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Reifen

Technik

Reifentipps (Teil 2)

Reifenlagerung Winterreifen Bremsweg und Profiltiefe Leichtlaufreifen Breitreifen Reifenprofil

Reifen auf Felge aufgezogen

  • hängend oder liegend

  • im Idealfall auf einer Holzpalette

Reifen ohne Felgen

  • stehend

  • von Zeit zu Zeit drehen, damit kein Standplatten entsteht

Reinigung gründlich reinigen, auf Beschädigungen prüfen, keinen Dampfstrahler verwenden

Lagerort

dunkel, kühl, vor Zugluft geschützt, Kontakt mit Kraftstoff, Öl, Chemikalien vermeiden

Einlagerung

Reifen- und Autohändler lagern gegen geringe Gebühren ein.

Kennzeichnung

Mit Kreide Einbauort des Fahrzeugs kennzeichnen (z.B. VL für vorn links)

Auch wenn es in Deutschland keine gesetzlich vorgeschriebene Winterreifenpflicht gibt: Seit Mai 2006 schreibt die Straßenverkehrsordnung vor, dass die Ausrüstung von Kraftfahrzeugen an die Wetterverhältnisse anzupassen ist. In diesem Zusammenhang werden explizit geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage genannt. Verstöße gegen die Vorschrift zur geeigneten Bereifung werden mit einem Bußgeld von 20 Euro belegt. Führen diese zudem zu einer Verkehrsbehinderung, sind 40 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Was aber ist geeignete Bereifung im Sinne der StVO?

Sommerreifen im Sommer, Winterreifen im Winter!, empfiehlt der BRV.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Pkw-Winterreifen, die mit M+S, M&S oder M.S. gekennzeichnet sind, die Forderung nach geeigneter Bereifung im Winter erfüllen. Auch Ganzjahresreifen, die den Zusatz tragen, gelten als Winterreifen im Sinne der hierzulande für Reifen vorgeschriebenen gesetzlichen Regelungen. Erkennbar sind Winterreifen übrigens auch recht einfach an den gut sichtbaren Lamellen auf der gesamten Lauffläche bis in die Reifenschulter - das sind feine, meist zickzackförmige Einschnitte in den Profilblöcken (siehe Abbildung).
Selbst ein mit M+S gekennzeichneter Reifen ist für die kalte Jahreszeit optimal allerdings nur noch geeignet, wenn er genügend Profiltiefe aufweist. Empfohlen werden mindestens vier Millimeter. Darunter gehen Haftung und Traktion besonders auf Schnee und Eis spürbar zurück.
Bei der Reifenauswahl sollte Sicherheit an erster Stelle stehen. Die Tests von Automobilclubs wie vom ADAC und Kfz-Zeitschriften zeigen immer wieder, dass insbesondere Billigreifen aus Asien beim Bremsweg oft zu wünschen übrig lassen. Nicht der Preis allein, sondern vielmehr ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis sollte das Kaufkriterium sein. Wer sich diesbezüglich unsicher ist, sollte das Beratungsangebot des spezialisierten Reifenhandels nutzen. Qualifizierte Verkaufsmitarbeiter helfen bei der Auswahl der optimal auf kundenindividuelle Bedürfnisse zugeschnittenen Bereifung.
 

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV, Bonn) rät:

Von Oktober bis Ostern, so besagt eine Faustregel, sollten die Kfz-Sommerreifen eingelagert und Winterreifen auf den Achsen montiert sein. Nicht nur bei geschlossener Schneedecke sind Winterpneus die adäquate Fahrzeugbereifung, sondern aufgrund ihrer speziellen Gummimischungen und Profile bieten sie bereits bei Außentemperaturen unter 7 Grad Celsius in der Regel die bessere Bodenhaftung.
"Winterreifen sind speziell für niedrige Temperaturen entwickelt. Und die gab es in der Saison 2008/2009 in ganz Deutschland an 185 Tagen“, so betont Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV e.V., Bonn), unter Bezug auf eine Auswertung von Daten des Deutschen Wetterdienstes.
 

Frosttage im Winter

2008/2009*

Stadt

Tage mit

Bodenfrost**

Tage mit

Dauerfrost***

Hamburg 95 6
Berlin 126 22
Düsseldorf 103 9
Dresden 112 31
Frankfurt/Main 115 11
Stuttgart 157 18
München 140 25

* Oktober bis April; Quelle: Deutscher Wetterdienst
** Tagestiefstwert 5 cm über Erdboden unter Null Grad
*** max. Tagestemp. 2 m über Erdboden unter Null Grad

Weitere Infos zum Winterreifen

Haftfähigkeit

Wann wechseln?

 Winterreifen verdanken ihre Sicherheitsreserven sowohl dem Profildesign als auch den speziellen Gummi-Mischungen. Diese entwickeln die beste Haftfähigkeit unter 7°C und unterstützen damit die Profilwirkung. Es gilt deshalb die Empfehlung, die Winterreifen möglichst lange drauf zulassen und erst Ende April gegen die Sommerreifen zu tauschen. Ein weiteres Argument hierfür ist auch, dass die Reifen nur 4 Jahre gefahren werden sollen. Wenn man Sommer- und Winterreifen je 6 Monate fährt, nutzen sich beide in etwa gleich stark ab. 

 

Laut Autobild  Nr. 42/2002  wurden Bremsversuche gemacht, wonach bei trockener Fahrbahn der Sommerreifen den Winterreifen (Kategorie "T") selbst unter 7°C im Bremsverhalten deutlich überlegen war. 

Diesen Widerspruch kann ich nicht auflösen. Der Hinweis stammt übrigens von Manfred Hauck.

 

Druck

Bisher wurde häufig bei Winterreifen ein etwas höherer Luftdruck als bei Sommerreifen empfohlen (habe ich auch empfohlen). Dies ist bei den heutigen Winterreifen jedoch nicht mehr ratsam. Um die verbesserten Trocken- und Nassfahreigenschaften eines modernen Winterreifen optimal auszunutzen, sollten Sie auf jeden Fall, bei Montage von serienmäßigen Wintergrößen,  die vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Werte einhalten.

Profil

Der ADAC empfiehlt Winterreifen mit weniger als 4 mm Profil auszutauschen.

Die Symbole verwirren häufig: M+S oder Schneeflocke. Wonach sollte man sich richten? Mehr dazu vom BRV:

 

Passfahrt

Winterreifen müssen mindestens 5 mm Profiltiefe für die Pässe in Österreich, Schweiz und Südtirol aufweisen.

Unfall

Autofahrer, die bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen in einen Unfall verwickelt sind, werden vor Gericht immer öfter eine Teilschuld wegen Fahrlässigkeit angelastet.

Montage Man sollte darauf achten, dass die Herstellerempfehlungen beachtet werden. Im Angebot der Reifenhersteller sind nämlich asymmetrische, laufrichtungsgebundene und symmetrische Winterreifen. Bei der Montage sind die Hinweise auf der Seitenwand hilfreich. Sie geben die Laufrichtung (Pfeil) oder die Außenseite (z.b. "Außen - Outside") des Reifens an. Nur so können die Winterreifen ihre besonderen Eigenschaften wie Grip fürs Anfahren und Bremsen auf Schnee und Eis entwickeln.

 

DIE 10 HÄUFIGSTEN IRRTÜMER ZUM THEMA WINTERREIFEN

 

 

 

Hier können Sie ein kleines Zip-Programm zum Bremsweg downloaden.

An den beiden Tabellen lässt sich schön erkennen, wie stark der Bremsweg bei abnehmender Profiltiefe (insbesondere bei nasser Fahrbahn) zunimmt.

Michelin Reifen bei Wasserdurchfahrt -

Nur mit ausreichender Profiltiefe kann ein Aufschwimmen des Reifens - Aquaplaning - vermieden werden!

Aquaplaning

(Bild öffnet in neuem Fenster)

Bei den folgenden Bildern vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) herausgegeben wird das besonders deutlich:

 

8,0 mm

3,0 mm

1,6 mm

im
Stand



Deutlich sind die tiefen Profilrillen zu erkennen, über die das Wasser bei der Fahrt abgeleitet wird.



Nur im Stand sind bei 3 mm Profiltiefe kaum Unterschiede zum Neureifen auszumachen.



Einige Stellen sind schon blank, die Rillen unterbrochen. Hier staut sich beim Fahren das Wasser.

bei
Tempo
70



Der neue Reifen verliert bei 70 km/h kaum Bodenkontakt. Die Rillen verdrängen das Wasser.



Es hat sich bereits ein Wasserkeil (oben) gebildet, der sich vorn unter den Reifen schiebt.



Große Gefahr: Der Wasserkeil schiebt sich fast unter die gesamte Auflagefläche des Reifens.

bei
Tempo
100



Zu schnell. Die Rillen schaffen es nicht mehr. Nur seitlich und hinten besteht Bodenkontakt.



Nur noch seitlich Kontakt. Jede Brems- oder Lenkbewegung kann verhängnisvoll werden.



Die Reifen heben ab, das Auto schwimmt, es ist vom Fahrer nicht mehr zu kontrollieren.

Quellen: www.zum.de

In Zeiten rapide steigender Spritpreise sind sparsame Reifen gefragt. Umweltbewusste Autofahrer wissen , dass man mit rollwiderstandsoptimierten  Leichtlaufreifen bis zu 10% an Sprit sparen kann. Leider wissen viele aber auch nicht, dass man dafür auch einen größeren Bremsweg in Kauf nehmen muss. "Für einen niedrigeren Rollwiderstand muss man die Energieerhaltung verbessern, für einen kürzeren Bremsweg die Energievernichtung. Physikalisch betrachtet ist beides schwer zu vereinen", sagt Burkhard Wies, Vizepräsident der Reifenentwicklung bei Continental. Zehn Prozent weniger Rollwiderstand machten auf nasser Straße, so Wies, etwa acht Meter mehr Bremsweg bei 100 km/h aus. Der Konflikt zwischen Rollwiderstand und Nassgriff kann durch moderne Reifenentwicklung zwar gemildert, nicht aber aufgehoben werden. Die Entscheidung liegt also beim Käufer.

 

Leichtlaufreifen: 

Rollwiderstandsoptimierte Pneus (Bild: Michelin Energy Saver) können den Spritverbrauch senken

Bei den heutigen Autos geht der Trend eindeutig zu breiteren Reifen, das heißt die Höhe der Reifenflanken nimmt im Verhältnis zur Breite der Lauffläche ab (H/B-Verhältnis in %).

Vorteile:

  • Breitreifen erlauben auf trockener Straße eine bessere Kraftübertragung, größere Lenkgenauigkeit sowie bessere Querstabilität.
  • Die gleichzeitige Vergrößerung des Felgendurchmessers gestattet zudem stärkere und damit wirkungsvollere Radbremssysteme.
  • Verbesserungen in der Profilgestaltung ermöglichen, dass das Fahrverhalten auf nasser Straße genau so gut ausfällt, wie bei den schmalen Reifen.

Nachteil:

  •  Fahrer von Breitreifen müssen mit verminderter Wintertauglichkeit rechnen.

Sollte die Reifen-Mindestprofiltiefe erreicht sein, der Verschleißanzeiger im Reifen  wird sichtbar, so sind unbedingt die Reifen paarweise zu wechseln.

Lesen Sie hierzu unbedingt die Seite über den Reifentest der GTÜ.

  • Gesetzliche Forderung 1,6 mm ---> 3 Punkte und 100,- DM Bußgeld Außerdem ist der Versicherungsschutz gefährdet, wenn ein Unfall verursacht wurde.
  • 1,6 mm bis 3 mm --< Kritischer Bereich
  • Über 3 mm --> Vom TÜV, GTÜ und ADAC empfohlen
  • Empfohlene Mindestprofiltiefe

    • Sommerreifen: S+T-Reifen 2 mm, bzw. R-Z-Reifen 3 mm

    • Winterreifen 4 mm

     

Überprüfen Sie regelmäßig die Profiltiefe. Messen Sie an mehreren Stellen. Bei einseitigem Abrieb unbedingt die Spur prüfen lassen.

Haben die Reifen weniger als vier Millimeter Restprofil, sollte man die Anschaffung eines neuen Satzes Reifen nicht aufschieben. Mit dem Euro kann man leicht die Profiltiefe messen: Wird die goldene Umrandung der 1-Euro-Münze gerade noch verdeckt oder zeigt sich gar, sind die vier Millimeter Restprofil unterschritten.

Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Reifen auf Beschädigungen. Lassen Sie die Schäden von einer Fachwerkstatt prüfen. Montieren Sie bei Zweifeln das Reserverad.

Gehen Sie sorgfältig mit ihren Reifen um:

  • Überfahren Sie Hindernisse möglichst langsam. 
  • Überfahren Sie Hindernisse in einem stumpfen Winkel.
  • Klemmen Sie Ihre Reifen nicht am Bordstein ein.

 

  • Verschleißindikator TWI:
Um zu erkennen ob der Reifen noch eine Profiltiefe von 1,6 mm aufweist, sind  in den Hauptprofilrillen an mehreren Stellen, über den Umfang des Reifens verteilt, Querstege in den Längs-Profilrillen angebracht. Die Querstege werden sichtbar, wenn das Restprofil 1,6 mm beträgt.

profiltiefe.gif (3672 Byte)

Die Tiefe des Profils ist am flachsten Punkt in den Rillen oder Einschnitten zu messen; stegähnliche Erhöhungen sowie Verstärkungen im Laufflächengrund bleiben bei der Beurteilung des Abnutzungsgrades unberücksichtigt.

Bei Reifen mit Abnutzungsindikatoren (TWI*) ist nur in den Rillen zu messen, in denen sich Abnutzungsindikatoren befinden.

11_2_klein.gif (10215 Byte) *TWI = Tread Wear Indicator

Reifenprofilmesser gibt es im Handel manchmal kostenlos als Werbegeschenk.

Die Flächen der Abnutzungsindikatoren selbst sind nicht in die Messung mit einzubeziehen.
Die Forderungen des Gesetzgebers sind in ausführlicher Form in der Straßenverkehrszulassungsordnung zu finden:
Forderung des Gesetzgebers (Auszug aus §36 StvZO)

  • Die Verwendung von nachgeschnittenen PKW-Reifen ist verboten.
  • Die Reifeninstandsetzung mussfachgerecht durchgeführt sein.
  • Abdichtungen mittels Pannenspray sind nur als Notbehelf anzusehen.
  • Das Einlegen eines Schlauches ohne Behebung des Schadens ist nicht zulässig.

 

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Quellen: ADAC, BRV, Continental, GTÜ uvm

Wiesinger

überarbeitet: 26.08.10