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Diesel Technik

Electronic Diesel Control   -  EDC

 

Siehe auch Moderne Diesel | Prüfungen an Diesel-Bauteilen | Verteilereinspritzpumpe |

 

Die Electronic Diesel Control EDC war ein Einspritzsystem

als Nachfolger der VE mit mechanischer Grundfunktion 

(Mechanische Kraftstoffzumessung durch Pumpenelemente mit Steuerkante in der Einspritzpumpe) 

und elektronischer Beeinflussung (Spritzbeginn und Spritzdauer)

mit axialer Pumpenkolbenbauweise; Druck liegt bei 1250 bar

 

Bosch Bezeichnung VP 37

 

oder es gibt sie vollelektronisch mit einem Hochdruckmagnetventil in der Pumpe

 

ausgestattet mit axialer Pumpenkolbenbauweise (keine Kantensteuerung mehr!);

 

Druck: 1400 bar, Voreinspritzung möglich

 

Bosch Bezeichnung VP 29/30

 

 

VP37

oder es gibt sie als Verteilerpumpe mit radialen Pumpenkolben und Hochdruckmagnetventil.

 

(Mittlerweile wird nur noch die Radialkolbenpumpe mit Hochdruckmagnetventil von Bosch gebaut);

 

Druck 1850 bar, EURO IV, Voreinspritzung möglich

 

Bosch Bezeichnung VP 44

 

VP44

Einflussgrößen (Hauptsteuergrößen):

·           Fahrpedalstellung und

·           Motordrehzahl

Haupt-Stellgrößen :

·         Spritzbeginn (Drehzahlabhängig)

·         Einspritzmenge (Lastabhängig)
 

Im Gegensatz zur klassischen Einspritzpumpe, bei der die Regelstange der Einspritzpumpe über einen Fliehkraftregler und über ein Gestänge vom Fahrpedal verschoben wird, sorgt bei der Electronic Diesel Control ein Stellmagnet (VP 37) oder ein Hochdruckmagnetventil (VP 30, VP 44) für die Einstellung der Regelstange (Mengenregelung). Die Position der Regelstange wird von einem Weggeber (Positionsgeber) an das Steuergerät zurückgemeldet.

Der Einspritzzeitpunkt (Spritzbeginn) wird durch Verschiebung der Pumpenhülsen von einem weiteren Stellmagneten über die Verstellwelle gesteuert.

Von der Electronic Diesel Control erfasste Signale: (je nach System)

Drehzahl (für Mengenregelung- und Spritzbeginnsteuerung)

Hall-Sensor an der Nockenwelle oder einen induktiven Sensor am Schwungrad (OT-Geber),  

bei Defekt: Notlaufprogramm mit Hilfe des Nadelhubgebers

 

Spritzbeginn / Funktionsfähigkeit des Einspritzventils

OT-Geber und Drehwinkelgeber (Radialkolben-Pumpe) / Nadelbewegungsfühler (nur Audi und BMW)

 

Regelschieberweg (Rückmeldung)

= Position des Magnetstellwerks

Weggeber  zur Kontrolle des Magnetstellwerks (Regelkreis); bei Defekt wird der Motor abgestellt

 

Fahrpedalstellung 

(Lastsignal, Fahrerwunsch)

Drehpotentiometer am Fahrpedal (Fahrpedalpotentiometer) wichtiges Signal für die Einspritzmenge

beinhaltet Leerlaufkontakt und Kickdown-Schalter;

Schleifkontakt-Poti (neue Geber arbeiten berührungslos);bei Defekt: erhöhte Leerlaufdrehzahl zum Erreichen der Werkstatt

 

Motortemperatur

Temperaturfühler zur Erkennung der Betriebszustände Kaltstart (Mehrmenge) und Überhitzungsschutz (110° C) und zur Anpassung der Kraftstoffmenge; bei Defekt: Ersatzwerte

 

Ladelufttemperatur zur Berechnung der Luftmasse

Temperaturfühler (NTC-Sensor)

 

Kraftstofftemperatur zur Berechnung der eingespritzten Kraftstoffmasse

Temperaturfühler

zur Anpassung der Kraftstoffmenge; bei Defekt: Ersatzwerte

 

Luftmasse (Volllastsignal)

 Luftmassenmesser - Menge und Rauchbegrenzung (mit Hilfe eines Rauchkennfeldes)

 

 

Ladedruckregelung

Umgebungsdruckgeber (Atmosphärendruckgeber) im Steuergerät,  

Ladedruckgeber im Ladeluftkühler

 

 

Ausgangssignale:

Regelschieber

Verstellung des Regelschiebers (Regelkreis)

Mengenstellwerk

Stellmagnet (Pumpe)

 

Alternativ: Hochdruckmagnetventil

Elektromagnetisch (VP 30 und 44)

 

Spritzbeginnstellwerk

Magnetventil des Spritzverstellers (Pumpe)

 

Ladeluftdruckregelventil

bei Turboladern

 

Abgasrückführungsventil

Abgasrückführung zur Senkung der Brennraumtemperatur (NOx)

 

 

(von Pierburg)

Elektrisches Abschaltventil

 Abstellen des Motors

Glühstiftkerzen

Bei Direkteinspritzern zur Senkung der Rauchbildung beim Kaltstart und danach

 

Verbindungen von und zu anderen Steuergeräten und Bauteilen (direkt oder per CAN-Bus):

  • Klimaanlage

  • Kombiinstrument

  • Bremsschalter

  • Kupplungspedalschalter (Motor-Ruckeldämpfung)

  • Fahrgeschwindigkeitsregelung

  • Diebstahlwarnanlage

  • elektronische Getriebesteuerung

Mittlerweile arbeiten EDC mit 2 Steuergeräten:

Das Motorsteuergerät berechnet die Einspritzmenge und gibt diese per CAN-Bus an das Pumpensteuergerät weiter. Dieses gibt den Befehl an das Magnetstellwerk, das den Regelschieber entsprechend verstellt. Der Regelschieberweggeber sorgt über die Rückmeldung für einen geschlossenen Regelkreis. Es gibt aber mittlerweile auch Pumpen, die das komplette Motormanagement auf seinem Rücken gesattelt haben (neuere VP 44).

Bei Fehlern an der Anlage ist zunächst eine Sichtprüfung und eine Prüfung mit einem Fehlerauslesegerät erforderlich. Zur weiteren Eingrenzung ist eine Fehlersuche an den Bauteilen mit Multimeter oder besser noch mit Oszilloskop (z.B. Bosch PMS 100) notwendig. Bei Fehlern an der Spritzbeginnregelung ist zunächst die Grundeinstellung der Pumpe und der Pumpendruck zu prüfen. Der Drehwinkelgeber in der Pumpe kann nicht geprüft werden, bei Defekt (kein Anspringen) ist die Pumpe zu tauschen, da eine Reparatur nicht möglich ist.

 

Weitere Informationen zur EDC erhalten Sie aus einem Bosch-Heft der Gelben Reihe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen: Bosch, AUDI

J. Wiesinger

Überarbeitet: 26.08.10

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