Benutzerdefinierte Suche
kfztech.de Logo    
Kfz-Technik Abkürzungs-ABC Auto-Infos Kfz-Zubehör-Shop kfztech TV Unterricht und Ausbildung
 

Die Lackierung - Viel mehr als nur Optik

Für den Korrosionsschutz eines Fahrzeugs sorgt in erster Linie die Lackierung. Bei älteren Autos dient eine Neulackierung auch gerade dem Werterhalt. Viele stolze Besitzer von Youngtimern und Oldtimern legen besonderen Wert auf eine hochwertige Überholung des Lacks.

Der Lack als zentraler Schutzmantel

Jedem Kfz-Techniker ist die enorme Bedeutung einer fachgerechten Lackierung bewusst, da diese die Karosserie vor Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit, Streusalzen und Steinschlägen schützt und dem Rost vorbeugt. Wesentliche Aufgaben des Lacks sind die Bildung eines kratzfesten aber gleichzeitig elastischen und dichten Schutzfilms, der zusätzlich lichtecht sein muss, sich leicht pflegen lässt und eine Signalwirkung für die anderen Verkehrsteilnehmer bietet.

Audi Q2 Lackierung

Produktion des Audi Q2: Lackiererei – Decklack-Innenlackierung der Karosserie - Foto: Audi

Damit das Lackieren aber diesen hohen Standards gerecht werden kann, besitzen Profis nicht nur praktische Erfahrung und gute Fachkenntnisse, sondern haben auch die entsprechende Werkstatt-Ausstattung. Technische Highlights wie eine komplette Lackierkabine lassen sich für Hobby-Lackierer nicht verwirklichen, was natürlich auch die Qualität der Arbeit im Wesentlichen bestimmt.

Schichten der Lackierung

Ein moderner Autolack besteht selbstverständlich aus mehreren Schichten (siehe Grafik Lackaufbau), die neben dem Decklack Unebenheiten ausgleichen und für einen möglichst guten Korrosionsschutz und optimale Haftung sorgen sollen. Eine raue Eisen-oder Zinkphosphatschicht ist die erste Schicht, die im Werk auf das Blech aufgetragen wird. Sie sorgt für eine gute Haftung der nachfolgenden Schichten und dient als Korrosionsschutz.

Lackaufbau

Üblicher Lackaufbau:Phosphatschicht, Elektrotauchgrundierung, Steinschlag-Zwischengrund, Füller (Spritzgrund), Decklackierung, Klarlack - Grafik: bs-wiki.de

Absolute Basis bei der Reparaturlackierung ist die Grundierung, die auch als Primer bezeichnet wird. Die Grundierung dient dem Rostschutz und sorgt für die Haftung zwischen dem nackten Blech bzw. Altlack und den nachfolgenden Schichten Füller und den Decklack. Rostschutz-Primer auf Blei- oder Zinkchromat-Basis sollte man heute keinesfalls mehr verwenden. In den meisten Fällen verwenden Lackierer auf nacktem Metall 1-Komponenten (1K) Grundierfüller und darüber einen 2K-Füller, der übergeschliffen wird. Grundierfüller dienen dem Korrosionsschutz und Füller vor allem aber dazu Kratzer, unebene Stellen vom Schleifen oder Steinschläge auszugleichen. Sie legen sich in einer gleichmäßigen Schicht auf die Karosserie. Nach dem Grundieren und Füllern wird jeweils nochmals fleißig geschliffen, um eine ebene lackierbare Oberfläche herzustellen.

Beim Decklack unterscheidet man Einschicht-, Zweischicht- und Dreischicht-Decklacke. Entscheidet man sich für einen Unilack, bietet sich die Einschichtlackierung an. Bei Metallic-Lacken kommt die Zweischichtlackierung zum Tragen. Der Basislack enthält die Farbpigmente und der Klarlack erfüllt die Schutzfunktion vor dem ausbleichen durch UV-Licht. Bei Spezial-Effektlackierungen verwendet man eine Dreischichtlackierung: Basislack, Effektlack und Klarlack. Auf autolack21.de finden Sie noch viele weitere Tipps zum Lackieren. Die Lackierung gehört aber nach Meinung von kfztech.de in Profihände. Nur mit erfahrenen Lackierern kann man entsprechende Ergebnisse bekommen, die sich sehen lassen können.

Frühe Nachbesserungen sind wichtig

Wahre Autoliebhaber wissen, dass der Lack bei weitem nicht nur für eine ansprechende Optik verantwortlich ist. Wer also über Jahre hinweg Freude an seinem Auto haben möchte, sollte Lackschäden so schnell wie möglich beseitigen. Ansonsten lässt die unvermeidliche Feuchtigkeit schnell Rost aufkeimen, der bis zur Karosserie vordringen kann. Hat er sich dort erst einmal ausgebreitet, so kann es sehr teuer werden und zum Austausch ganzer Teile führen. Entsprechend relativieren sich die Kosten, die bei der Auffrischung des Lacks und der Behebung der Schäden anfallen. Regelmäßige Kontrollen zeigen dabei noch immer am besten, wo es eventuell Schwachstellen am Wagen gibt, die dringend zu beheben sind.

Der Lack und die Oldtimer

Mit besonders viel Aufwand ist eine Lackierung häufig bei Oldtimern verbunden, die zu erheblichen Wertsteigerungen führen kann. Wahre Experten versuchen dabei stets, mit ihren Mixturen so nah wie möglich an den originalen Lack heranzukommen. Chemiker von BASF/Glasurit haben mit ihrem Programm „Classic Cars Colorit“ (CCC) in den letzten Jahren an die 200.000 Farbtöne entschlüsseln können. Dies ist für Oldtimerfreunde eine gute Nachricht, da es nun in Bezug auf Originalität und originalgetreue Reproduktion von Fahrzeug-Lackierungen aller Epochen Daten gibt. Dies berichtete jüngst der GTÜ-Oldtimerservice.

GTÜ Classic

Dr. Christoph Hawat, Leiter der Oberflächenanalytik, Alexander Röllig von der Unternehmenskommunikation und Jürgen Book, Leiter Process Management BASF Coatings (v. li.) hinter dem Delahaye Type 89 von 1924 aus der Schlumpf-Kollektion. - Foto: Achim Gandras/Oldtimer-App.com

Gerade bei älteren Fahrzeugen lohnt sich in aller Regel der Kontakt zu einem Profi. Denn dieser weiß am besten, welche Maßnahmen der Restaurierung beim Oldtimer lackieren sinnvoll und wichtig sind. Eigene Versuche führen dagegen nur selten zu den erhofften Erfolgen und münden in mangelhaften Ergebnissen, die den einst stolzen Fahrzeugen dann nicht gerecht werden.

Quellen: Bs-wiki.de, autolack21.de, GTÜ-Oldtimerservice,

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 01.04.2017









Impressum, Copyright