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H2
zu Lande, zu Wasser und in der Luft |
Hans-Dietrich
Zeuschner, 11.06
Nicht nur zu Lande in Kraftwerken und Fahrzeugen erobern Wasserstoff und
Brennstoffzellen immer mehr Anwendungsbereiche. Auch zu Wasser und in der Luft
bieten sich viele Einsatzmöglichkeiten. Als außenluftunabhängiger Antrieb für
U-Boote hat die Technik längst Serienreife erreicht. Nun wird an einer
umweltfreundlichen Stromversorgung für Überwasserschiffe gearbeitet. Die
Raumfahrt gilt derzeit als größter Abnehmer von Flüssigwasserstoff – ein in
Verbindung mit flüssigem Sauerstoff hochenergetischer Treibstoff. Frühzeitig
wurden dort Brennstoffzellen zur Stromversorgung eingesetzt. Jetzt geht es
darum, das Gebiet Luftfahrt zu erschließen. Wissenschaftler und Hersteller aus
aller Welt haben auf der H2Expo,
6. Internationale Konferenz und Fachmesse für Wasserstoff- und
Brennstoffzellen-Technologien 2006 im CCH-Congress Center Hamburg, über
den Stand aktueller Projekte und Forschungsaktivitäten unter anderem auch im
maritimen Bereich und in der Luftfahrt berichtet.
Die Umformung von chemischer in elektrische Energie
Die klassische Variante, die PEM
(Polymer Electrolyte Membrane)-Zelle, wird mit
Wasserstoff gespeist, der aus Erdgas gewonnen wird und
nur in relativ kleinen Mengen zur Verfügung steht. Die Erzeugung des Gases ist
sehr aufwendig, entsprechend hoch
ist sein Preis. Eine wirtschaftliche
Gewinnung des Gases durch Elektrolyse wird erst dann möglich sein, wenn der
Prozess mit regenerativ gewonnener elektrischer Energie betrieben
wird. Dagegen wird die Brennstoffzelle
SOFC (Solid Oxide Fuel Cell)
mit klassischen Brennstoffen/Treibstoffen (fuel) wie Benzin betrieben.
Die Autoindustrie experimentiert seit Jahren mit Brennstoffzellen-Antrieben. BMW
setzt auf die Weiterentwicklung der SOFC-Zelle, benannt
APU-Zelle,
in konventionell mit Benzin betriebenen Fahrzeugen zur Versorgung des
Bordnetzes mit elektrischer Energie incl. Scheibenenteisung, Sitz- und
Lenkradbeheizung. Darüber hinaus kann diese Energiequelle in absehbarer Zeit
zum Betrieb der „by wire“- Systeme (elektrisch
betriebene Lenkung oder Bremsen ) an Bedeutung gewinnen.
Der Wirkungsgrad dieser Zelle
soll fast doppelt so groß sein wie die Kombination Motor/ Lichtmaschine
/Batterie. Mit einem Viertel des heutigen Energiebedarfs soll z.B. die
Klimatisierung unabhängig vom Motor möglich sein.
Für den Fahrzeugantrieb favorisiert BMW nach wie vor den
Verbrennungsmotor.
Die
SOFC-Zelle
|
Bild 1 (BMW AG) - BMW SoFC-Zelle |
In
der SOFC-Zelle
wird chemische Energie in zwei
Schritten in elektrische Energie umgewandelt. Die Brennstoffzelle arbeitet bei
über 800 °C mit Wasserstoff als Brennstoff und Luftsauerstoff als
Oxidationsmittel. Als Katalysator dient Zirkonium-Oxid-Keramik.
Das Abfallprodukt ist Wasser. In
einem vorgelagerten Transformationsprozess wird der Wasserstoff in einem Start-
und in einem Hauptreformer durch Abspaltung
bei Temperaturen um 800 °C aus Benzin gewonnen. Das hierbei
entstehende Restgas wird verbrannt und die Wärme wird zur Aufheizung der
Reaktionsluft und der Reformer verwendet.
Diederich,Münkel,
FH Darmstadt gibt für die SOFC-Zelle folgende Gründe als besonders interessant
an:
Höchster
elektrischer Wirkungsgrad
Direktnutzung
von Erdgas ohne aufwendige Reformierung
Anfallende
Wärme auf hohem Temperaturniveau ist vielseitig nutzbar
Auf
Grund der hohen Abwärme werden kleine Kraftwerke auf der Basis der SOFC
entwickelt. Hier wird die Abwärme zur Stromerzeugung in Gasturbinen
genutzt. Solche Kraftwerke sollen zukünftig Wirkungsgrade von 70% erreichen
können.
Weiterhin
findet man auf diesen Seiten didaktisch gut
aufbereitete Informationen zu Oxidkeramischen
Brennstoffzellen z.B. liest man zur
Transformation
Brennstoff in Wasserstoff:
und
zur Funktion der
SOFC-Zelle:
Die
zwei Gase Wasserstoff und Sauerstoff wandern vom Gasraum in den Katalysator.
Die
Wasserstoffmoleküle werden durch den Katalysator gespalten, dabei geben
die Atome jeweils ihr Elektron ab.
Die
Elektronen wandern von der Anode zur Kathode und bewirken dabei einen
elektrischen Stromfluss
Elektronen
rekombinieren mit einem Sauerstoffmolekül.
Die
Sauerstoff-Ionen wandern durch den Elektrolyten zur Anodenseite.
Die
Sauerstoff-Ionen geben ihre zwei Elektronen an die Wasserstoff-Protonen ab
und oxidieren im Anschluss zu Wasser.
……
ZU LANDE:
Sie heißen „Schluckspecht
III“ oder „Sax I“
und weisen den Weg in die Zukunft innovativer automobiler
Antriebssysteme. Die beiden Brennstoffzellen-Fahrzeuge, sind von Studenten
entwickelt worden. Während der H2Expo
2006 im CCH-Congress Center Hamburg
haben die beiden Mobile im Ausstellungsbereich auf einer „Rennstrecke“ ihre
Runden gedreht. Der „Sax I“ stand den Besuchern sogar für Probefahrten zur
Verfügung.
Der
Schluckspecht III
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Bild 2 ( KN) - Schluckspecht III |
Technische
Daten
| Entwicklung |
Studenten der Hochschule Offenburg |
| Typ | Brennstoffzellenfahrzeug |
| Energiequelle | Brennstoffzelle |
| Treibstoff | Wasserstoff |
| Bauart d. Chassis | CFK, selbst tragend |
| Masse d. Chassis | 60 kg |
| Länge | rd. 3 m |
| Anzahl Räder | 3 |
| Lenkung | über die beiden Vorderräder |
| Antrieb | am Heck, Elt.-Radnabenmotor, kpl. in die Felge integriert von der Fa. Bosch prämierte Eigenentwicklung |
Ursprünglich war
das Fahrzeug mit einem Benzinmotor, danach mit einem Dieselmotor ausgestattet.
Eine mit Ethanol gespeiste Brennstoffzelle ist in Entwicklung. Die Parameter Rollreibung
und Luftwiderstand sind laufend
optimiert worden. In allen
Entwicklungsstufen hatte man das Ziel vor Augen, mit geringst möglichem
Verbrauch eine möglichst lange Strecke zurückzulegen.
Beim
diesjährigen Shell Eco-marathon in Frankreich, einem Wettbewerb für
energiesparende und umweltfreundliche Fahrzeuge, hat der Schluckspecht III
unter 255 Teams den vierten
Platz erobert. Mit umgerechnet einem Liter Benzin fuhr das Mobil 2614 Kilometer
weit.
Sax
I
|
Bild3 ( KN) - Sax I |
Technische
Daten
| Entwicklung |
Gemeinnütziger
Verein „Fortis Saxonia“, |
| Typ | Brennstoffzellen-Fahrzeug |
| Energiequelle | PEM-Brennstoffzelle als Basis mit neuesten Membranen der Fa. 3M |
| Hersteller der Zelle | Zentrum für Brennstoffzellentechnik (ZBT) |
| Hersteller der Membranen | Firma 3 |
| Treibstoff | Wasserstoff |
| Wirkungsgrad | über 50% |
| Eigenschaften |
hohe
Leistungsdichte |
| Systemeigenschaften | kompakte Anordnung der Komponenten |
| Zuladung | ca. 75 kg |
Die Distanz von 1742
Kilometern mit umgerechnet einem Liter Benzin legte „Sax I“ beim diesjährigen
Eco-marathon zurück. Beim Eco
Marathon bedeutete das im Ergebnis zwar nur den 12. Platz. „Aber wir wurden
mit dem dritten Preis für technische Innovation ausgezeichnet“, wird
berichtet .
trailH2
|
Bild4 (KN) - trailH2 |
Technische Daten
| Typ | Wasserstoffbetankungseinheit |
| Hersteller | Fa. Linde Gas AG |
| Gespannlänge | 12,50 m |
| Länge Auflieger | 8,50 m |
| Höhe Auflieger | 3,40 m |
| Tankinhalt | 1000 l, flüssiger Wasserstoff bei -253°C |
| Tankvorgang | voll automatisiert |
| Energiequelle | vor Ort durch eine Brennstoffzelle |
Die
aus einer Zugmaschine und einem Auflieger bestehende mobile
Wasserstoffbetankungseinheit ist für den Einsatz sowohl von gasförmigem als
auch flüssigem Wasserstoff konstruiert. Flüssigwasserstoff kann direkt an
entsprechend ausgestattete Fahrzeuge abgegeben werden, während der unter
Hochdruck gespeicherte gasförmige Wasserstoff zunächst in Pufferbehälter
geleitet und danach, über eine Kupplung mit dem Fahrzeug verbunden, durch
Druckausgleich in den Tank gefüllt wird. Bei der Konstruktion haben die
Ingenieure der Linde AG auf höchsten Bedienkomfort geachtet: Der Tankvorgang läuft
automatisch ab. Über einen Touch Screen wählt der Anwender zum Beispiel
Betankungsart oder Füllmenge.
Das
Projekt „traiLH2“ gilt als weltweit erste mobile Betankungseinheit für die
Versorgung von Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Fahrzeugen. Es ist bereits während
der Fußballweltmeisterschaft 2006 an verschiedenen Spielorten eingesetzt
worden.
…. ZU WASSER:
H2Yacht
|
Bild 5 (KN) - H2Yacht |
| Typ | Hamburger Traditionsboot |
| Hersteller | Fa. AMS Marine Yachten Hamburg |
| Energiequelle | Brennstoffzelle 1,2 kW |
| Hersteller | Fa. Ballard (USA) |
| Treibstoff | Wasserstoff |
| Anzahl E-Motoren | 2 mit Schraubenantrieb |
| Max. Geschwindigkeit: | max. 5 Knoten bzw. 9 km/h |
| Reichweite | 60 km |
| H2 – Speicher | 6 Stahlflaschen, Versorgungssystem Fa. Linde |
| Sitzplätze | 8 Personen |
| Länge | 6,75 m |
„Bei
der H2Yacht verbinden sich Tradition und Innovation“, sagt Reinhard Steltzer.
Auf seiner Hamburger Werft AMS Marine Yachten ist das von Dr. Ing. Walter Pelka
entwickelte Brennstoffzellen-Boot gebaut worden.
Durch sein extrem geräusch- und vibrationsarmes Antriebssystem eignet
sich das Boot z.B. für den Einsatz
in Gewässern, die nur mit Segelbooten befahren werden dürfen.
Bereits in 2007 sollen die ersten Serienboote die Werft AMS Marine
Yachten verlassen.
…… IN DER LUFT:
HyFish
|
Bild 6 (KN) - HyFish |
Technische Daten
| Typ | Experimental |
| Entwickler | Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Thermodynamik |
| Design | Fa. Smartfish |
| Typ | Modellflugzeug in Umrüstung |
| Energiequelle | In Vorbereitung: 1 kW Brennstoffzellensystem, zur Erprobung: Batterie |
| Treibstoff | Wasserstoff
|
| Oxidationsmittel | Sauerstoff
|
| Triebwerk | Impellerantrieb |
| Max. Flugdauer | über 1 h |
| Max Fluggeschwindigkeit | 200 bis 300 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 7000 m |
| Spannweite | 1,50 m |
| Masse | unter 5 kg |
Der
HyFish ist von den Designern und Konstrukteuren der Fa. Smartfish
entwickelt worden, deren Vision es ist, ein Reiseflugzeug in Fischform zu bauen,
das Geschwindigkeiten um 900 km/h erreicht, bei einem
Brennstoffverbrauch der nicht wesentlich höher ist, als der eines Autos.
Hyflly
3000
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Bild7 ( KN) - Hyfly 3000 |
Technische Daten
| Entwickler | Extra Energy e.V. Kirchheim |
| Basis | Elektrosegler Antares |
| Hersteller | Fa. Flugzeugbau Lange Zweibrücken |
| Typ | Leichtbauflugzeug mit Klapptriebwerk |
| Motorleistung | Elt-Motor 42 kW |
| Energieversorgung | z.Zt Akku 33 kW, später 23 kW |
| Energiequelle | Brennstoffzelle |
| Hersteller d. Zelle | Fa. Ballard |
| Treibstoff | Wasserstoff |
| Startleistung | 33 kW |
| Leistung Horizontalflug | 10 kW |
| Gleitzahl | 56 |
| Zuladung | 350 kg |
| Stauvolumen | 150 l |
| Reichweite | angestrebt 1000 km |
Eine
Zuladung von 350 kg reicht für das Brennstoffzellensystem und mehrere Tanks
aus. Probleme bereitet den Entwicklern dagegen das Volumen. Im Innenraum sind
150 Liter Stauvolumen verfügbar, wovon allein auf das Brennstoffzellensystem
rund 70 Liter entfällt. Für die gewünschten Reichweiten von über 1.000
Kilometern müsste laut den Berechnungen ein
400 l –Tank eingebaut werden. Ein Drucktank
mit flüssigem Wasserstoff von -250oC
würde ein Volumen von rund 160 Liter ausfüllen. Um den Stauraum zu
vergrößern, wird erwogen, den Rumpf entsprechend zu vergrößern bzw. an den
Tragflächen Außentanks anzubringen. Beide Maßnahmen würden nicht
unerheblichen Konstruktions- und Umbauaufwand
erforderlich machen und die Flugleistungen beeinträchtigen.
BZ-S1
– Jugend forscht erfolgreich
|
Bild 8 (KN) - Modellauto |
Dieses
funktionsfähige Modellfahrzeug wird durch eine Brennstoffzelle
angetrieben.
Im gleichen Maßstab
hat Alexander Sommerkamp-Homann gearbeitet. Der Hamburger Gymnasiast hat
das weltweit erste mit einer PEM-Brennstoffzelle betriebene Modellboot
vorgestellt, mit dem er beim
Hamburger Landeswettbewerb von „Jugend forscht/Schüler experimentieren“ den
dritten Platz erreichte. Ohne
fremde Hilfe kombinierte und montierte der Schüler ein komplettes System nebst
Fernsteuerung, Elektrolyseur, PEM-Brennstoffzelle, Akkumulatoren und
Elektromotor. Das kleine Boot fährt völlig
geräusch- und emissionsfrei seinen Kurs. Die nötige Energie für den
Elektrolyseur liefern Solarzellen. Sie wandeln das Sonnenlicht in Elektrizität
um, mit deren Hilfe Wasser in seine
Bestandteile Wasserstoff und
Sauerstoff aufgespaltet wird - in den Treibstoff
und das Oxidationsmittel für die Brennstoffzelle.
Erstens
kommt es anders und zweitens als man denkt
1975
hat die Fa. Ford diese Projektstudie eines Ackerschleppers 2000 veröffentlicht.
|
Bild 9 (Ford AG) - Ford Vision 1975 |
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Auszug aus der Homepage-Seite:
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Link Tipp:
|
H2 Expo eNews Januar 2007: |
Quellennachweis
www.hamburg-messe.de/presse/presse_h2expo_H2Expo_2006_Brennstoffzellen
BMW
7er,Clean Energie (www.7er.com)
E:\Eigene Dateien\Eigene
Bilder\Initiative Brennstoffzelle - Fliegender Fisch mit Brennstoffzelle.htm
E:\Eigene Dateien\Eigene
Bilder\Das Umwelthaus Deutsche
Entwickler arbeiten an Rekord-Brennstoffzellenflugzeug.htm
E:\Eigene
Dateien\Eigene Bilder\Ecocar-Fortis Saxonia.htm
"Bild der Wisssenschaft"-Shop
7 Fotos: Katrin Neuhauser
(KN)
1 Foto: BMW AG
1 Foto: Ford AG
Hans-Dietrich Zeuschner
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Wiesinger
01.06.2010