Ganze deutlich geringer von Verschleiß betroffen. Beim Turbolader entsteht hingegen ein gleichmäßiger Luftstrom, der durch die Impulse der Abgase umgesetzt wird, die dadurch mit entsprechendem Geräusch außen erkennbar werden. Die Zylinder werden deutlich stärker gefüllt, sodass bei verringertem Verbrauch eine sichtbar höhere Motorleistung erreicht werden kann.

Flickschustern oder direkt nachrüsten?

Leistungszuwächse von bis zu zehn Prozent sind möglich, dann geht es vornehmlich um eine höhere PS-Zahl. Für mehr optische Anreize eignen sich einfache Endrohrblenden, die leicht mittels Schraubbefestigung oder Schelle montiert werden können. Geht es um die reine Geräuschkulisse beim Beschleunigen, empfehlen sich speziell für die Nachrüstung ausgelegte Endschalldämpfer. Der Gesetzgeber schreibt hierfür entweder eine ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) oder eine beim Prüfer dokumentierte Erlaubnis und Eintragung vor.

Tipp: Ein Leistungsplus ist nur dann möglich, wenn die komplette Auspuffanlage ausgetauscht wird. Anders fällt der Einfluss von Abgasgegendruck gegen den entsprechenden Auslasstrakt des Motors nur gering aus. Drehmoment und effektiv ausreizbarer Drehzahlbereiche hängen schließlich stark von der Konstruktion der Auspuffanlage ab. Wichtig ist zudem laut Angaben auf der Webseite https://www.hild-tuning.de, auf entsprechende Qualität zu achten und Teile von bekannten Herstellern zu wählen, um von einem idealen Ergebnis zu profitieren.

Wo wird sonst noch getunt?

In deutlich kleinerem Umfang wird im Bereich des Fahrwerkstunings gearbeitet. Das hat Auswirkungen auf das Fahrverhalten bei Beschleunigungs- oder Bremsvorgängen. Auch in Kurven kann hierdurch ein verbesserter Kontakt zur Fahrspur gewährleistet werden. Die wesentlichen Änderungen finden bei Stoßdämpfern und Federn statt. Teilweise wird zuvor ein Leistungstuning durchgeführt, sodass Fahrwerkstuning nur obligatorisch ist. Schließlich haben sich die Kraftverhältnisse verändert, die jetzt bei diversen Fahrmanövern herrschen und „gezügelt“ werden müssen.

Auf der anderen Seite des großen Teichs, in den USA, wird verstärkt mit einer Lachgas-Einspritzung gearbeitet. Anstelle des Chiptunings wird hierbei das Ziel verfolgt, ein extrem verstärktes Beschleunigungsverhalten über wenige Sekunden zu gewährleisten. Der Motor leidet darunter wesentlich stärker, auch gibt es Schwierigkeiten bezüglich der Genehmigung solcher Module. Wesentlich sicherer sind daher immer noch Nachrüstungen, etwa im Bereich des Turboladers oder beim Kompressor.

Motor

Stets das Beste aus den Fahrzeugen herausholen - Tuning sollte ganzheitlich angegangen werden. - Bild: © Krzysiek (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Fazit und abschließende Bemerkungen

Fahrzeugtuning kann, sofern richtig angewandt, mehr aus dem Auto herausholen. Wichtig sind die Kompatibilität mit dem Fahrzeugmodell sowie die Qualität der Einzelteile. Vielfach werden Importe aus Asien eingesetzt, die in Deutschland keine Betriebserlaubnis besitzen. Die Folgen sind nicht nur in Bezug auf Zulassung und Versicherungsschutz sichtbar. Auch können schlecht produzierte Einzelteile sich negativ auf weitere Elemente im Fahrzeug auswirken. Kompaktes, geprüftes Tuning schont den Geldbeutel und sichert die „Haltbarkeit“ des Fahrzeugs für weitere Jahre an Fahrfreude.

 

 

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 16.02.2016









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